bischof segnet wolfgangsschrein

Mitarbeitermesse des Bischöflichen Ordinariats in der Wolfgangswoche

„Hören und befolgen“


Regensburg, 25. Juni 2026

Am Donnerstag der Wolfgangswoche feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Pontifikalamt in der Basilika St. Emmeram in Konzelebration mit Generalvikar Dr. Roland Batz und Dompropst Dr. Franz Frühmorgen. Im Anschluss folgte eine Begegnung aller im benachbarten Emmeramsgarten mit Verköstigung und anregenden Gesprächen. 

Die gefalteten Hände und das hörende Herz

In Bezug auf das Tagesevangelium (Mt 7,21–29) richtete Bischof Rudolf seinen Blick auf die berühmten Schlussworte Jesu in der Bergpredigt: „Wer diese meine Worte hört und befolgt …“ Dabei gehe es nicht nur um die unmittelbar vorausgehende Warnung, sich bloß aufs „Herr, Herr“-Sagen zu beschränken. Es geht um die ganze Bergpredigt. Seinen Aufruf zur Entscheidung für ihn und seine Worte verbindet Jesus mit einem eindrücklichen Bild: den zwei Möglichkeiten, ein Haus entweder in den Sand zu setzen und beim nächsten Sturm davonschwimmen zu sehen, oder auf ein gescheites Fundament, in Israel, aber nicht nur dort, der Felsen. Auf diese Fragen wurden und werden in der Kirche immer wieder zwei unterschiedliche Antworten gegeben, erklärte Bischof Voderholzer: Da sind die einen, die sagen: Auf das Gebet, die Betrachtung, das Bibellesen, die Kontemplation, die Innerlichkeit. Die Liebe zu Gott ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Der richtige Glaube, die Orthodoxie, und seine Feier in der Liturgie der Kirche am Sonntag und am Festtag, darauf komme es entscheidend an. Kurz: die gefalteten Hände und das hörende Herz.


Die hochgekrempelten Ärmel, die zupackenden Hände

Und da sind die anderen, die sagen: Nein, auf das Handeln komme es an, auf die Praxis, die Nächstenliebe, das Tun. Kurz: Auf die hochgekrempelten Ärmel, die zupackenden Hände. Das Evangelium des Tages gibt in dieses Gegenüber der zwei verschiedenen Antworten eine klare Weisung: „Vielleicht kann man es kurz so sagen: Das wichtigste Wort im heutigen Evangelium hat nur drei Buchstaben: Welches Wort meine ich? Ich meine das Wort ‚und‘!“, erklärte der Diözesanbischof.

„Hören und befolgen“

„Hören und befolgen“. Beides gehört zusammen, und zwar in dieser Reihenfolge, so der Bischof weiter. Hören, das geschieht in der Stille, beim Gottesdienst, am Sonntag, beim Lesen der Heiligen Schrift, beim Glaubensgespräch in der Familie. Und es bedarf immer wieder einer Auffrischung und Vertiefung. „Der Glaube kommt vom Hören!“. Befolgen: das ist das gute und aufmunternde Wort, das ist die helfende Tat, das ist die Caritas im Privaten, und die organisierte, das ist die Mitsorge für Menschen in Not. Das ist das Sich-Einbringen in die Politik, auf allen Ebenen. „Hören und befolgen. Das Evangelium heute mahnt uns eindringlich, zusammenzudenken und zusammen zu leben, was nicht getrennt werden darf“, so Bischof Rudolf und nannte dafür mehrere Beispiele: „Sonntag und Alltag; Gebet und Arbeit; Mystik und Politik; Aktion und Kontemplation; Herz und Hand, …“ Dabei sei die Versuchung groß, sich in ein „Entweder oder“ zu verlaufen, sagte Bischof Voderholzer und schlug damit die Brücke zum heiligen Wolfgang: „Als Mönch, der er auch als Bischof geblieben ist, hat er aus der Kontemplation gelebt, aus dem Gebet und der Betrachtung der Heiligen Schrift. Und das Hören auf Gottes Wort hat ihm Kraft und Orientierung gegeben für sein Handeln. Als Lehrer andere hinzuführen zur Botschaft des Evangeliums, die Domschule zu gründen, Orte und Räume zu schaffen für die Begegnung mit Gottes Wort. Aber auch, wenn es die Not gebot, die Ärmel hochzukrempeln, die Kornspeicher zu öffnen und dem ganz konkretem Hunger der Menschen zu begegnen“, so der Bischof abschließend, verbunden mit der Bitte an den Herrn, dass er uns helfe, das „und“ zu leben.

Die musikalische Gestaltung lag beim „Ordinariatschor“ unter der Leitung von Diözesanmusikdirektor Dr. Christian Dostal. An der Orgel spielte Regionalkantor Konrad Linkmann, am Violoncello musizierte Lisa Albinger. 

Text und Fotos: Jakob Schötz
(jas)



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