News Bild Meisterwerk mit Tiefgang – „The Dream of Gerontius“ in Regensburg uraufgeführt

Meisterwerk mit Tiefgang – „The Dream of Gerontius“ in Regensburg uraufgeführt

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„Es geht wirklich um die letzten Fragen der menschlichen Existenz, und wie das hier musikalisch umgesetzt wurde, das ergreift zutiefst.“ – Nicht nur der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, Schirmherr des Projekts, war nach der Uraufführung des Oratoriums „The Dream of Gerontius“ in Regensburg sichtlich bewegt. Das Jahrhundertwerk des englischen Komponisten Edward Elgar, interpretiert durch den Chor der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik, den Universitätschor und durch das Philharmonische Orchester, begeisterte viele hundert Zuhörer im Audimax der Universität. Die Aufführung des in England entstandenen Werks war ein Brückenschlag in Richtung der Britischen Inseln, betonte Bischof Voderholzer: „Wir strecken die Hand hinüber als Zeichen, dass wir uns nicht auseinanderdividieren lassen.“

Die Regensburger waren begeistert. Hören Sie sich hier Stimmen aus dem Publikum an:

 

Alle Erwartungen übertroffen

„Es hat alles ganz wunderbar funktioniert“, freute sich Prof. Stephan Baier, Rektor der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik. Durch die einführenden, den Inhalt des Oratoriums auslegenden Worte des Bischofs habe der Zuhörer besonders tief in die Situation eintauchen können. Auch die Sänger und Musiker haben sich im Laufe der Proben immer stärker mit der Handlung auseinandergesetzt und identifiziert. Für Bischof Rudolf ging mit der Uraufführung des Oratoriums in Regensburg „ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung“. Alle Erwartungen wurden übertroffen, so der Bischof: „Ich bin zutiefst erfüllt. Es verschlägt einem die Stimme.“

 

Ein Werk, das nachdenklich macht

„Von den tief gläubigen Texten, die vom Übergang vom Leben zum Tod sprechen“, zeigte sich Adam Krużel, einer der drei Solisten, begeistert. Sein Wunsch nach der Premiere: das Werk einmal im Regensburger Dom aufführen zu dürfen.

Grundlage des Werkes ist ein poetischer Text des Theologen und späteren Kardinals John Henry Newman, in dem er sich mit seinem eigenen Tod auseinandergesetzt hat. Eine tiefgläubige Perspektive also, die Trost spenden kann. Allen, denen sich der Glaube nicht erschließe, wünschte Bischof Voderholzer zu Beginn des Abends Freude an dem musikalischen Meisterwerk, aber auch, „ein bisschen nachdenklich zu werden“.

„Gerontius“-Interpret: sein Großvater liegt im Sterben

Der amerikanische Tenor und Interpret des Protagonisten „Gerontius“, Steven Ebel, steht mit seinen jungen Jahren mitten im Leben. Der klassische Darsteller für einen alten Mann auf dem Sterbebett ist er also nicht gewesen. Und doch: Den Part des „Gerontius“ zu singen war für ihn ein ganz persönliches Erlebnis gewesen, denn der Tod „ist ein Thema, das alle betrifft, ob jung oder alt. Man ist jeden Tag damit konfrontiert. Bei mir ist es so, dass mein Großvater gerade auf seinem Sterbebett liegt. Er ist sehr weit weg, ich kann nicht zu ihm. Und das ist gerade sehr präsent in meinem Leben.“