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Zur Neuigkeit
Iva Procházková im Literarischen Café der Ackermann-Gemeinde
Parallelen mit der Ukraine
Regensburg, 13. November 2025
Ein Roman, der den seit nun über drei Jahre währenden Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hintergründig zum Inhalt hat, stand beim jüngsten Literarischen Café der Ackermann-Gemeinde in der Diözese Regensburg im Mittelpunkt. Denn die Schriftstellerin Iva Procházková aus Prag las vor rund 25 Interessenten im Café Pernsteiner by Sipl aus ihrem im Jahr 2020 erschienenen Roman „Die Residentur“.
Für den Diözesanverband der Ackermann-Gemeinde hieß Martin Sarnezki die Autorin sowie die Zuhörerinnen und Zuhörer willkommen. Er stellte die im Jahr 1953 in Olmütz geborene Schriftstellerin vor, die zuerst vor allem Kinder- und Jugendliteratur geschaffen hat und später ins Roman-Metier wechselte. Darüber hinaus gehört das Schreiben von Drehbüchern zu ihrem Tätigkeitsfeld. Sowohl ihr Vater Jan Procházka (ebenfalls Schriftsteller) als auch ihr Mann Ivan Pokorný (bedeutender Filmemacher im Prager Frühling) können als prägend für ihr Wirken angesehen werden.
Drehbücher für TV-Krimis
Die Jahre des Exils in Österreich und Deutschland (Konstanz, Bremen) von 1983 bis 1995 beschrieb Procházková in ihren einleitenden Worten näher. In diese Zeit fiel die politische Wende 1989/90 und damit die zu lösende Frage, zurück in die Tschechoslowakei zu gehen oder in Deutschland zu bleiben – auch mit Blick auf die Arbeitsstellen und die drei in unterschiedlichen Lebensphasen steckenden Kinder. Die Entscheidung fiel – trotz nicht einfacher Wohnungs- und Arbeitssituation in Prag – zugunsten der Rückkehr. „Für uns war es die zweite Emigration – aber es war nicht so schlimm. Die Leute waren neugierig, die alten Freunde akzeptierten es“, blickte sie zurück. Nach und nach erschienen ihre Bücher auch in Tschechien, der Mann fand eine Arbeit als Regisseur, sie selbst erhielt zunehmend Anfragen für TV-Drehbücher – unter anderem für eine Krimiserie. In diese brachte sie ihre Vorliebe und Kenntnisse für psychologische Astrologie ein. Es entstanden entsprechend der zwölf Häuser in diesem Astrologie-Ansatz zwölf Folgen der Serie. In Buchform schrieb sie dann drei Fälle als Vorgeschichte der TV-Serie. Daher hatte Iva Procházková auch den neuesten Krimi „Die Spur der Kälte. Ein neuer Fall von Kommissar Holina“ mitgebracht.
Annexion der Krim als Basis für den Roman
Um Spionage und Politik geht es hingegen im Roman „Die Residentur“. Der im Titel genannte Begriff ist „Ausdruck für die Vertretung eines Auslandsnachrichtendienstes“, erläuterte sie einleitend. Sie verhehlte nicht, dass die Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 die Idee für den Roman geliefert habe, was die Story im Lichte des seit 2022 währenden Krieges umso interessanter macht. Im Roman arbeitet sie sowohl mit Fakten als auch mit Fiktion. Im Text eingestreut sind immer wieder reale Nachrichten aus verschiedenen Quellen. „Die Fantasie lässt sich nicht von der Realität trennen, in beiden liegt Wahrheit“, stellte sie fest.
Ein Politiker mit Geheimnissen
Der Tod eines unbequemen Journalisten unmittelbar vor der Europawahl steht am Beginn der dramatischen Geschichte, die sich im Verlauf einer Woche abspielt. Putins Russland versucht, sich die ehemalige (fiktive) Sowjetrepublik Kasmenien zurückzuholen. Ähnlichkeiten zur Ukraine oder Georgien bzw. Moldawien sind denkbar. In drei kurzen Leseabschnitten stellte die Schriftstellerin die zentralen Figuren des Romans kurz vor: den investigativen Journalisten und Kriegsreporter Georgy, den Ministerialbeamten mit großen Ambitionen und allerlei Geheimnissen Stepan Chytil, den Russen „Mister Money“, der in der Residentur in Prag wohnt und arbeitet, die neu mit der Aufklärung des Mordes betraute Hauptkommissarin und schließlich auch Stepan Chytils Sohn Richard, der auf dem Weg nach Kasmenien ist, um dort in die Armee einzutreten, und die Rätsel seines Vaters allmählich entdeckt. Kurzum – angesichts der aktuellen Kriegsereignisse ein höchst lesenswertes Opus.
Demokratie stärken und schützen
Kurz ging Procházková noch auf ihren neuen Krimi „Die Spur der Kälte“ ein, der vor allem in der Community der Vietnamesen in Tschechien und in der Vorweihnachtszeit spielt. Auch vor diesem Hintergrund der richtige Zeitpunkt zur Lektüre.
Angesprochen von Moderator Marcus Reinert auf die neuen politischen Gegebenheiten nach den Parlamentswahlen in Tschechien empfahl die Schriftstellerin (auch mit Blick auf ihre eigenen Aktivitäten), „alles zu tun, was in meinen Kräften steht“, um die Demokratie zu stärken und zu bewahren. Dazu gehöre auch die Arbeit in Schulen mit Schülerinnen und Schülern.
Text: Markus Bauer
(kw)




