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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf Voderholzer und Kardinal Désiré Tsarahazana zu Gast im Kloster Mallersdorf
Vesper und Begegnung mit der Ordensgemeinschaft
Mallersdorf, 14. Oktober 2026
Einen besonderen Besuch erlebten die Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie im Kloster Mallersdorf am späten Montagnachmittag: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer besuchte gemeinsam mit Kardinal Désiré Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina auf Madagaskar, die traditionsreiche Klosteranlage. Der Kardinal ist im Rahmen des missio-Weltmissionsmonats zu Gast in Regensburg. Begleitet wurden die beiden Kirchenvertreter von einer Delegation des katholischen Hilfswerks missio München unter der Leitung seines Präsidenten, Monsignore Wolfgang Huber, sowie von Dr. Thomas Rigl, dem Leiter der Fachstelle Weltkirche im Bistum Regensburg.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen eine Führung durch die weitläufige Klosteranlage mit Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid sowie die gemeinsame Feier der Vesper in der Mutterhauskapelle. Die Begegnung bot Gelegenheit, die Geschichte und das heutige Wirken der Mallersdorfer Schwestern kennenzulernen und zugleich die Verbundenheit mit der Weltkirche und der Kirche in Madagaskar zu vertiefen.
Madagaskar im Mittelpunkt des Weltmissionssonntags 2026
Der Besuch des Kardinals stand im Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf den diesjährigen Weltmissionssonntag. Das katholische Hilfswerk missio München stellt 2026 Madagaskar als Projektland in den Mittelpunkt. Der zentrale Abschlussgottesdienst wird am Sonntag, 25. Oktober 2026, im Regensburger Dom gefeiert. Bischof Rudolf Voderholzer wird dabei gemeinsam mit Vertretern von missio München und Gästen aus Madagaskar den Gottesdienst zelebrieren. Das Bistum Regensburg übernimmt turnusgemäß die Gastgeberrolle für die sieben bayerischen Diözesen.
Nach der Begrüßung der Gäste führte Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid durch die eindrucksvolle Klosteranlage. Deren Geschichte reicht bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück: Der Überlieferung zufolge wurde das Benediktinerkloster zwischen 1107 und 1109 von Heinrich von Kirchberg gestiftet und errichtet. Die ersten Mönche kamen aus dem Kloster Michelsberg in Bamberg; als erster Abt wird Burkhart genannt. Über Jahrhunderte war die Abtei ein bedeutender geistlicher Mittelpunkt der Region, ehe sie 1803 im Zuge der Säkularisation aufgehoben wurde. Ein neues Kapitel begann 1869, als die Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie die Anlage übernahmen und zu ihrem Mutterhaus machten. Die von dem Priester Paul Josef Nardini 1855 in Pirmasens gegründete Gemeinschaft prägt seither das Leben auf dem Klosterberg. Gebet, Bildung, Pflege und soziale Verantwortung gehören zu ihren zentralen Aufgaben.
Ein besonderer Höhepunkt des Rundgangs war die Klosterkirche St. Johannes Evangelist. Ihre herausragende Rokoko-Ausstattung umfasst den von Ignaz Günther zwischen 1768 und 1770 geschaffenen Hochaltar. Anhand historischer Bilder erhielten die Gäste zudem Einblicke in die benediktinische Vergangenheit und in die Entwicklung der heutigen Klosteranlage mit ihren vielfältigen Einrichtungen und Wirtschaftsbetrieben. Der Blick aus einem Besprechungsraum über das Labertal ließ die Besucher auch die landschaftliche Schönheit der Umgebung erleben.
Besonderes Interesse galt dem Gedenkraum für den seligen Paul Josef Nardini, der nach dessen Seligsprechung im Jahr 2006 eingerichtet wurde. Zahlreiche Exponate aus seinem Leben sowie eine Reliquie aus seinem Grab erinnern dort an den Ordensgründer und sein Wirken.
Vesper: „Eins in Christus – vereint in der Mission“
Im Anschluss führte der Weg zunächst in die Anbetungskapelle St. Michael und anschließend in die Mutterhauskapelle. Dort feierte Bischof Rudolf gemeinsam mit Kardinal Désiré Tsarahazana und den Schwestern die Vesper. Die Feier bildete den geistlichen Mittelpunkt des Besuchs.
Nach dem Einzug der Geistlichkeit begrüßte Klosterspiritual Pater Aloysius Althaus OSB die Gäste aus Madagaskar, München und Regensburg. In seinen einleitenden Worten erinnerte er daran, dass Papst Pius XI. vor 100 Jahren den Weltmissionssonntag eingeführt hatte. Papst Leo XIV. stellte den diesjährigen Weltmissionssonntag unter das Leitwort „Eins in Christus – vereint in der Mission“. Der Blick richte sich 2026 besonders auf Madagaskar, betonte Pater Aloysius. Er freue sich, Kardinal Tsarahazana und dessen Begleiter Pater Thomas in Mallersdorf begrüßen zu dürfen. Beide setzten sich mit großem Engagement für die missionarische Verantwortung der Kirche in Madagaskar ein. Zugleich dankte er dem Kardinal dafür, den Schwestern Einblicke in sein Leben und seinen Dienst zu ermöglichen.
Bischof Rudolf: „Die große Freude und Zuversicht der Menschen haben mich beeindruckt“
In seiner Ansprache blickte Bischof Rudolf Voderholzer zunächst auf den ereignisreichen Tag zurück. Am Vormittag hatte die Delegation in Regensburg den Auftakt zur Generalsanierung des Caritas-Krankenhauses St. Josef erlebt. Anschließend nahm sie in Neutraubling am Festakt und an der Segensfeier zur Eröffnung der St. Vincent Schule der Katholischen Jugendfürsorge teil. Dort werden junge Menschen mit besonderen Herausforderungen begleitet und auf ihrem Lebensweg unterstützt.
Der Bischof hob hervor, wie sehr diese Aufgaben mit dem Selbstverständnis der Mallersdorfer Schwestern übereinstimmten: Menschen zu begleiten, ihnen Perspektiven zu eröffnen und ihnen in schwierigen Lebenssituationen beizustehen. Anschließend berichtete er von seiner Reise nach Madagaskar im April dieses Jahres. Im Rahmen einer missio-Delegationsreise hatte er gemeinsam mit weiteren Vertretern des Bistums eine Woche lang das Land besucht und verschiedene von missio München unterstützte Projekte kennengelernt. Dazu gehörten Bildungseinrichtungen und Schulen ebenso wie pastorale Projekte im Erzbistum Toamasina an der Ostküste der Insel. Besonders bewegend seien die Begegnungen mit den Menschen gewesen. Nach den schweren Verwüstungen durch einen Zyklon im Februar hätten kirchliche Einrichtungen mit großem Einsatz Hilfe geleistet. Bischof Rudolf berichtete, wie Grundnahrungsmittel vorbereitet und mit Lastwagen und kleineren Fahrzeugen in abgelegene Außenstationen gebracht worden seien, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
Sein prägendster Eindruck sei jedoch die tiefe Glaubensfreude und Zuversicht der Menschen gewesen. Unvergesslich bleibe ihm ein Gottesdienst mit mehr als tausend Schülerinnen und Schülern auf dem Schulhof von Amalagori, bei dem der begeisterte Gesang der jungen Menschen den Glauben unmittelbar erfahrbar gemacht habe. Ebenso beeindruckt habe ihn der Einsatz der Schwestern, die unter einfachen Bedingungen Kindern und Jugendlichen einen guten Start ins Leben ermöglichten. Bischof Rudolf dankte Kardinal Tsarahazana und Pater Thomas stellvertretend für die vielen Mitbrüder und Mitschwestern in Madagaskar für ihr Glaubenszeugnis. Es habe ihn gestärkt, getröstet und aufgerichtet. Gerade in einem Europa, das häufig glaubensmüde wirke, werde dadurch neu bewusst, welch kostbarer Schatz der christliche Glaube sei.
Verbundenheit mit den Mallersdorfer Schwestern
Der Bischof erinnerte auch an die enge Verbindung zwischen der Diözese Regensburg und der Gemeinschaft der Mallersdorfer Schwestern. Neben ihrer Arbeit vor Ort engagiert sich die Kongregation seit Langem international. Insbesondere in Südafrika leisten die Schwestern, die dort auch als „Nardini Sisters“ bekannt sind, in sechs Niederlassungen wertvolle Arbeit. Bischof Rudolf hatte sich auf einer früheren Reise selbst ein Bild von diesem Engagement machen können. Unter den anwesenden Schwestern waren mehrere, die viele Jahre in Südafrika gewirkt hatten. Ein besonderes Anliegen war es dem Bischof, den Schwestern für ihren Gebetsdienst zu danken. Ihr fürbittendes Gebet begleite ihn persönlich ebenso wie die vielfältigen Anliegen des Bistums Regensburg. Mit bewegenden Worten würdigte er diesen Dienst: „Die Hände, die nicht mehr so recht funktionieren, um zu arbeiten, können immerhin zum Gebet gefaltet werden. Und das ist vielleicht die wichtigste Arbeit, der wichtigste Dienst, den Sie, liebe ehrwürdige Schwestern von Mallersdorf, für das Bistum tun können.“ Dafür sprach er ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott aus.
Auch bei der Vorbereitung angehender Priester auf ihre Weihe spiele Mallersdorf eine wichtige Rolle. Die Priesteramtskandidaten würden im Kloster nicht nur leiblich versorgt, sondern vor allem geistlich begleitet. Die Schwestern schlössen sie mit ihrer reichen Lebens- und Glaubenserfahrung in ihr Gebet ein. Bischof Rudolf zeigte sich dankbar für die Einblicke in das klösterliche Leben und Wirken, die ihm und der Delegation an diesem Tag ermöglicht worden waren. Die Vesper sei ein würdiger Abschluss eines ereignisreichen Tages. Gemeinsam mit den Schwestern wolle er diesen im Gebet und mit dem Magnificat, dem Lobgesang Mariens, ausklingen lassen.
Kardinal Tsarahazana dankte für die Gastfreundschaft
Zum Abschluss der Vesper dankte Kardinal Désiré Tsarahazana Bischof Rudolf und den Mallersdorfer Schwestern für die Einladung und die herzliche Aufnahme in der klösterlichen Gemeinschaft. Er werde viele positive Eindrücke von seinem Besuch mit nach Madagaskar nehmen. Sein Dank galt auch dem Einsatz der Schwestern für die Weltmission. Neben personeller und materieller Unterstützung sei insbesondere das fürbittende Gebet von großer Bedeutung. Der Kardinal würdigte die Gastfreundschaft, die ihm und seinem Begleiter entgegengebracht worden war, und spendete den Schlusssegen. Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen bedankte sich Generaloberin Sr. M. Jakobe Schmid bei Bischof Rudolf dafür, dass er den Besuch des Kardinals in ihrer Gemeinschaft ermöglicht hatte. Der Bischof erwiderte mit einem augenzwinkernden Kompliment: „Sie sind ja unser Vorzeigekloster in der Diözese Regensburg!“
Text und Fotos: Martin Haltmayer
(chb)








