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Zur Neuigkeit
Kardinal Tsarahazana besucht Kloster Weltenburg und Frauenbründl
Bier, Barock und Donaudurchbruch
Regensburg, 14. Oktober 2026
Im Rahmen des Weltmissionsmonats des Katholischen Hilfswerks missio ist aktuell Kardinal Désiré Tsarahazana aus der Erzdiözese Toamasina in Madagaskar zu Besuch in Regensburg. Bischof Rudolf Voderholzer, der das diesjährige Projektland mit einer diözesanen Delegation im April 2026 besuchte, zeigt seinem madagassischen Gast in diesen Tagen einige der zahlreichen Besonderheiten in seinem Bistum. Am gestrigen Dienstag stand das Kloster Weltenburg und die Einsiedelei Frauenbründl bei Bad Abbach auf dem Programm.
Zu Beginn des Tages besuchte Bischof Rudolf mit Thomas Rigl, Leiter des Referats Weltkirche im Bistum Regensburg, und seinem madagassischen Gast das Kloster Weltenburg. Hier begrüßte Abt Thomas Maria Freihart OSB die Besucher herzlich und führte sie durch das Klosterareal der Benediktinerabtei St. Georg. Ein Höhepunkt war dabei die Besichtigung der Klosterkirche. Diese zählt zu den bedeutendsten Barockkirchen Bayerns. Sie wurde zwischen 1716 und 1739 nach Plänen der Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam gestaltet. Die Darstellung des heiligen Georg als Drachentöter gehört zu den eindrucksvollsten Kunstwerken der Klosterkirche St. Georg in Weltenburg und bildet den Mittelpunkt des barocken Hochaltars. Kardinal Tsarahazana zeigte sich tief beeindruckt von dem eigentlich kleinen Kirchenraum, der aber durch illusionistische Malerei, Stuck und dem geschickten Einsatz von Licht eine außergewöhnliche Größe und Tiefe vermittelt.

Bierverkostung und Donauschifffahrt
Zu einem Besuch in Weltenburg gehört selbstverständlich auch die typische Wirtshauskultur mit deftigem Braten, Sauce und Knödel. Deshalb nahmen die Gäste mit ihrem Gastgeber Abt Freihart das Mittagessen in der Klostergaststätte ein, bevor es zu einer ausgiebigen Führung durch die Brauerei mit Bierverkostung ging. Seit anno 1050 wird innerhalb der Weltenburger Klostermauern Bier gebraut - sie ist damit die älteste Klosterbrauerei der Welt. Kardinal Tsarahazana lernte alle notwendigen Schritte der Braukunst vom Mälzen, Maischen, Läutern über Hopfenkochen, Würzeklärung und Kühlung, bis hin zur Gärung und Lagerung kennen, bevor jeder seinen eigenen Asambock an einen der großen Tanks im Felsenkeller selbständig zapfen und verkosten durfte.
Abschluss fand der Besuch in Weltenburg mit einer Zillenfahrt durch den Donaudurchbruch. Auf einer Strecke von rund fünf Kilometern fließt die Donau durch ein enges Tal mit steil aufragenden Kalksteinfelsen. Diese sind stellenweise bis zu 70 Meter hoch. Markante Felsformationen entstanden im Laufe von Jahrmillionen durch die Erosionskraft des Wassers und geologische Prozesse. Die Donauenge in Weltenburg misst bis zu 20 Meter Tiefe und bildet damit die tiefsten Stellen der Donau überhaupt.

Heilende Quelle in der Einsiedelei Frauenbründl
Eine weitere Station an diesem Tag bildete die Wallfahrt und Einsiedelei Frauenbründl bei Bad Abbach. Hier lebt Johannes Schuster. Er kümmert sich um die Anlage, feiert Gottesdienste mit den Pilgern und führt Gespräche mit den Menschen, die oft beladen mit persönlichen Problemen, diesen Ort der Ruhe und des Gebets aufsuchen. Bei einem kleinen Rundgang zeigte der Eremit seinen Gästen den Kapitelsaal, den Außenaltar, die Gartenanlage sowie die kleine Wallfahrtskirche mit der besonderen Mariendarstellung und erläuterte dabei die Geschichte der Wallfahrt.
Seit dreihundert Jahren besteht die Kirche und Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes von Frauenbründl (1726-2026). Das Kleinod im Landkreis Kelheim verfügt über eine Heilquelle, Kerzenkapelle und dem Gnadenbild. Viele Gläubige pilgern jährlich zu dem am Waldrand gelegenen Gotteshaus.
Ein Ort des Glaubens mit bewegter Geschichte
Die Wallfahrtskirche Frauenbründl blickt auf eine mehr als 300-jährige Geschichte zurück. Ihre Ursprünge reichen bis in die Zeit um 1700. Damals ließ sich der ehemalige Söldner Georg Pfandstetter (1650–1729) als Eremit bei den fünf Quellen von Frauenbründl nieder. Aus Italien brachte er eine Pietà mit, die er in einem Bildstock aufstellte. Der Überlieferung zufolge suchte eines Tages ein nahezu erblindeter Mann den Ort auf. Nachdem er seine Augen mit dem Quellwasser gewaschen und vor dem Marienbild gebetet hatte, soll er sein Augenlicht vollständig wiedererlangt haben. Dieses Ereignis gilt als Beginn der Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes, die bis heute fortbesteht. In den Jahren 1725/26 entstand die Wallfahrtskapelle im barocken Stil. Im Juli 1970 wurde sie durch den Regensburger Weihbischof Karl Flügel zur Kirche geweiht. Im Mittelpunkt des Gotteshauses steht das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, eine Pietà aus Terrakotta.
Text und Fotos: © Jakob Schötz
(jas)












