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Zur Neuigkeit
Fünf Bischöfe beim Marsch für das Leben in Berlin – Voderholzer, Oster, Graf, Wörner und Hanke dabei
4.200 demonstrieren in Berlin für das Leben
Berlin/Regensburg, 19. September 2026.
Gleich fünf bayerische Bischöfe gingen am 19. September 2026 beim Marsch für das Leben in Berlin mit. 4.200 Teilnehmer nahmen daran teil. Auch in Köln hatte der Bundesverband Lebensrecht zur Demonstration aufgerufen. Der Verband beging zugleich seinen 25. Geburtstag.
Fünf katholische Bischöfe kamen am Samstag zum Marsch für das Leben nach Berlin. Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer nahm gemeinsam mit Weihbischof Dr. Josef Graf teil. Aus Passau kam Bischof Dr. Stefan Oster, aus Augsburg Weihbischof Florian Wörner. Auch der emeritierte Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB ging mit. Unter den Teilnehmern waren zudem Priester, Ordensschwestern und Christen verschiedener Konfessionen.
Auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof begann die Kundgebung um 13 Uhr. Von dort führte der Demonstrationszug durch die Innenstadt und wieder zum Hauptbahnhof. Zur selben Zeit trafen sich die Teilnehmer in Köln auf dem Neumarkt. Dort wurde der Marsch zum vierten Mal veranstaltet.
„Gott ist ein Freund des Lebens“
Für Bischof Dr. Voderholzer gehört der Berliner Marsch seit Jahren zu den festen Terminen. Den dritten Samstag im September halte er dafür frei, hatte er vor der Veranstaltung erklärt. Bischof Rudolf betonte beim 22. Marsch für das Leben in Berlin, dass es eine der wenigen Gelegenheiten sei, bei denen die Kirche, aber auch demokratisch gesinnte Frauen und Männer aus der Mitte der Gesellschaft bei einem wichtigen gesellschaftspolitischen Thema auf die Straße gingen und ihre Stimme erheben. Sie täten dies für diejenigen, die noch keine Stimme haben, und für diejenigen, die keine Stimme mehr hätten. Es sei eine Voraussetzung für eine gelingende Demokratie, dass hier ein Zeichen der Solidarität gesetzt werde. Er betrachte es bereits als seine staatsbürgerliche Pflicht, mehr noch aber als seine Pflicht als Christ, ein solches Zeichen zu setzen und einer zunehmenden Entsolidarisierung der Gesellschaft, gerade mit den Schwächsten, entgegenzuwirken.

Gott sei ein Freund des Lebens. Jedes Leben sei schützenswert, auch und gerade das ungeborene, selbstverständlich aber auch das geborene Leben. Wie immer beim Marsch für das Leben richte sich der Blick auf alle Gruppen, die in besonderer Weise der Sensibilität und Aufmerksamkeit der Gesellschaft bedürften. Niemand werde ausgegrenzt.
Das Thema Lebensschutz begleite die Christen seit ihren Anfängen. Schon im Römischen Reich hätten sich die Christen dadurch unterschieden, dass sie Kinder nicht abgetrieben und nicht ausgesetzt hätten. Deshalb lasse er sich dieses Thema von niemandem schlechtreden und von niemandem wegnehmen. Er empfinde es als eine ehrenvolle Aufgabe, für das Leben zu demonstrieren. „Wir demonstrieren nicht gegen irgendjemanden. Wir demonstrieren für das Leben, das ein Geschenk Gottes ist“, erklärte der Regensburger Oberhirte.
Dem Bundesverband Lebensrecht, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, wünschte Bischof Voderholzer viel Tatkraft und Aufmerksamkeit. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass es einen solchen Marsch für das Leben eines Tages gar nicht mehr brauche, „weil die ganze Gesellschaft ein Marsch für das Leben ist“.
2002 fand der erste Marsch in Berlin statt
Der Bundesverband Lebensrecht (BVL) wurde 2001 gegründet. Bereits im folgenden Jahr veranstaltete er in Berlin den ersten Marsch unter dem Namen „1.000 Kreuze für das Leben“. Weitere Demonstrationen fanden 2004 und 2006 statt. Von 2008 an wurde der Marsch jährlich durchgeführt. Seit 2023 gibt es mit Köln einen zweiten Veranstaltungsort. In Berlin fand die Demonstration 2026 zum 22. Mal statt, in Köln zum vierten Mal.
Dem BVL gehören unter anderem die Aktion Lebensrecht für Alle, Ärzte für das Leben, die Christdemokraten für das Leben und die Kooperative Arbeit Leben Ehrfürchtig Bewahren an. Die Organisationen treten nach eigener Darstellung für den Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zum natürlichen Tod ein. Der Verband richtet den Marsch überparteilich und überkonfessionell aus.
In diesem Jahr beschäftigte sich der Verband unter anderem mit der Schwangerschaftskonfliktberatung, dem vorgeburtlichen Bluttest NIPT und dem assistierten Suizid. Die Bundesvorsitzende Alexandra Maria Linder forderte im Vorfeld außerdem ein Verbot der Leihmutterschaft. Sie begründete ihre Forderung mit dem Schutz von Frauen vor Ausbeutung und von Kindern davor, zum Mittel für fremde Zwecke gemacht zu werden.
Im Januar hatte Linder in einem Newsletter an das Verbandsjubiläum erinnert: „Uns erwartet dieses Jahr ein Jubiläum: Der Bundesverband Lebensrecht feiert seinen 25. Geburtstag!“ Die erste Berliner Demonstration hatte der BVL 2002, ein Jahr nach seiner Gründung, organisiert. Auch Gegenkundgebungen begleiteten die Demonstrationen von 2026, aber deutlich weniger als in den vergangenen Jahren.

Grußworte und gemeinsames Gebet
Schriftliche Grußworte kamen vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, und vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Auch der Münsteraner Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, evangelische Kirchenvertreter und der Eichstätter Diözesanadministrator, Dompropst Alfred Rottler, wandten sich an die Teilnehmer. Rottler äußerte die Sorge, das Grundrecht auf Leben werde zunehmend ausgehöhlt, und dankte den Demonstranten für ihren Einsatz.
Zum Abschluss kamen die Teilnehmer wieder auf dem Washingtonplatz zusammen. Dort gestalteten der emeritierte Eichstätter Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB und Pastor Albrecht Weißbach die ökumenische Andacht und erteilten den Reisesegen.
Text und Fotos: © Stefan Groß
(jas)




