Gewaltopfer in Nigeria

Nigeria: Mindestens 50 Tote rund um den Jahreswechsel

Massaker wollen nicht enden


München / Regensburg, 12. Januar 2026.

Das neue Jahr hat für die Menschen im katholischen Bistum Kontagora im Nordwesten Nigerias mit weiterer Gewalt begonnen. Bewaffnete Banden haben bei einer Überfallserie zwischen dem 28. Dezember 2025 und dem 3. Januar 2026 mindestens 50 Menschen getötet. Am schwersten getroffen wurde das Bistum Kontagora; besonders erschütternd ist ein Massaker in Kasuwan Daji, bei dem 42 Männer ermordet wurden.

Neben dschihadistischen Terrorgruppen und Extremisten aus dem Nomadenstamm der Fulani sind kriminelle Banden die Ursache von großem Leid unter Nigerias Bevölkerung. Auch wenn sich der Fokus nicht ausschließlich auf Christen und christliche Einrichtungen richtet, sind sie dennoch immer wieder besonders hart betroffen. In keinem anderen Land der Welt wurden etwa im vergangenen Jahr so viele Priester und Ordensleute entführt wie in Nigeria.   

Einem Bericht von Bischof Bulus Dauwa Yohanna aus Kontagora zufolge haben nun kriminelle Gruppen rund um den Jahreswechsel mehrere Dörfer in den Bundesstaaten Niger und Kebbi überfallen. Bereits am 28. Dezember hätten Angreifer in den Dörfern Kaiwa und Gebe sieben Menschen getötet und Häuser sowie Getreidelager in Brand gesetzt.

Am 2. Januar 2026 drangen Bewaffnete im Dorf Sokonbora auf das Gelände der katholischen Gemeinde ein. Dort zerstörten sie Kreuzwegstationen und Musikinstrumente. Zudem stahlen sie Motorräder, Mobiltelefone und Bargeld. Anschließend hätten sie in einer nahegelegenen Siedlung die Lebensmittelvorräte geplündert, teilte das Bistum Kontagora mit.

Der schwerste Angriff ereignete sich am Abend des 3. Januar im Dorf Kasuwan Daji. Die Angreifer steckten den örtlichen Markt und umliegende Häuser in Brand und „töteten 42 Männer, nachdem sie ihnen die Hände auf dem Rücken gefesselt hatten“, teilte das Bistum mit. Zudem seien eine bislang unbekannte Anzahl Frauen und Kinder entführt worden. Bischof seine „tiefe Trauer“ über den Tod der 42 Männer aus – „Christen und Muslime gleichermaßen“.

Eingreifen der Regierung gefordert

Bischof Yohanna rief er die verschiedenen Bevölkerungsgruppen dazu auf, „einander nicht als Feinde zu betrachten, sondern geeint jede Form von Gewalt abzulehnen und gemeinsam unserem gemeinsamen Feind entgegenzutreten“. Besonders alarmierend sei die Lage der über 300 Schulkinder aus Papiri, die erst kurz vor Weihnachten aus der Geiselhaft entlassen worden waren. Nach Angaben des Bistums sind sie erneut schwer traumatisiert, da sie sich vor den jüngsten Angriffen mit ihren Familien in Sicherheit bringen mussten.

Die Erpressung von Lösegeld ist für viele kriminelle Gruppen in Nigeria zu einer Einnahmequelle geworden, sie machen dort weiter, wo die Christenverfolgung der Fulani schon Verwüstung hinterließ. In seiner Erklärung fordert Bischof Yohanna jetzt ein sofortiges Eingreifen der Regierung. Es bestehe „dringender Bedarf an einer großen, gut ausgerüsteten militärischen Eingreiftruppe, die befugt ist, die Banditen zu verfolgen“. Andernfalls drohten „anhaltende massive Verluste an Menschenleben und die dauerhafte Vertreibung großer Bevölkerungsteile“.

Text: Kirche in Not

(sig)



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