News Bild Ehe ist im christlichen Sinn einzig die Basis für die Zukunft der Schöpfung - Bischof Rudolf Voderholzer referierte beim Großen Landfrauentag in Barbing

Ehe ist im christlichen Sinn einzig die Basis für die Zukunft der Schöpfung - Bischof Rudolf Voderholzer referierte beim Großen Landfrauentag in Barbing

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Das Engagement der Frauen in Kirche und Gesellschaft besonders auf dem Land hob Bischof Rudolf Voderholzer in seinem Vortrag beim Großen Landfrauentag im Rathaussaal in Barbing hervor. Aber auch auf seine eigenen Wurzeln in der Landwirtschaft, auf das Miteinander von Kirche und Bauernstand sowie auf die Bedeutung von Ehe und Familie aus christlicher Sicht ging er ein.

 

Vor seinem Referat bei den Landfrauen trug sich der Oberhirte des Bistums Regensburg aber ins Goldene Buch der Gemeinde Barbing ein. Bürgermeister Johann Thiel erinnerte daran, dass das Schloss, welches jetzt als Rathaus dient, früher die Sommerresidenz des Regensburger Bischofs Johann Michael Sailer war. Dies nahm Bischof Voderholzer gerne auf und verwies darauf, dass sein reguläres bischöfliches Brustkreuz jenes von Bischof Sailer sei. Und er freute sich über einige weitere Fakten in Barbing (Schule, Straße), die den Namen Sailers tragen. Und der Bischof wies auch auf die am 20. Mai stattfindende Umplatzierung des Sailerdenkmals in Regensburg zurück zum Emmeramsplatz hin.

 

„Solange ich auf dem Landfrauentag bin, hat uns noch nie ein Bischof die Ehre gegeben“, freute sich die Kreisbäuerin Rita Blümel über den Hauptreferenten. Unter den Gästen aus Kommunalpolitik, Landwirtschaft und Behörden konnte sie auch Dekan Josef Weindl aus Neutraubling und den Barbinger Ortspfarrer Karl-Dieter Schmidt willkommen heißen. Ein Gedenken galt dem vor einem Jahr verstorbenen Bürgermeister Albert Höchstetter. „Wir verstehen die Grundprinzipien der Schöpfung und setzen uns für den Glauben ein“, nannte Blümel wichtige Aspekte aus der Tätigkeit der Landfrauen und leitete damit zum Vortrag Bischof Voderholzers zum Thema „Miteiander auf dem Weg“ über.

 

Die jüngst stattgefundene Begegnung zwischen ihm und den BBV-Kreisobmännern aus Niederbayern und der Oberpfalz sowie seine eigenen „starken Wurzeln im Bauernstand“ durch seine beiden Großmütter führte Bischof Voderholzer einleitend an. Mit großem Dank und Anerkennung verwies er auf das Engagement der Frauen in Gesellschaft und Kirche – oft ehrenamtlich in Vereinen und Verbänden, Gremien und kirchlichen Feldern. Aber auch die Weitergabe der geistig-geistlichen Grundlagen an die Kinder ruhe meist auf den Schultern der Frauen, so Bischof Voderholzer. Wichtig ist ihm, dass den Menschen der „ursprüngliche Zugang“ zur Schöpfung nicht verloren geht, der Mensch das Staunen über die Vorgänge in der Natur nicht verliert. Darüber hinaus warb der Diözesanbischof für eine „gute Sonntagskultur“, d.h. den sonntäglichen Kirchgang eventuell auch in ein besonderes Erlebnis einzubetten. Und er betonte den Wert von Ehe und Familie – insbesondere der Ehe von Mann und Frau, die im christlichen Sinn einzig die Basis für die Zukunft der Schöpfung ist. „Wir Christen schreiben niemandem vor, wie er leben möchte“, stellte Bischof Voderholzer ebenfalls fest. „Aber nicht alle Formen des Zusammenlebens sind gleich schöpfungsgemäß. Die Form des Zusammenlebens, welche die Zukunft sichert, soll privilegiert werden“, bezog der Oberhirte deutlich Stellung zu den Diskussionen über die Gleichstellung der Ehe mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Daher ist ihm auch der Schutz und die Aufmerksamkeit für Ehe und Familie ein Anliegen.

 

Eine ebenso deutliche Absage machte er den aktuellen Diskussionen über Euthanasie. „Die letzte Entscheidung über Leben und Tod steht uns nicht zu. Wenn wir ein Tabu aufgeben, dann kommen gnadenlose Zeiten auf uns zu. Wir müssen die Unantastbarkeit des Lebens bis in seine letzten Züge hochhalten“, vertrat Bischof Voderholzer auch hierzu eine deutliche Position. Damit kam er auch wieder auf sein Thema „Miteinander auf dem Weg“ zurück, denn in bäuerlichen Familien leben nicht selten mehrere Generationen unter einem Dach oder auf einem Hof, wo sich die Frage nach einem Altenheim oder einer Pflegestation selten stellt.