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Zur Neuigkeit
Durch das Kirchenjahr: Blog zum Sonntagsevangelium
Guter Hirte
Vierter Sonntag der Osterzeit A – Johannes 10, 1 – 10
„In jener Zeit sprach Jesus: 1Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. 3Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 4Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. 5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. 6Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. 7Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. 9Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
Das Bild des Hirten begegnet uns in der Heiligen Schrift an vielen Stellen. Das beginnt bereits im Alten Testament: „Mose weidete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian“, als er den brennenden Dornbusch sieht und Gottes Offenbarung hört (Ex 3,1). Mose war also Hirte. Als der Prophet Samuel unter den Söhnen Isais den neuen König suchen soll, fehlt noch der jüngste Sohn – David: „Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe.“ (1 Sam 16,11). Auch David war also Hirte. Das Buch des Propheten Amos beginnt so: „Die Worte, die Amos, ein Schafhirte aus Tekoa“ (Am 1,1) – auch dieser Mann Gottes also war ein Hirte.
Schon im Alten Testament begegnet uns aber ein zweiter Gedanke: Gott selbst ist Hirte seines Volkes Israel. Wir hören das im heutigen Antwortpsalm: „Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen“ (Ps 23,1). Ein anderer Psalm ruft: „Du Hirte Israels, höre“ (Ps 80,2). In dieser Linie stehen die Worte Jesu, die wir im heutigen Evangelium hören. Jesus stellt sich selbst als „guter Hirt“ vor, dieser Vers fehlt im heutigen Evangelienabschnitt allerdings: „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ (Joh 10,11).
Dieses Bild des Hirten verbindet zwei Aspekte, auf die Jesus deutlich hinweist. Auf der einen Seite macht das Bild des Hirten nur Sinn, wenn wir – im übertragenen Sinn – wie Schafe sind. Diese Schafen müssen vor Gefahren bewahrt werden – gerade deswegen braucht es den Hirten ja überhaupt. Die Schafe können von wilden Tieren gerissen werden, sie können sich allerdings auch von der Herde trennen und verloren gehen. Jesus greift das im Gleichnis vom verlorenen Schaf auf, dem der gute Hirte hinterhersteigt, auch wenn er dafür den Rest der Herde zurücklassen muss (vgl. Lk 15,4-6). Auch im heutigen Evangelium klingt das an: Es gibt offenbar Menschen, welche den Schafstall nicht über die Türe betreten und die für die Schafen keine „guten Hirten“, sondern eine Gefahr darstellen. Und weiter: Es gab bereits andere Menschen vor Jesus, die aber selbst gerade nicht die Hirten der Herde waren, sondern „Diebe und Räuber“, die kommen, „um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“. Auch uns trachten Kräfte nach dem Leben: Die Sünde und der Tod, die zwar nicht die wahren Herren über uns Leben sind, vor denen wir uns aber – wie Schafe – in Acht nehmen müssen.
Der zweite Aspekt des Hirtenbildes ist nun, dass es nicht bei dieser Gefahr bleibt. Denn der gute Hirte bewahrt seine Herde vor den reißenden Tieren; er sammelt die Schafe und verhindert, dass eines verloren geht. Eben dieser Hirt ist Jesus. Er will das Leben seiner Schafe, den Bestand seiner Herde. Die letzte Macht über unser Leben soll nicht der Tod haben und nicht die Schuld, nicht die Kräfte der Dunkelheit. Die letzte Macht hat der gute Hirte – er, der Vorbild ist für alle guten Hirten, die sein Volk Israel bereits geführt und geleitet haben. Dieser gute Hirte will, dass wir „das Leben haben und es in Fülle haben.“
Text: Benedikt Bögle
(sig)




