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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Bergkirchweih am Arber
Der König des Bayerischen Waldes
Regensburg, 19. August 2026
Er ist der „König des Bayerischen Waldes“: der Arber. Der Name Arber taucht erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1740 auf. Zwei Regierungsbezirke können den Berg „ihr Eigen“ nennen. Der Gipfel des Großen Arber und die Südwestflanke liegen in Niederbayern, während die Westflanke zum Oberpfälzer Landkreis Cham gehört.
Einmalige Pflanzenwelt
Mit seinen 1455,5 Metern ist der Arber nicht nur der höchste Berg des Bayerisch-Böhmischen Gebirgsmassivs, er nimmt auch aufgrund der einzigartigen Natur einen ganz besonderen Rang ein. Hier stehen nur noch vereinzelt Fichten, die sonst für die Region prägend sind. Dagegen findet die Latsche hier ideale Bedingungen. Und nur am Arber wachsen – einmalig in Bayern außerhalb der Alpen - Felsenstraußgras und Rollfarn. Wasserfälle, Moore, eiszeitliche Seen mit steil abfallenden Seewänden und Urwälder geben dem Arbergebiet seinen unverwechselbaren Charakter.
Ältestes Bergfest im Bayerischen Wald
Jedes Jahr am vorletzten Sonntag im August, um den Namenstag des heiligen Bartholomäus, treffen sich hunderte Trachtler, Heimat- und Bergfreunde auf dem Gipfel des höchsten Bayerwaldberges, um dort dem Heiligen die Ehre zu erweisen. Die Arberkirchweih ist die älteste Bergfeier des Bayerischen Waldes. Schon im Jahre 1769 setzte sich Johann Georg Hafenbrädl (1726-1786), einer der erfolgreichsten Glasherren in der gesamten Grenzregion des Böhmer- und Bayerwaldes, für die Errichtung einer Kapelle auf dem Arber ein. Aber es dauerte noch 37 Jahre, bis der Abt von Metten am Bartholomäustag 1806 das Kirchlein auf dem unwirtlichen Berg einweihen konnte. Gestiftet hatte die Kapelle die Besitzerin der Glashütte bei Schloss Deffernik jenseits der Grenze, das „Fräulein von Hafenbrädl“.
Sturm und Unwetter
Schon ein Jahr später kamen die Eisensteiner zum ersten Mal an Bartholomäus zur Wallfahrt auf den Berg. Bald strömten Pilger aus Zwiesel, dem Lamer Winkel und den Glashüttenorten im Böhmerwald zur Kapelle. Doch die Winter auf dem Arber setzten der kleinen Kapelle so zu, dass sie innerhalb von 150 Jahren viermal erneuert werden musste. Schließlich wurde um 1880 das Kirchlein aus Bruchstein gemauert und mit Ziegeln eingedeckt. Und um ganz sicher zu gehen, baute man noch einen recht unschönen Stadel um das Gebäude, der aber bald von einem Herbststurm zerstört wurde.
Zum 100-jährigen Bestehen der Kapelle pilgerten am 26. August 1906 trotz ungünstiger Witterung über 2000 Menschen auf den Berg. Doch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs verfiel die Arberkapelle bis auf einen kümmerlichen Rest, die Wallfahrt kam für Jahrzehnte zum Erliegen.
Buntes Fest mit farbenfrohen Trachten
Nachdem eine Bäuerin von Mooshütte 1951 den Bauplatz für ein neues Bergkirchlein auf dem Gipfel gestiftet hatte, dauerte es noch einmal sechs Jahre, bis endlich wieder eine Kapelle auf dem Arbergipfel stand. Die heutige Kapelle ist eine Stiftung des Fürsten Friedrich Wilhelm von Hohenzollern. Schnell ging es auch mit der Wallfahrt wieder „bergauf“. Und weil eine Wallfahrt ohne zünftige Einkehr keine richtige Wallfahrt ist, gab es bald auch ein Fest mit Musik und Tanz. Heute ist die Arberkirchweih ein bekanntes Heimatfest der Wald- und Bergfreunde mit Musik, Gesang und Tanz.
Wallfahrt und Gottesdienst
Im vergangenen Jahr wurde das 60. Jubiläum der Arberkirchweih gefeiert. Über 6000 Gläubige waren zum Festgottesdienst mit Bischof Rudolf Voderholzer auf den Gipfel des höchsten Berges im Bayerischen Wald gewandert.
Die älteste Bergfeier im Bayerwald findet immer am dritten Sonntag im August statt. Um 9 Uhr versammeln sich die Wallfahrer auf der Arberebene unterhalb des steilen Gipfelanstiegs, um gemeinsam mit den Trachtenvereinen und Fahnenabordnungen mit dem Kreuz betend auf den Berg zu ziehen. Die Kirchweih beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst an der Arberkapelle, die Besucher sind über den ganzen Arbergipfel verteilt. Nach dem kirchlichen Fest wird an den beiden Berghütten, der Eisensteiner Hütte und dem Arberschutzhaus, zünftig weitergefeiert.

Text: Judith Kumpfmüller
Weitere Infos
Das 60-jährige Jubiläum der Arberkirchweih im Jahr 2025 als Video und der Bericht mit Bildern von der Arberkirchweih 2025
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