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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zur Patroziniumsmesse in Kladrau
„Hoffnung, Zuversicht und Orientierung durch den Glauben“
Regensburg/Kladrau, 18. August 2026
Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel, das am 15. August begangen wird, feiert der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer seit vielen Jahren in der ehemaligen Klosterkirche im westböhmischen Kladrau / Kladruby. Das Gotteshaus, früher auch Schlosskirche, ist diesem Patrozinium geweiht. Kladrau war zudem die Heimat von Bischof Voderholzers Familie, die nach dem Zweiten Weltkrieg von dort vertrieben wurde.
Da der 15. August in Tschechien kein gesetzlicher Feiertag ist, zelebriert der Regensburger Oberhirte den Festgottesdienst jeweils am Sonntag unmittelbar vor oder nach dem Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel. Darüber hinaus ist dieser Termin stets eine gute Gelegenheit für ein Treffen der aus Kladrau stammenden Heimatvertriebenen sowie von Menschen, die einen engen Bezug zu diesem Ort und seiner Kirche haben. So hat sich die Eucharistiefeier Mitte August auch zu einer lebendigen Begegnung von Sudetendeutschen und Tschechen entwickelt – ebenso zwischen Gruppen der Marianischen Männerkongregation (MMC). Vor etlichen Jahren wurde hier die MMC in der Diözese Pilsen gegründet. Eine Abordnung mit Banner nahm ebenso am Gottesdienst teil wie Abordnungen der MMCs aus den nordoberpfälzischen Orten Pressath, Vohenstrauß und Waldthurn.
In seiner Begrüßung freute sich Bischof Rudolf über die große Zahl der Gottesdienstbesucher sowie über die Konzelebranten, darunter Ortspfarrer Miroslav Martiš und Pfarrer Klaus Oehrlein, und über Diakon Karl Pemsl OT.
Im Zentrum steht die Osterbotschaft
In seiner Predigt ging Bischof Dr. Voderholzer auf die Bedeutung des Festtages „Mariä Himmelfahrt“ ein und verwies auf das mit diesem kirchlichen Hochfest verbundene Volksfest, das auch in den Jahren des Kommunismus hier gefeiert wurde.
„Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel ist ja eine Zusammenfassung der Frohen Botschaft des Evangeliums, das die Kirche verkünden darf: im Zentrum steht die Osterbotschaft: Jesus Christus, der Gekreuzigte, ist von den Toten auferstanden. Gott hat sich unser erbarmt, er hat den Tod besiegt“, so Bischof Rudolf.
Somit stehe Jesu Mutter, die Gottesmutter Maria, durch ihr Wirken in einer ganz besonderen Beziehung zu diesem Heilsgeschehen. „Sie ist die erste, an der sich die Verheißung des ewigen Lebens erfüllte. Sie ist aufgenommen in den Himmel, in die vollendete Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes. Und in ihr schauen wir alle, was uns verheißen ist, wenn wir den Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gehen“, konkretisierte der Regensburger Oberhirte.
Lebendigkeit des Glaubens in der ganzen Welt
Bischof Dr. Voderholzer blickte auch auf die Reise einer Pilgergruppe nach Fatima zurück, die er in der Vorwoche begleiten durfte. Mit diesem Wallfahrtsort und den Marienerscheinungen, die die drei Hirtenkinder im Jahr 1917 erlebten, seien die Botschaften der Umkehr, der Verantwortung füreinander und des Gebets für den Frieden verbunden.
„Die Gottesmutter hat geholfen“ – diese Aussage machte Bischof Rudolf auch an zwei in Fatima zu besichtigenden Zeugnissen deutlich: einem Stück der Berliner Mauer und dem Projektil vom Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981.
Schließlich sprach Bischof Rudolf von der bewegenden Erfahrung der internationalen Gebetsgemeinschaft in Fatima und verwies damit auf die Lebendigkeit des Glaubens in der ganzen Welt – auch und vor allem in Ländern mit strikter Trennung von Kirche und Staat sowie dort, wo Glaube und Religion unterdrückt werden.
Besonders junge Menschen würden, so Bischof Dr. Voderholzer, nach dem Glauben und nach Gott sowie nach der prägenden Rolle von Kirche und Glauben fragen. Sie bekämen „Hoffnung, Zuversicht und Orientierung durch den Glauben“. Es sei „eine Generation, die nach dem Kern des Glaubens fragt und sich nicht mit einer verwässerten Botschaft zufrieden gibt. Lassen wir uns selbst – an diesem Festtag – stärken durch die Botschaft des Evangeliums: Wir sind nicht geschaffen für Grab und Tod, sondern für das Leben – das ewige Leben. Und das besteht in der Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott. Bezeugen wir diesen Glauben im Alltag, er ist das größte Geschenk, das einem widerfahren kann“, schloss Bischof Rudolf seine Predigt.
Dreisprachiger Gottesdienst
Die Lesungen und Fürbitten wurden in deutscher und tschechischer Sprache vorgetragen, einzelne liturgische Texte darüber hinaus in Latein. Die musikalische Gestaltung oblag – wie bereits in den vergangenen Jahren – dem Chor der Pfarrei St. Jakob Kladrau und, inzwischen zum vierten Mal, dem Bläserensemble „Bloß Blech“ aus Donaustauf. Väterlicherseits stammten die Vorfahren von Rudi Dobner, einem Mitglied des Quintetts, aus Hesselsdorf im Kreis Tachau.
Mit einer Andacht am Nachmittag in der Kladrauer Pfarrkirche und einem anschließenden Gebet auf dem Friedhof für die Verstorbenen endete der Festtag.
Text und Fotos: Markus Bauer
(SG)







