Papst Leo XIV., Karekin II.

Papst Leo XIV. sendet wichtiges Signal zur Armenien-Frage

Katholikos Karekin II. in Castel Gandolfo


Castel Gandolfo / Regensburg, 17. September 2025

Papst Leo XIV. hat Karekin II. empfangen, den Katholikos aller Armenier. Der Patriarch lud den Papst bei dieser Gelegenheit zu einem Besuch in Armenien ein und bekräftigte die Notwendigkeit von Frieden. Diese Reise des Papstes wäre ein bedeutendes Zeichen, auch in politischer Hinsicht. Leo XIV. ist bereits der vierte Papst, den Karekin trifft, nachdem er schon von Johannes Paul II. und danach auch von Benedikt XVI. und Franziskus empfangen wurde.

Die Audienz fand in der Villa Barberini statt, der päpstlichen Residenz in Castel Gandolfo. Das Treffen habe in einer „brüderlichen und herzlichen Atmosphäre“ stattgefunden. Dabei seien auch „verschiedene kirchliche Fragen“ diskutiert worden; unter anderem habe der armenische Patriarch das „Schicksal der Armenier in Bergkarabach“ hervorgehoben, wie der Vertreter der Armenisch-Apostolischen Kirche von Etschmiadsin beim Heiligen Stuhl, Erzbischof Khajag Barsamian, in einem Telefonat mit der armenischen Redaktion von Radio Vatikan - Vatican News mitteilte. Der Patriarch habe den Papst zu einem Besuch in Armenien eingeladen; ebenso hätten beide die Notwendigkeit des Friedens betont. Karekin II. gang jedoch noch einen Schritt weiter: Er forderte einen „Frieden, der auf Gerechtigkeit basiert“.

Ein solcher „Frieden, der auf Gerechtigkeit basiert“, kann indessen nur zustandekommen, wenn die widerrechtliche Vertreibung der Armenier unter Kriegsbedingungen, mit der die gesamte Region Bergkarabach entchristlicht wurde, wieder rückgängig gemacht oder gesühnt wird. Und wenn zudem alle Angriffe auf den Süden Armeniens, die derzeit langsam, aber stetig zunehmen, ab sofort strikt unterbleiben. So jedenfalls sehen es Beobachter und Menschenrechtler. Deswegen ist die Formulierung, die Karekin II. wählte, und das gerade auch in der Gegenwart Papst Leos XIV., ein echtes Politikum.

Erster Besuch im Heiligen Jahr 2000

Der erste Besuch des Katholikos in Rom fand am 9. und 10. November 2000 statt, als dieser, damals frisch im Amt, anlässlich des Heiligen Jahrs 2000 zu Gast bei Papst Johannes Paul II. war. Während dieses Besuchs wurde im Anschluss an die Erklärung, die Papst Paul VI. und Seine Heiligkeit Vasken I. am 12. Mai 1970 unterzeichnet hatten, eine erneute gemeinsame Erklärung unterzeichnet: ein Schritt auf dem noch andauernden Weg zur Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen den beiden Kirchen.

Während dieses Besuchs überreichte Johannes Paul II. Karekin die Reliquien des Heiligen Gregor des Erleuchters. Ein Jahr später, vom 25. bis 27. September 2001, besuchte der polnische Papst Armenien zum 1.700 Jahrestag der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion. Er war der erste Papst, der armenischen Boden betrat. Die Reliquien des Heiligen Gregor wurden auch dem Patriarchen des Großen Hauses von Kilikien der Armenier, Aram I., und dem damaligen armenisch-katholischen Patriarchen, Seiner Seligkeit Nerses Bedros XIX. Tarmouni, überreicht.

Begegnungen mit Benedikt XVI. und Franziskus

Karekin II. kehrte vom 6. bis 9. Mai 2008 auf Einladung von Papst Benedikt XVI. in den Vatikan zurück, um an einer vom Papst geleiteten ökumenischen Feier teilzunehmen. Dann erneut am 12. April 2015, als es der amtierende Papst Franziskus war, der das Oberhaupt der armenischen Kirche von Etchmidazin während der Messe in der Petersbasilika zum Gedenken an die armenischen Märtyrer von 1915 an seiner Seite haben wollte. Während dieser Feier erklärte Papst Franziskus den Heiligen Gregor von Narek zum Kirchenlehrer der Weltkirche, was einen Moment von großer Bedeutung für die gesamte armenische Kirche darstellte.

In Nachfolge von Johannes Paul II. reiste auch Franziskus vom 24. bis 26. Juni 2016 nach Armenien. Das „erste christliche Land” – so lautete das Motto der Apostolischen Reise – wollte der argentinische Papst auch 2018 ehren, als er in den Vatikanischen Gärten eine Statue des Heiligen Gregor von Narek einweihte. Karekin II. war an diesem Tag anwesend, zusammen mit dem damaligen Präsidenten der Republik Armenien, Serzh Sargsyan. Im selben Jahr, nämlich im Oktober, machte Karekin II. einen Gegenbesuch bei Papst Franziskus und traf zahlreiche Vertreter der Römischen Kurie. Ein weiteres Treffen fand im September 2020 statt, bei dem der Katholikos dem Papst die Situation nach den Militäroperationen gegen Bergkarabach schilderte und bereits, jedenfalls ist davon auszugehen, vor dem drohenden Desaster in Bergkarabach warnte, das dann 2023 auch eintrat

(Vatican News / sig)

(sig)

Weitere Infos

Unser obiges Bild zeigt Leo XIV. und Karekin II. mit ihren engsten Mitarbeitern vor der hügeligen Kulisse Castel Gandolfos – dort fand das Treffen statt.



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