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Zur Neuigkeit
Gedenkgottesdienst für Bischof em. Dr. Hubert Bucher im Regensburger Dom
Berufener im Dienst des Herrn
Regensburg, 23.07.2026
Fünf Jahre nach dem Tod von Bischof em. Dr. Hubert Bucher erinnerte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Regensburger Dom an Buchers Berufung und sein Wirken in Südafrika sowie an seinen entschiedenen Einsatz gegen die Apartheid.
Vor genau fünf Jahren starb Bischof em. Dr. Hubert Bucher, ein gebürtiger Regensburger. Mehr als drei Jahrzehnte leitete er als Bischof die südafrikanische Diözese Bethlehem und führte die Kirche vor Ort durch schwierige politische und gesellschaftliche Zeiten. Zum Gedenken an den Verstorbenen, dessen Leben ganz im seelsorgerischen Dienst an den Menschen stand, feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Donnerstagmorgen eine Pontifikalmesse in der Sailer-Kapelle des Regensburger Doms. Gläubige, Angehörige und Mitglieder des Domkapitels fanden sich ein, um das geistliche Wirken Bischof Buchers zu würdigen.
Dank für den Einsatz in der Verkündigung des Glaubens, für das Zeugnis und die Treue
Zu Beginn des Pontifikalgottesdienstes begrüßte Bischof Rudolf die Gottesdienstbesucher herzlich und bat darum, auch Bischof Dr. Friedrich Lobinger, der im vergangenen Jahr gestorben sei, in das Gebet dieser heiligen Messe einzuschließen. Anschließend verwies der Oberhirte auf das 750-jährige Jubiläum des gotischen Regensburger Doms. Der Dom sei bereits in Buchers Kindheit ein prägender Ort gewesen. Von seiner Heimatpfarrei St. Wolfgang aus habe Bucher schon als Kind die hohen Türme des gotischen Doms sehen können.
Buchers Familie habe in der Bischof-von-Senestrey-Straße gewohnt. Die Straße trage den Namen jenes Bischofs, unter dem die Domtürme mit Unterstützung der bayerischen Könige Ludwig I. und Maximilian II. vollendet worden seien. Im Dom habe Bischof Bucher seine Firmung sowie die Priesterweihe empfangen.
Mehr als drei Jahrzehnte habe der Verstorbene als Bischof von Bethlehem in Südafrika gewirkt. Seine Kathedrale sei die „Cathedral of the Immaculate Heart of Mary“ gewesen. Nach seinem Heimgang im Jahr 2021 sei er gewissermaßen in die Fundamente des Doms seiner Heimatstadt Regensburg eingefügt worden, indem er seine letzte Ruhestätte in der Bischofsgruft gefunden hat.
Bischof Dr. Voderholzer dankte dem Verstorbenen für „allen Einsatz in der Verkündigung des Glaubens in Südafrika, für sein Zeugnis und seine Treue“. Zugleich bat er die Gläubigen um das Gebet für Buchers Nachfolger und für die politisch Verantwortlichen in Südafrika, „dass weiterhin Rahmenbedingungen gegeben sind, die es ermöglichen, dass der Samen, den er ausgesät hat, aufgehe und reiche Frucht bringe“.
Gemeinsamkeit zwischen Franz von Assisi und Bischof Bucher: die Suche nach der Berufung
In seiner Predigt las Bischof Rudolf Abschnitte aus der Autobiografie des Verstorbenen vor und zeigte eine bemerkenswerte Parallele zwischen Bischof Bucher und dem heiligen Franz von Assisi auf. Der junge Franziskus betete in einer Phase großer Orientierungslosigkeit und Unruhe vor dem Kreuz in der Kirche von San Damiano. Dort erteilte ihm Jesus im Bild des Tafelkreuzes den Auftrag, die Kirche wieder aufzubauen. Auch wenn Franziskus diesen Auftrag zunächst missverstand und auf das verfallene Kirchengebäude statt auf die Gemeinschaft der Christen bezog, hatte er nun seine Berufung gefunden.
Auch Hubert Bucher habe in seinem Buch die Zeit seiner Berufsfindung als eine Phase großer Unruhe und Suche geschildert, so Bischof Dr. Voderholzer. Der junge Mann habe mehrere Praktika absolviert, sich jedoch für keinen Beruf wirklich begeistern können. Für den unentschlossenen Schüler sei das Peterskirchlein vor dem Regensburger Bahnhof zu seinem San Damiano geworden. Auf dem Heimweg von der Schule sei er dort mittags oft zum Gebet eingekehrt und habe um Orientierung für seinen Lebensweg gebetet.
Nach einem hervorragenden Abitur habe Hubert Bucher auf Rat seines Onkels zunächst Tiermedizin in den USA studiert. Im Kreis seiner Kommilitonen aus aller Welt sei ihm aufgefallen, dass vielen von ihnen der christliche Glaube ganz unbekannt gewesen sei. Dies macht ihn sehr nachdenklich und lässt immer die Frage in ihm aufkommen, ob nicht die Verkündigung des Evangeliums seine Berufung sei dort, wo man von Jesus und seiner Kirche noch nichts gehört habe, erläuterte Bischof Dr. Voderholzer.
Im Gebet und durch eine nächtliche Erleuchtung habe Hubert Bucher Klarheit gewonnen und alle Zweifel an seiner Berufung überwinden können. So wie sich der heilige Franziskus von seinem Vater habe lösen müssen, habe sich Hubert Bucher von seinem Onkel gelöst, sei dem inneren Ruf gefolgt und Priester geworden.
Bischof Rudolf bat an dieser Stelle um das Gebet für die jungen Menschen, die den Ruf des Herrn zur Nachfolge vernehmen. Zum Abschluss seiner Predigt dankte der Bischof dem Verstorbenen dafür, dass er seine Berufung angenommen habe, dem Ruf Jesu gefolgt sei und als Rebe am Weinstock Frucht getragen habe.
Im Anschluss an die Messfeier wurde am Grab des Verstorbenen in der Krypta gebetet.
Hubert Bucher wurde 1931 in Regensburg geboren und 1957 zum Priester geweiht. Bereits 1958 ging er als Missionar nach Südafrika. Papst Paul VI. ernannte ihn 1976 zum Bischof der Diözese Bethlehem; im März 1977 empfing er die Bischofsweihe. Papst Benedikt XVI. nahm 2008 sein Rücktrittsgesuch an. In seinem Amt bezog Bucher klar Stellung gegen die Apartheidpolitik. Sein Leben war untrennbar mit dem Dienst am Nächsten verbunden. 2017 kehrte er in seine Heimatdiözese zurück. Am 23. Juli 2021 starb er im Alter von 90 Jahren.
Text und Fotos: Matthias Wille
(SG)








