Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Durch das Kirchenjahr: der Blog zum Sonntagsevangelium
Weizen, Senf und Sauerteig
16. Sonntag im Jahreskreis A – Matthäus 13, 24 – 43
„In jener Zeit 24erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. 25Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. 26Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. 27Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? 28Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? 29Er entgegnete: Nein, damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. 30Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune! 31Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte. 32Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. 33Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war. 34Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen, 35damit sich erfülle, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen, ich spreche aus, was seit der Schöpfung der Welt verborgen war. 36Dann verließ er die Menge und ging in das Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker! 37Er antwortete: Der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; 38der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches; das Unkraut sind die Kinder des Bösen; 39der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Schnitter sind die Engel. 40Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch bei dem Ende der Welt sein: 41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gesetzloses getan haben, 42und werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. 43Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!“
An diesem Sonntag hören wir drei Gleichnisse. Es mag auf den ersten Blick beinahe untergehen: Das Gleichnis von dem Unkraut, das zwischen dem guten Weizen wächst, ist deutlich länger als das kurze Gleichnis vom Senfkorn und das ebenfalls knappe Gleichnis vom Sauerteig. Zudem erklärt Jesus den Jüngern anschließend ausführlich das Gleichnis vom Unkraut; es bildet so einen Rahmen um das gesamte Evangelium des heutigen Sonntags. Die drei Gleichnisse haben etwas gemeinsam, sie stehen wohl nicht umsonst unmittelbar nacheinander.
Das erste Gleichnis dieses Sonntags beschreibt ein Dilemma. Zwischen dem guten Weizen wächst schlechtes Unkraut und droht damit, auch das Wachstum des Getreides zu gefährden. Die Knechte des Landbesitzers wollen das Unkraut ausreißen – das aber wäre riskant, denn zugleich mit dem Unkraut könnte auch das gute Getreide ausgerissen und vernichtet werden. Das Senfkorn ist ein ganz kleines Korn, es wächst aber zu einem großen Baum heran. Und der Sauerteig schließlich kann eine große Menge Mehl durchsäuern.
In allen drei Gleichnissen spielt das Wachstum eine Rolle: Getreide und Unkraut wachsen und könne womöglich nicht sauber voneinander unterschieden werden. Das Senfkorn wächst zu einem Baum heran und auch der Sauerteig „wächst“ über sich hinaus, durchsäuert das übrige Mehl. Jesus spricht vom Reich Gottes nicht zufällig mit Worten des Wachsens. Die Botschaft Jesu beginnt im Kleinen. Am Anfang steht ein kleines, unscheinbares Kind in der Krippe. Aus dieser Krippe – aus diesem kleinen Anfang – wächst die Hoffnung und das Leben der ganzen Welt. So ist es auch mit dem Gottesreich in uns, wenn der Glaube an den auferstandenen Herrn immer tiefere Wurzeln schlägt und immer weiter wächst. Und schließlich ist es so auch, wenn wir die Botschaft Jesu weitertragen und das Wort Gottes so immer neue Wurzeln schlagen und in anderen wachsen kann.
Die drei Bilder haben allerdings auch etwas mit der Unscheinbarkeit zu tun, die uns zu falschen Urteilen verleiten mag. Wir neigen dazu, das Unkraut auszureißen – auf die Gefahr hin, mit ihm auch gleich das Getreide zu vernichten. Wir neigen dazu, das Kleine gering zu achten, das Senfkorn an seiner Größe und nicht an seinem Potenzial zu messen. Und schließlich würden wir ohne Erfahrung wohl auch dem wenigen Sauerteig nicht zutrauen, einen ganzen Teig zu durchsäuern. Das Gleichnis spricht so auch über unser menschliches Urteilen, das uns oft genug zu Fehlschlüssen verleitet. In diese Richtung weist auch die erste Lesung dieses Sonntags (Weish 12,13.16-19), die von Gott als einem gerechten und milden Richter spricht: Gott ist der gute Richter – wir sind es nicht. So auch deutet Jesus das erste Gleichnis: Am Ende wird es ein Gericht geben – im Bild zwischen dem Unkraut und dem Weizen, in der Deutung zwischen den „Gerechten“ und den „Gesetzlosen“. Dieses Gericht, dieses Urteil steht im Letzten aber nicht dem Menschen zu, sondern Gott allein.
Wir dürfen alle drei Gleichnisse auf unser Leben übertragen. Einmal hören wir, welche Macht wir dem Wachstum zutrauen dürfen, den kleinen Schritten im Guten. Es braucht manchmal keine Wunder, die wir selbst vollbringen müssten – es genügt ein kleines Senfkorn oder ein wenig Sauerteig. Wir sollen den Blick für das Kleine bewahren, für das Gute, für die kleine Geste, die weit über sich hinauswachsen kann. Und umgekehrt sollen wir gerade deshalb andere nicht vorschnell verurteilen. Jeder Mensch – auch wir – kann wachsen, sich zum Guten entwickeln. Vielleicht zeigt sich auch am Ende unseres Lebens, dass nicht alles nur Unkraut war. Dann dürfen wir hoffen, dass Gott, der milde Richter, auch das Weizen in unserem Leben sehen wird.
Text: Benedikt Bögle
(sig)




