News Bild „Ihr Freunde Gottes allzugleich“ – Kirchenlied reflektiert Bedeutung der Heiligen

„Ihr Freunde Gottes allzugleich“ – Kirchenlied reflektiert Bedeutung der Heiligen

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„Ihr Freunde Gottes allzugleich, verherrlicht hoch im Himmelreich“ – mit diesem Anruf beginnt ein Kirchenlied, das gerade zum Hochfest Allerheiligen seinen festen Platz in der Liturgie hat (Gotteslob Nr. 542). An diesem Festtag (

www.bistum-regensburg.de/news/allerheiligen-wer-ist-heilig-6364/

) denken die Christen seit der Antike an alle Heiligen – die bekannten wie die unbekannten. Gerade durch die Christenverfolgungen in den ersten Jahrhunderten opferten viele Gläubige ihr Leben für Jesus Christus. Ihre Namen aber waren nicht alle bekannt; so wurde das Allerheiligenfest ihnen und allen anderen Heiligen gewidmet.

 

Heilige: Vorbildliche Menschen im Glauben

Die erste Strophe bittet die Heiligen als die Freunde Gottes „allzugleich“, also alle Heiligen gemeinsam, um die Fürbitte am Thron Gottes und um Hilfe „in diesem Erdental“. Für das Christentum sind Heilige Menschen, die ein besonders vorbildliches Leben geführt haben, das vom Evangelium und dem Glauben an Jesus Christus geleitet wurde. „Die Heiligen, die bereits in der Gegenwart Gottes sind, unterhalten mit uns Bande der Liebe und der Gemeinschaft“, schreibt Papst Franziskus in seinem Schreiben über die Heiligkeit in der Welt von heute, „Gaudete et exsultate“ (

www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html

) (GE 4). Die Kirche fühlt sich mit diesen Heiligen in Gemeinschaft verbunden – während jene am Ziel bei Gott angekommen sind, ist die Kirche auf der Erde noch auf ihrem Weg.

Eine große Schar

Die zweite Strophe spricht nun Maria, die Mutter Jesu, direkt an – unter den Heiligen und allen anderen Menschen hat sie, wie die Konzilsväter in der Konstitution „Lumen Gentium“ über die Kirche (

www.vatican.va/archive/hist_councils/ii_vatican_council/documents/vat-ii_const_19641121_lumen-gentium_ge.html

) feststellen, „bei weitem den Vorrang vor allen anderen himmlischen und irdischen Kreaturen.“ (LG 53) In diesem Sinne beginnt die Anrufung einzelner Heiliger mit Maria, der „geliebten Mutter“ (LG 53). In den folgenden Strophen werden dann weitere Gruppen von Heiligen genannt: Die großen Patriarchen des Volkes Israel und die Propheten, die vom Wort Gottes kündeten. Es folgen dann die Apostel Christi und „ihr Heilgen, die dem höchsten Gut ihr alles schenktet, selbst das Blut“ – jene als Märtyrer verehrten Christen, die selbst ihr eigenes Leben für den Glauben an Gott gaben. Die fünfte Strophe besingt dann die „Jungfrauen und heiligen Frauen“. Dieser Aufzählung könnte man viele weitere Gruppen anfügen: Die heiligen Mütter und Väter, Priester und Bischöfe, Wissenschaftler oder Handwerker, die bekannten und die unbekannten Heiligen.

 

Verbindung mit den Heiligen

Zu ihnen allen erhebt das Kirchenlied zum Schluss nochmals die Bitte, vor Gott die „Not der Christenheit“ zu tragen. Die Konzilsväter stellten auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil fest, dass die Kirche bei jeder Feier der Heiligen Eucharistie mit der Gemeinschaft des Himmels verbunden ist, „da wir uns in verehrendem Gedenken vereinigen vor allem mit Maria, der glorreichen, allzeit reinen Jungfrau, aber auch mit dem heiligen Joseph wie auch den heiligen Aposteln und Märtyrern und allen Heiligen.“ (LG 50) Diese Heiligen sollen vor allem Vorbild sein: Ihr Leben verwirklicht – bei jedem Heiligen auf eine ganz besondere Art – einen Aspekt des Evangeliums (vgl. GE 19). So zeigen die Heiligen, wie ein Leben in der Nachfolge Jesu Christi gelingen kann.