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Zur Neuigkeit
Caritas lädt Pflegeprofis zum berufspolitischen Workshop
Pflege braucht eine starke Stimme
Regensburg, 17. August 2026
Wer entscheidet über die Zukunft der Pflege? Und welche Möglichkeiten haben Pflegefachpersonen selbst, um Einfluss zu nehmen? Um diese Fragen geht es am Donnerstag, 1. Oktober, beim berufspolitischen Workshop „Wer, wenn nicht wir? Pflege.Macht.Politik“. Nach der ersten Veranstaltung im Frühjahr bietet der Caritasverband für die Diözese Regensburg den Workshop nun erneut an, auch diesmal findet er im Caritas Beratungszentrum St. Gabriel in Regensburg statt.
Die Caritas Regensburg bietet als erster Trägerverband in der deutschen Pflege berufspolitische Workshops für ihre Mitarbeitenden während der Arbeitszeit an. Initiiert hat das Angebot Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann. Er ist examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger und heute als Geschäftsführer Arbeitgeber von rund 2000 Pflegefachpersonen in Ostbayern.
„Pflegeprofis müssen sich einmischen und mitentscheiden“, sagt Weißmann. Sein Ziel ist es, die Profession Pflege zu stärken und professionell Pflegenden das politische Wissen an die Hand zu geben, das sie brauchen, um ihre Interessen selbst vertreten zu können. „Wer jeden Tag Verantwortung für Menschen übernimmt, sollte auch dort eine Stimme haben, wo über die Rahmenbedingungen der Pflege entschieden wird.“
Berufspolitik – alles andere als trocken
Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen – auf politischer Ebene bleibt ihr Einfluss jedoch begrenzt. Genau hier setzt der Workshop an. Entwickelt haben ihn die Pflegepädagogen und Praxisanleiter Hannah Igl und Johannes Lichtenegger. Sie zeigen, wie politische Entscheidungen den Berufsalltag beeinflussen und welche Möglichkeiten Pflegefachpersonen haben, ihre Interessen selbst zu vertreten.
Dass Berufspolitik dabei keineswegs trockene Theorie sein muss, zeigt die Resonanz auf den ersten Workshop. „Ich habe selten einen so kurzweiligen Workshop erlebt, der so abwechslungsreich und trotzdem informativ gestaltet war“, sagt die Teilnehmerin Birgit Renner, Caritas Referatsleiterin Ambulante Pflege und Tagespflege. Der Workshop habe Berufspolitik „fundiert, vielseitig, innovativ und gleichzeitig praxisnah“ beleuchtet. Besonders das Wechselspiel der beiden Referierenden und die unterschiedlichen Methoden seien ihr in Erinnerung geblieben: „Ich nehme eine Fülle an Impulsen mit, die nachhaltig wirken werden.“
Wer gestaltet die Zukunft der Pflege?
Seit Einführung der Pflegeversicherung vor mehr als 30 Jahren beschäftigen Gesetzesänderungen und Reformen die Pflege. Eine weitere Teilnehmerin des ersten Workshops zieht daraus einen klaren Schluss: „Daher wird in Zukunft die Pflege selbst die Entwicklung übernehmen müssen.“
Im Workshop geht es deshalb unter anderem um Macht- und Entscheidungsstrukturen im Gesundheitswesen, politische Kommunikationswege und das berufliche Selbstverständnis der Pflege. Auch die unterschiedlichen Aufgaben von Gewerkschaften, Berufsverbänden und Pflegekammern werden beleuchtet. Igl und Lichtenegger wollen konkrete Wege aufzeigen, wie sich Pflegefachpersonen berufspolitisch einbringen können.
Trommeln für die Pflege
Auch Claudia Steinbauer, Leiterin der Katholischen Akademie für Gesundheitsberufe und ebenfalls Workshopteilnehmerin, sieht darin eine wichtige Aufgabe: „Pflegefachpersonen müssen nicht nur fachlich kompetent ausgebildet sein und handeln können. Sie müssen auch wissen, auf welchen politischen und gesetzlichen Ebenen Entscheidungen getroffen werden, die ihren Berufsalltag und die Entwicklung der Pflege maßgeblich beeinflussen. Wer diese Strukturen und Entscheidungswege kennt, kann politische Entwicklungen besser einordnen, eigene Interessen vertreten und die Zukunft der Pflege aktiv mitgestalten. Berufspolitische Bildung schafft dafür eine wichtige Grundlage.“ Auch die Akademie bietet daher Workshops zur Berufspolitik an.
Der Workshop ist Teil der Initiative „Trommeln für die Pflege“, die Michael Weißmann 2024 ins Leben gerufen hat. Sie verbindet Bildung, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Profession Pflege zu stärken. Im Bildungsbereich sollen Pflegeprofis insbesondere politische Kompetenzen erwerben.
Text: Susanne Schophoff
(sig)




