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Zur Neuigkeit
In Aleppo ist es schlimmer als in Kriegszeiten
Einblick in die Weltkirche
Regensburg, 21. November 2025
Der November ist der Monat, in dem die Christen weltweit auf die Verfolgung blicken. Ein Ordensmann aus Aleppo reist derzeit durch mehrere Städte in Portugal, um über die Situation in Syrien zu berichten.
Im November richtet sich der Blick nicht nur auf unsere Verstorbenen, sondern in den vergangenen Jahren immer mehr auch auf die Situation der verfolgten Christen. Das Christentum ist die weltweit am meisten verfolgte und bekämpfte Religion. Zahlreiche Stiftungen und Hilfswerke haben sich dieser Frage angenommen und veröffentlichen Berichte und Studien dazu. Eine der eindrucksvollsten Aktionen dazu ist der „Red Wednesday“ oder die „Rote Woche“ von Kirche in Not. Diese Aktion findet nicht nur in Deutschland statt, sie ist international. Das Symbol für die Veranstaltung ist auch in Deutschland bekannt. In der zweiten Novemberhälfte sehen wir zahlreiche Kirchen rot angestrahlt. „Das Rot, das das Blut der Märtyrer symbolisiert, wird als visuelle Erinnerung an das Leid dienen, das Millionen von Menschen aufgrund ihres Glaubens erleiden.“ So teilt es ACN in vielen Ländern der Welt mit. Gemeinsam ist diesen Tagen, dass auch Zeugen aus Ländern mit Verfolgung und Vertreibung von Christen an den Tagen in aller Welt teilnehmen.
Der argentinische Ordensmann Pater Hugo Alaniz von der Kongregation des inkarnierten Wortes ist Pfarrer in Aleppo in Syrien. Er reist auf Einladung von ACN derzeit durch mehrere Städte in Portugal, um dort an der "Roten Woche" teilzunehmen. Bei verschiedenen Veranstaltungen macht der Priester auf Situationen von Verfolgung aus religiösen Gründen im Nahen Osten aufmerksam. Im gesamten Nahen Osten, so auch in Syrien sind Christen in Bedrängnis. Viele Beobachter verweisen auf den Exodus der Christen aus der Region. Pater Hugo ist seit acht Jahren als Missionar in Syrien, nachdem er zuvor in Ägypten und Jordanien gewesen war. Er berichtet in den Gemeinden, die er besucht über die Verschlechterung der Lage für die Christen in Syrien nach 15 Jahren Krieg. Zum Krieg kommen Erdbeben und Invasion von Rebellengruppen, das mache die Lage geradezu unerträglich. Doch die Dynamik der katholischen Kirche in der Region verhindert dies nicht. Trotz des Rückgangs der Zahl der Christen bleibt die Kirche vor Ort. "In Aleppo, wo wir leben, gab es vor dem Krieg, 2011, 300.000 Christen, jetzt ist die christliche Gemeinschaft auf 25.000 reduziert", berichtet der Missionar. Er rechnet damit Katholiken, Orthodoxe, Evangelikale und Protestanten gemeinsam. Laut Schätzungen von ACN lebten im Jahr 2011 etwa 2,1 Millionen Christen in Syrien. Im Jahr 2024 war die Zahl auf 540.000 gesunken. Man habe eine sehr traurige Situation durchlebt, „aber gleichzeitig danken wir Gott für die Gegenwart der Kirche“, betont der Priester, „die die Familien ermutigt zu bleiben und versucht, ihnen zu helfen, in diesen Ländern, die ja die Länder der ersten Christen sind, zu überleben.“
Pater Hugo berichtete im Gespräch mit dem katholischen portugiesischen Internetportal „ECCLESIA Agency“, dass die Zahl der Christen gerade in Aleppo "stark zurückgegangen" sei. Weiter berichtet der Priester über die politische und wirtschaftliche Lage: „Der neue Präsident unternimmt Versuche mit anderen Regierungen, besonders im Westen, aber auch mit Saudi-Arabien, Katar zusammen zu arbeiten. Natürlich würde das in Zukunft Arbeitsplätze schaffen. Doch im Moment ist die Lage schlimmer als in Kriegszeiten." Aleppo ist flächenmäßig die zweitgrößte Stadt in Syrien, von der Einwohnerzahl her ist sie die größte Stadt. Der Priester feiert auf seiner viertägigen Reise durch das Land zahlreiche Gottesdienste in mehreren Diözesen, darunter eine Hl. Messe in arabischer Sprache am Heiligtum in Fatima. Auch an den Orten, die er besucht erzählt er neben den konkreten Berichten zur Situation der Christen auch über die politische und wirtschaftliche Situation im Land. „Während der Regierung von Baschar al-Assad, während des Krieges“, so der Priester weiter, „gab es eine wirtschaftliche Blockade Syriens, die von den Ländern der Ersten Welt verhängt wurde: Es gab keine Maschinen, keine neuen Fahrzeuge, keine Medikamente von außen.“ Nun sei die Blockade zu Ende, doch die Menschen hätten kein Geld mehr. Bei einer Inflationsrate von etwa 16 Prozent und wachsender Arbeitslosigkeit werde das Leben immer schwerer, die Familien gerieten "Leben voller Elend". Daten der UN sagen, dass ca. 92 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben. „Jetzt, mit der neuen Regierung des letzten Jahres, glauben wir, dass sich die Lage verbessern kann", hofft der Priester. Die Familien hätten nicht das Einkommen, um würdevoll zu leben. Damit eine vierköpfige Familie aus der Armut herauskommt, braucht sie ungefähr 350 bis 400 Euro pro Monat. Das durchschnittliche Monatsgehalt erreiche jedoch nicht einmal 50 Euro, so Pater Hugo.
Mit der Aktion „Red Wednesday“ macht das internationale katholische Hilfswerk Kirche in Not (ACN) auf das Schicksal von Millionen verfolgten, unterdrückten und bedrohten Christen weltweit aufmerksam. In vielen Ländern weltweit werden rund um diesen Tag hunderte berühmte Kathedralen, Kirchen, Klöster, Monumente und öffentliche Gebäude von innen oder außen blutrot angestrahlt. Parallel dazu werden Priester und Ordensleute in die verschiedenen Länder eingeladen, um über die Situation der verfolgten und bedrängten Christen vor Ort zu berichten. Es bleibt jedoch nicht bei punktuellen Aktionen. So dankte der Pfarrer von Aleppo auch auf seiner Reise durch Portugal für die kontinuierliche Unterstützung seiner Pfarrei durch ACN, sowohl während der Kriegsjahre als auch jetzt, da sie den Christen der verschiedenen Riten und Konfessionen im Land Hilfe gebracht haben.
Text: Peter Winnemöller
Foto: Kirche in Not




