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Mitgliederversammlung des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte

Den Horizont erweitern

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Am vergangenen Mittwoch hat im Regensburger Katharinenspital die Mitgliederversammlung des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte stattgefunden. Auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer nahm an der Versammlung teil. Als Regensburger Bischof ist er Protektor des Vereins. Der Abend schloss mit einem Vortrag von Prof. Dr. Karl Hausberger zum Thema „Das volksfromme Brauchtum der Barockzeit im Mit- und Gegeneinander von Kirche und Staat“.

Die Jahrbände des Vereins werden digitalisiert

„Gott sei Dank können wir uns dieses Jahr doch einmal wieder von Angesicht zu Angesicht sehen!“ Mit diesen Worten hieß Prälat Dr. Josef Ammer, 1. Vorsitzender des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte, die Vereinsmitglieder willkommen. Lange Zeit sei unklar gewesen, ob und wie eine Versammlung stattfinden könne. Doch auch in der Zeit der Pandemie ist einiges vorangekommen. In der Reihe „Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg“ ist der Band für das Jahr 2020 erschienen, der Band für dieses Jahr wird am 4. November im Rahmen eines Festakts zum 200. Jahrestag der Installation des Regensburger Domkapitels neuer Ordnung vorgestellt. Außerdem werden im Rahmen eines Digitalisierungsprojekts die Jahrbände des Vereins in naher Zukunft im Internet zur Verfügung gestellt und so einer breiten wissenschaftlichen Öffentlichkeit schnell und einfach zugänglich gemacht.

Prälat Dr. Johann Ammer, 1. Vorsitzender des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte.

Zwei Jubiläen

„Die außerordentlich informativen und den Horizont immer wieder erweiternden Publikationen“ würdigte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seinem Grußwort. In diesem Zusammenhang blickte er auch auf die Geschichte des Bistums, besonders auf die diesjährigen Jubiläen: das Inkrafttreten des Konkordats von 1817 und die damit verbundene Installation des Domkapitels neuer Ordnung am 4. November 1821 einerseits sowie die barocke Gestaltung der Vorhalle des Damenstifts Niedermünster andererseits. Im Jahr 1621 hatte dort die Äbtissin Anna Maria von Salis die erste Patrona Bavariae in Regensburg anbringen lassen. Darüber hinaus wies der Regensburger Oberhirte auf die vielen wichtigen Personalentscheidungen hin, die in diesem Jahr getroffen wurden. „Ein kleiner Absatz über Chronik ist es doch auch wert, nachdem wir in Regensburg ja, was Personalpolitik angeht, eher auf Kontinuität, auf Tradition und auf längere Amtszeiten setzen.“ Mit Blick auf den Vortrag von Prof. Dr. Karl Hausberger betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, wie bedeutend die Barockzeit für das religiöse Brauchtum war und ist. Einiges sei verlorengegangen, „aber es ist noch genug übriggeblieben, das wert ist, neu entdeckt oder belebt zu werden“.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hält beim Verein für Regensburger Bistumsgeschichte sein Grußwort.

Echte Volksfrömmigkeit

Im Barock, so führte Prof. Dr. Karl Hausberger im Anschluss an das Wort des Bischofs aus, habe das Glaubensgut lebendige Anschaulichkeit erhalten. Die Volksfrömmigkeit habe den liturgischen Kalender mit der üppigen Heiligen- und Reliquienverehrung, den Wallfahrten und Bruderschaftsfesten, den Kreuzgängen und Passionsspielen vielfach geprägt. Dies wurde sowohl von der kirchlichen wie auch der staatlichen Obrigkeit stark gefördert. Doch fürchteten die kirchlichen Behörden zwischenzeitlich, dass das farbige Schauwerk ins allzu Triviale entgleite. Deshalb gingen sie gegen die Kreuzgänge am Sonntag und Passionsspiele vor und wurden auch bei den weltlichen Behörden in diese Richtung vorstellig. Diese befürchteten jedoch meist einen Aufruhr in der Bevölkerung und wiesen die Anfragen ab. Prof. Dr. Hausberger ordnete diese Entwicklung ein: Eine gewisse Kritik an der barocken Frömmigkeit habe zwar ihre Berechtigung gehabt, aber als Christ könne man nicht nur kraft theologischer Spekulation bestehen. Es bedürfe einer Beheimatung, wie sie vertraute Riten und Gebräuche schenken können. „Echte Volksfrömmigkeit trägt der Tatsache Rechnung, dass der Mensch als ganzer erlöst und zum Gottesdienst berufen ist, nicht nur als denkendes Wesen, sondern auch als Wollender, Liebender, Fürchtender und Hoffender.“

Prof. Dr. Karl Hausberger trug über das volksfromme Brauchtum in der Barockzeit vor.

Weitere Infos

Verein für Regensburger Bistumsgeschichte

Der Verein für Regensburger Bistumsgeschichte hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des ausgedehnten Bistums Regensburg zu erforschen.

Als jährliches Publikationsorgan erscheinen seit 1967 die „Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg“, mit einem stattlichen Umfang bis zu 600 Seiten.

Weitere Infos zum Verein.

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