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Zur Neuigkeit
Feierliches Pontifikalamt zum Domjubiläum mit Begegnung auf dem Domplatz
„Der Dom ist ein Hoffnungs-Ort“
Regensburg, 5. Juli 2026
Anlässlich des großen Jubiläumsjahres „750 Jahre gotischer Dom in Regensburg“ feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntag, den 5. Juli 2026, in der Kathedrale St. Peter ein festliches Pontifikalamt. Mit dem Regensburger Oberhirten feierten Weihbischof Dr. Josef Graf, das Domkapitel, die Dekane des Bistums und Neupriester Klaus Schülein.
Ebenfalls waren Abt Thomas Freihart vom Kloster Weltenburg, Abt Eduard Fischnaller aus dem Kloster Neustift bei Brixen, Pater Widmann von den Salesianern Don Bosco, Äbtissin Christiane aus Seligenthal, Generaloberin Sr. Jakobe und Generalvikarin Sr. Melanie mit ihren Mitschwestern aus Mallersdorf sowie weitere Ordensangehörige angereist. Als Diakone wirkten Peter Nickl und Michael Kraus. Zahlreiche Gläubige waren in die Bischofskirche gekommen, um das besondere Jubiläum mitzufeiern, darunter viele Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Im Anschluss folgte auf Einladung des Domkapitels eine Begegnung auf dem Domplatz mit Musik, kostenlosen Speisen und Getränken.
Die musikalische Gestaltung lag unter Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß bei den Regensburger Domspatzen, Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber und einem Blechbläserensemble der Dommusik. Eigens von ihm für die Jubiläumsmesse komponiert, brachte Domkapellmeister die „Missa Cathredralis“ für Chor, Bläser und Pauken zu Gehör.
„Kommt“ – ruft Jesus
In seiner Predigt bezog sich Bischof Rudolf auf einen Satz aus dem zuvor vorgetragenen Tagesevangeliums nach Matthäus (Mt 11,25-30): „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch erquicken.“ Ein Satz, so der Bischof, über den der dänische Philosoph Sören Kierkegaard quasi ein ganzes Buch geschrieben hat, und den Dietrich Bonhoeffer geliebt und immer wieder ausgelegt hat.
Der Satz ist der Ruf, die Einladung Jesu. „Kommt!“ ruft Jesus. Man müsse sich jedes einzelne Wort gleichsam auf der Zunge zergehen lassen, erklärte der Bischof. „Seit Jesus dieses Wort gesagt hat, soll es keinen Menschen auf der Erde geben, der so verlassen wäre, dass er von sich sagen könnte: nach mir hat niemand gefragt, mich hat niemand gewollt, mir hat niemand je seine Hilfe angeboten“ (DBW 13, 373), so zitierte Bischof Voderholzer den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Und weiter: „das ist … das Verwunderliche an diesem Ruf, dass er eigentlich alle Menschen in die Verlegenheit bringt zuzugeben, auch sie seien gerufen und gemeint, ja gerade sie vielleicht.“ (DBW 13, 373)

Jesus selbst ist die Quelle und der Grund der Erquickung
„Denn mühselig und beladen muss sich ja nicht nur auf Äußeres, Materielles beziehen oder gesundheitliches Elend bedeuten. Auch und gerade hinter einer strahlenden Fassade kann sich die Last von Leere und Einsamkeit, von Sinnlosigkeit und Orientierungslosigkeit, von Gram und Schuld verbergen“, präzisierte Bischof Rudolf. „Kommt! Kommt alle! Ich will Euch erquicken.“ Jesus will uns damit sagen: Ich will euch erquicken! Erfrischen, beleben, neuen Lebensmut geben, Orientierung und Freude im und am Leben. Das heißt: Jesus selbst ist die Quelle und der Grund der Erquickung, so der Bischof. Der Helfer ist die Hilfe. Er selbst ist die Hilfe, die Gemeinschaft mit ihm, ja, bei ihm zu sein, an seiner Seite zu ruhen, in seiner Gegenwart zu verweilen. „Seine Einladung sagt deshalb auch in erster Linie etwas über sein Selbstverständnis. Jesus ist der Offenbarer des Vaters. Er ist der Herr über den Sabbat, über den Ruhetag, ja er, der Gott-Mensch, ist der Sabbat, die Sabbatruhe in Person“, erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Die Hilfe, die Jesus anbietet, besteht nicht darin, die Last abzunehmen, wohl aber tragen zu helfen, trägt er doch all unsere Not mit. Wo die Last in einer Schuld drückt, bietet Jesus die Vergebung an, ermöglicht er Umkehr und ruft zur Versöhnung.
Dom ist Trost-Ort, Hoffnungs-Ort und Erquickungs-Ort
Mit Blick auf das Domjubiläum erklärte der Diözesanbischof, dass der tiefste Daseinszweck des Domes sei, diese Einladung Jesu hinauszurufen in die Stadt und in das Land, und ein Raum zu sein, für die Begegnung der Mühseligen und Beladenen mit Ihm, dass sie Ruhe finden und Erquickung – Erquickung mit ihm. „Die Erhabenheit des Raumes, der die Blicke und mehr noch die Seele nach oben zieht, schenkt Weite und macht selber innerlich groß“, sagte Bischof Rudolf. Im Dom, wie in jeder katholischen Kirche, ist man darüber hinaus nie allein. Im Tabernakel in der Sailerkapelle, bezeichnet durch das Ewige Licht, wartet in der Gestalt des Brotes der auf den Eintretenden, der da ruft „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.“ Am innigsten und tiefsten ist die Begegnung freilich dann, wenn sich die Kirche um den Altar, das Symbol für Christus versammelt, um sein Wort zu hören und ihn im Brot des Lebens zu empfangen. „Aus all diesen Gründen und in allen diesen Dimensionen ist der Dom ein Trost-Ort, ein Hoffnungs-Ort, ein Erquickungs-Ort“, so Bischof Rudolf in seiner Predigt abschließend.
Zum Ende dankte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer allen, die an den Vorbereitungen und der Durchführung der Feierlichkeiten, der Ausstellung, den Publikationen, dem Blumenschmuck in der Kathedrale (hier Link zum Beitrag Floristen) und vieles mehr beteiligt waren. Bevor Bischof Rudolf den Pontifikalsegen spendete, segnete der diesjährige Neupriester, Klaus Schülein, die Gläubigen.
Text und Fotos: © Jakob Schötz
(jas)



















