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Zur Neuigkeit
Kardinal Désiré Tsarahazana erhielt eine Führung durch den Regensburger Dom
Auf den Spuren der Kirchengeschichte
Regensburg, 14. Oktober 2026
Kardinal Désiré Tsarahazana aus Madagaskar besuchte während seines dreitägigen Aufenthalts im Bistum Regensburg den Dom St. Peter und weitere historische Kirchenräume. Zuvor hatte er unter anderem die Domspatzen, mehrere Klöster und kirchliche Einrichtungen besucht. Bischof Rudolf Voderholzer überreichte ihm 50.000 Euro für Hilfsprojekte in seiner Heimat.
Kardinal Désiré Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina auf Madagaskar, besuchte am Mittwoch den Regensburger Dom St. Peter. Bei einer Führung wurden ihm die Baugeschichte der Kathedrale sowie ausgewählte Kunstwerke und Teile ihrer Ausstattung erläutert. Es war seine vierte Reise nach Deutschland, aber sein erster Aufenthalt in Regensburg. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Dr. Thomas Rigl, Leiter der Fachstelle Weltkirche im Bistum Regensburg, begleiteten den Kardinal. Catherine Hummel übersetzte ins Französische.
Vom Dom ging es in die romanische Allerheiligenkapelle am Kreuzgang, die um die Mitte des 12. Jahrhunderts als Grabkapelle für den 1164 verstorbenen Bischof Hartwig II. von Spanheim erbaut worden war. Anders als die benachbarte gotische Kathedrale besitzt sie einen achteckigen Aufbau mit halbrunden Apsiden. Der Kardinal besichtigte außerdem die Stephanskapelle, den sogenannten Alten Dom. Die schon 994 urkundlich erwähnte Kapelle gehört zu den ältesten erhaltenen Kirchenbauten der Stadt. Letzte Station war die bischöfliche Hauskapelle.
Kardinal aus Madagaskar zu Gast im Bistum Regensburg
Der Besuch hatte am Montag, 12. Oktober, mit einem Termin am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg begonnen. Dort nahm Tsarahazana gemeinsam mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Spatenstich für den ersten Bauabschnitt teil. In Neutraubling war er anschließend bei der Segnung der St. Vincent-Schule zu Gast. Später fuhren die beiden Bischöfe nach Mallersdorf, wo sie das Kloster besichtigten und mit den Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie die Vesper feierten. Am Dienstag besuchte der Kardinal das Kloster Weltenburg. Dort besichtigte er die Brauerei und unternahm einen Spaziergang, bevor er zur Einsiedelei Frauenbründl bei Bad Abbach weiterfuhr.
Beim Abendessen im Regensburger Bischofshof überreichte Bischof Voderholzer seinem Gast am Dienstag einen Scheck über 50.000 Euro aus dem Katastrophenhilfefonds des Bistums. Das Geld war unter anderem für die Beseitigung der Schäden bestimmt, die ein Zyklon im Februar 2026 in der Erzdiözese Toamasina angerichtet hatte. Ein Teil sollte außerdem einem Glaubensfestival für Jugendliche zugutekommen.
Am Mittwochvormittag war Tsarahazana bei den Regensburger Domspatzen. Er nahm am Unterricht teil, sprach mit Schülern und hörte bei einer Chorprobe zu. Am Nachmittag folgte die Besichtigung des Doms.
Der Kardinal war anlässlich des Monats der Weltmission nach Deutschland gekommen. Das Internationale Katholische Missionswerk missio hatte Madagaskar für 2026 als Beispielland ausgewählt und dem Monat das biblische Leitwort „Sei mutig und stark“ (Jos 1,6) gegeben. Besonders in den entlegenen Regionen des Inselstaates, in denen Schulen und medizinische Einrichtungen häufig nur schwer erreichbar sind, übernimmt die katholische Kirche wichtige Aufgaben in der Bildung und Gesundheitsversorgung.
Die zentralen Feierlichkeiten zum Sonntag der Weltmission sind für den 25. Oktober im Bistum Regensburg geplant. Um 10 Uhr soll im Dom St. Peter ein Festgottesdienst beginnen. Erwartet werden neben Bischof Voderholzer Gäste aus Madagaskar und Monsignore Wolfgang Huber, Präsident von missio München. Danach sind ein Empfang und die Verleihung des Pauline-Jaricot-Preises 2026 vorgesehen.

Zur Geschichte des Regensburger Doms
Das Bistum erinnerte 2026 außerdem an den Beginn der gotischen Domgeschichte vor 750 Jahren. Dieser Jahrestag war nicht der Anlass des Kardinalsbesuchs. Nach den Bränden von 1272 und 1273, die die romanische Vorgängerkirche schwer beschädigt hatten, begann um 1275 der Neubau der Kathedrale. Bischof Leo Tundorfer weihte 1276 einen wiederhergestellten Teil des alten Doms, während für den Neubau das Fundament bereits gelegt war. Als überlieferter Tag der Domkirchweihe gilt der 30. Juni. An der nach französischen Vorbildern entworfenen gotischen Kirche wurde über Jahrhunderte gebaut; ihre beiden Türme wurden erst im 19. Jahrhundert vollendet. Aus dem Mittelalter stammen noch zahlreiche Glasfenster. Im Jubiläumsjahr erinnerten Gottesdienste, Ausstellungen und Führungen an die Baugeschichte und die Ausstattung der Kathedrale.
Zur Person – Kardinal Désiré Tsarahazana
Désiré Tsarahazana wurde am 13. Juni 1954 in Amboangibe auf Madagaskar geboren. Er studierte Theologie in Antananarivo und setzte seine Ausbildung an der Katholischen Universität Lyon fort. Am 28. September 1986 empfing er die Priesterweihe. Danach war er unter anderem Vikar in Mananara-Nord, leitete ein Vorbereitungsseminar und unterrichtete am Kleinen Seminar. Zwischen 1993 und 1999 arbeitete er als Sekretär und Koordinator der Priester von Antsiranana.
Am 30. Oktober 2000 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Fenoarivo Atsinanana. Die Bischofsweihe folgte am 18. Februar 2001. Am 24. November 2008 übernahm Tsarahazana das Bistum Toamasina, das Papst Benedikt XVI. am 26. Februar 2010 zum Erzbistum erhob. Er wurde dessen erster Erzbischof. Seit 2012 steht er der Bischofskonferenz von Madagaskar vor; am 28. Juni 2018 nahm ihn Papst Franziskus in das Kardinalskollegium auf.
In der Erzdiözese Toamasina unterstützt die katholische Kirche neben Schulen und sozialen Einrichtungen auch Projekte zur nachhaltigen Landwirtschaft und zum Umweltschutz.
Text und Fotos: Dr. Dr. Stefan Groß
(kw)




