schwarzer junge mit wasserkanister

Weltmissionssonntag 2026 im Regensburger Dom St. Peter

Gegen Korruption und Klimawandel


München/Regensburg, 21. September 2026

Der Monat der Weltmission ist die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit und findet traditionell im Oktober statt. missio München veranstaltet dazu in den bayerischen (Erz-)Diözesen und im Bistum Speyer Diskussionsrunden, Konzerte, Empfänge und Gottesdienste. Den Fokus richtet das katholische Hilfswerk in diesem Jahr auf Madagaskar – und feiert gleichzeitig ein großes Jubiläum: 100 Jahre Sonntag der Weltmission. Die zentralen Festlichkeiten werden im Bistum Regensburg ausgerichtet.

Höhepunkt ist der Festgottesdienst am Sonntag der Weltmission am 25. Oktober 2026, um 10 Uhr, den der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber zusammen mit den Gästen aus Madagaskar im Regensburger Dom St. Peter feiern.

Im diesjährigen Weltmissionsmonat hat missio Ordensfrauen, Bischöfe und Priester und aus dem ostafrikanischen Inselstaat Madagaskar zu Gast in Bayern und im Bistum Speyer, die sich für Gerechtigkeit und soziale Gleichheit engagieren. missio München startet mit seinem traditionellen Aussendungsgottesdienst am 8. Oktober 2026 in der bayerischen Landeshauptstadt in den Monat der Weltmission: Bei der traditionellen Aussendungsfeier am Donnerstag, 8. Oktober, um 10:30 Uhr in der missio-Kapelle im Münchner Haus der Weltkirche (Pettenkoferstr. 26-28) entsendet missio München seine Gäste aus Madagaskar feierlich in die bayerischen (Erz-)Diözesen und das Bistum Speyer. 

missio-Präsident Monsignore Huber zum Auftakt des Weltmissionsmonats:„Mit dem biblischen Leitwort ‚Sei mutig und stark‘ aus Josua 1,6 richten wir unser Augenmerk auf Madagaskar: einen Inselstaat von atemberaubender Schönheit und außergewöhnlicher Biodiversität. Doch zugleich haben Korruption und staatliche Untätigkeit einen Großteil der Bevölkerung unter die Armutsgrenze gedrückt. Vor allem auf dem Land übernimmt die Kirche einen Großteil der Aufgaben, die der Staat vernachlässigt.“ Unsere Projektpartnerinnen und Projektpartner vor Ort schaffen es, trotz widriger Umstände Hoffnung zu bewahren und Veränderung zu gestalten. Trotz äußerst begrenzter Mittel setzen sie sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen ein, ermöglichen Bildung, fördern Gesundheit, stärken Entwicklung und Selbstständigkeit. Vor 100 Jahren rief Papst Pius XI. erstmalig zum Sonntag der Weltmission auf, um im gemeinsamen Gebet und im Teilen unserer Gaben weltweite Verbundenheit mit unseren Schwestern und Brüdern zum Ausdruck zu bringen. Heute ist dies die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit.“

Die Projektpartner aus Madagaskar werden knapp vier Wochen lang durch Deutschland reisen. Sie berichten in Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Gottesdiensten über die schwierige Lage der Menschen in ihrer Heimat, die Folgen des Klimawandels und über das Engagement der katholischen Kirche. Die bundesweite Kampagne wird in Deutschland von missio Aachen und missio München organisiert. Missio Aachen eröffnet den Weltmissionsmonat am 27. September im Aachener Dom, missio München schließt ihn am 25. Oktober in Regensburg ab. 

Unsere Gäste im Weltmissionsmonat

Schwester Rolandine Razafiarisoa steht der Ordensgemeinschaft „Soeurs de Jeanne Delanoue“ in Analavory im Hochland von Madagaskar vor. Gemeinsam mit ihren Mitschwestern unterstützt die Ordensfrau und Lehrerin das katholische „Lycée Mompera Michel Ranaivo“. Sie helfen Kindern und Jugendlichen in Not und ermöglichen ihnen den Schulbesuch. Zusammen mit missio konnte auf dem Gelände der Schule und dem angeschlossenen Internat ein Brunnen gebaut werden.  Für viele Kinder und Jugendliche ist der Zugang zu Wasser im Schulhof die einzige Möglichkeit, sorgenfrei zu trinken und sich zu waschen. Nur wer gesund ist, kann auch gut lernen, davon ist Schwester Rolandine überzeugt. 

Erzbischof Gustavo Bombin Espino kennt die Herausforderungen in Madagaskar genau: Seit 40 Jahren leistet der gebürtige Spanier hier als Trinitarier-Missionar seinen Dienst, lebte und arbeitete an den unterschiedlichsten Orten. Allen Regionen gemeinsam ist große Armut. Doch in Toliara, der weitläufigsten Diözese der Insel, finden sich alle Nöte wie unter einem Brennglas versammelt. Im Süden treffen extreme Dürreperioden und zerstörerische Wirbelstürme in immer kürzeren Abständen aufeinander, was die Lebensbedingungen der ohnehin armen Bevölkerung dramatisch verschärft. Erzbischof Bombin betont: „An die Ränder zu gehen – dazu hat uns der verstorbene Papst Franziskus aufgefordert. Wenn Madagaskar an den Rändern liegt, dann sind wir in Toliara am Rand der Ränder.“

Schwester Francette Rakontonirina sagt: „Ich sehe jeden Tag, welche Reichtümer und Talente jeder einzelne Mensch in sich trägt. Sie mögen zunächst verdeckt sein in einem Leben, das von Armut, Gewalt und Ausgrenzung geprägt ist. Aber wir bringen sie ans Licht.“  Dabei stehen für sie besonders Frauen, Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt – eben die, für die das Überleben in einer der ärmsten Gesellschaften der Welt am schwierigsten ist. Da gibt es zum Beispiel das „Centre Fihavanana“ in einem benachteiligten Viertel der Hauptstadt Antananarivo, das schon mehreren Generationen an Mädchen und Jungen zu einer Zukunftschance verholfen hat. Im Zentrum gibt es Menschen, die zuhören, und zwei Mal am Tag eine warme Mahlzeit. Für jedes Kind beginnt dort ein Bildungsweg – an dessen Ende oft eine gute Berufsausbildung steht. 

Pater Thomas Joseph kennt die „Hölle auf Erden“ gut. Für ihn ist sie das Staatsgefängnis von Toamasina, eine der größten Vollzugsanstalten Madagaskars. Einst für 350 Häftlinge geplant, drängen sich bis zu 1300 Menschen auf engstem Raum. Darunter straffällig gewordene Kinder und Mütter mit ihren Babys. Viele sind wegen Bagatell-Delikten jahrelang hier, ein gerechtes Verfahren bekommen sie nicht. Père Thomas weiß: Hinter all dem Elend steht eine erdrückende Armut und ein abwesender Staat. Der Pater ist als Ökonom und Projektverantwortlicher für die Erzdiözese Toamasina im Einsatz. Der indische Priester ist ein Macher. Seit 30 Jahren lebt und arbeitet er in Madagaskar.

Kardinal Désiré Tsarahazana ist der oberste Repräsentant der katholischen Kirche in Madagaskar. Der 70-Jährige mischt sich ein – und seine Statements werden gehört, auch von den Mächtigen. Als Erzbischof von Toamasina, der wichtigsten Hafenstadt des Landes, ist Désiré Tsarahazana nah dran an den Problemen. Von seinem Schreibtisch aus sieht er den Frachthafen und damit die Container, die wertvolle Güter nach China abtransportieren, ohne jede Wertschöpfung im Land. Er beobachtet, wie Billigware aus Fernost den madagassischen Markt flutet. Die Erzdiözese Toamasina übernimmt, was der Staat nicht tut, und versucht, dagegenzuhalten: mit Projekten für nachhaltige Landwirtschaft, für den Schutz der Umwelt oder mit Bildungs- und Ausbildungsangeboten für die überwiegend junge Bevölkerung.


Veranstaltungen von missio München im Monat der Weltmission 2026:

  • Donnerstag, 8. Oktober, um 10.30 Uhr in München: missio-Aussendungsfeier der diesjährigen WMS-Gäste aus Madagaskar 
  • Donnerstag, 8. Oktober (20.00 Uhr), in Nürnberg: Kulturabend – Sehnsucht nach Madagaskar

  • Freitag, 16. Oktober, um 17.00 Uhr: Online Kochkurs "Aromazauber am Herd – Kochen wie in Madagaskar"

  • Donnerstag, 22. Oktober, um 16.00 Uhr in Regensburg: Vernissage der Fotoausstellung zu Madagaskar mit Bildern von Fotograf Jörg Böthling

  • Sonntag, 25. Oktober, um 10 Uhr im Regensburger Dom: Festgottesdienst zum SONNTAG DER WELTMISSION mit anschl. Empfang und Verleihung des Pauline-Jaricot-Preises 2026

Alle Informationen, Materialien und Veranstaltungen zum Monat der Weltmission

Text: missio München, Foto: © missio | Joerg Boethling
(jas)



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