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Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Die Lepanto-Monstranz
Weltweit einzigartiges sakrales Kunstwerk
Regensburg, 7. Oktober 2026
Sie gilt als eine der wertvollsten Monstranzen der Welt: die Ingolstädter Lepanto-Monstranz. Mit einer Höhe von 125 cm und der 73 cm hohen und 53 cm breiten Schaufläche ist sie eines der bekanntesten und einzigartigsten Werke barocker Goldschmiedekunst. Auftraggeber war die „Bürgerkongregation Maria vom Sieg“, die in enger Verbindung mit den Ingolstädter Jesuiten stand. Diese setzten auch durch, dass der Augsburger Goldschmied Johann Zeckel im Jahr 1708 mit der Anfertigung der Monstranz betraut wurde.
Historische Schlacht
Als biblisches Thema hatten die Ingolstädter die Seeschlacht von Lepanto in Auftrag gegeben. Am 7. Oktober 1571 schlugen die vereinigten christlichen Kriegsflotten – die Heilige Liga – unter Führung ihres Oberbefehlshabers Don Juan de Austria die türkische Mittelmeerflotte vernichtend. Die Nachricht über den unverhofften Sieg ging wie ein Lauffeuer durch das christliche Europa. Zum ersten Jahrestag wurde 1572 das Rosenkranzfest eingeführt, um die Fürsprache der Jungfrau Maria während der Schlacht zu unterstreichen. Der Tag des Sieges wurde zum Gedenktag „Unserer Lieben Frau vom Sieg“ und bis heute wird in der katholischen Kirche das Fest „Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz“ begangen.
Einzigartiges Kunstwerk
In alten Quellen ist aufgezeigt, dass dem Goldschmied Johann Zeckel auch ein Graveur, ein Bildhauer, ein Maler und ein Emailleur zur Seite standen. Die in den Details einzigartige Szenerie besteht aus vier übereinander gelagerten Ebenen. Sie zeigen, wie unter dem Kreuz und der Taube des Heiligen Geistes Engel in das Geschehen eingreifen. In den drei Mastkörben der christlichen Schiffe sind die Anführer der Schlacht, wie Don Juan de Austria und auch Papst Pius V., zu sehen. Türkische Schiffe samt Takelage und zerrissenen Segeln versinken in den Fluten und Seeleute sitzen im Rettungsboot. In unvorstellbar feiner Arbeit sind der fliehende Sultan und seine Haremsdamen dargestellt.
Bayerisches Landesdenkmal
In der Takelage und in den Wolken sitzen 18 Engel, die Blitze schleudern und mit Pfeilen schießen. Die Figuren sind mit kleinen Spiralfedern angebracht, sodass die Engel in flirrende Bewegung geraten, wenn die Monstranz getragen wird.
Heute steht die „Lepanto-Monstranz“, die auch in der Landesdenkmalliste Bayern verzeichnet ist, in der Schatzkammer, der ehemaligen Sakristei der Asam-Kirche Maria de Victoria in Ingolstadt. Die wertvolle Monstranz ist bis heute Eigentum der Bürgerkongregation Ingolstadt.
Text: Judith Kumpfmüller
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