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Zur Neuigkeit
Person der Woche: Dr. Johann Maier, Domprediger
„Seine Tat und sein Tod werden weiterpredigen“
Regensburg, 24. April 2026
Im Rahmen unserer Reihe „Person der Woche” stellen wir jede Woche interessante Persönlichkeiten aus dem Bistum Regensburg und darüber hinaus vor. Heute vor genau 81 Jahren, am 24. April 1945, wurde Domprediger Dr. Johann Maier von den Nationalsozialisten hingerichtet. Der Grund: Er wollte zusammen mit Regensburger Bürgern darum bitten, die Stadt kampflos an die Alliierten zu übergeben.

Dr. Johann Maier wurde 1906 im niederbayerischen Berghofen in bäuerlichen Verhältnissen geboren und absolvierte nach seinem Abitur ein Theologie-Studium an der Hochschule Regensburg. Nachdem er von 1934-1938 als Priester in München, Fichtelberg und Weiden tätig war, wurde er 1939 Domprediger in Regensburg. Als entschlossener Gegner des nationalsozialistischen Regimes traf er sich regelmäßig mit Gleichgesinnten.
Als wenige Tage vor Kriegsende der Reichsverteidigungskommissar Ludwig Ruckdeschel die bedingungslose Verteidigung der Stadt befahl, versammelten sich am 23. April 1945 mehrere Hunderte Regensburger auf dem Moltkeplatz, dem heutigen Dachauplatz. Sie forderten die Beendigung des Kampfes und die friedliche Übergabe der Stadt an die amerikanischen Truppen.
Die Nationalsozialisten griffen ein und nahmen Domprediger Maier noch während seiner Rede fest. Der Regensburger Bezirksinspektor Michael Lottner wurde sofort hingerichtet, während Johann Maier und der befreundete Lagerarbeiter Josef Zirkl vor ein Standgericht gestellt wurden. Nach nur kurzer Verhandlung wurden sie zum Tode durch den Strang verurteilt und einen Tag darauf, am 24. April 1945, beide öffentlich hingerichtet. Dem erhängten Domprediger Maier wurde ein Schild umgehängt auf dem Stand: "Hier starb ein Saboteur".
Gedenken an Domprediger Johann Maier
Jedes Jahr gedenkt das Bistum Regensburg in besonderer Weise Domprediger Johann Maier mit einem Gottesdienst, oder einer Vesper. Im Anschluss findet eine kurze Gebetsandacht am Grab von Domprediger Maier statt. Bischof Rudolf gibt dabei immer wieder zu bedenken: „Domprediger Maier gehört somit zu den weit über 8000 Geistlichen, von denen aktenkundig ist, dass sie im Dritten Reich ins Visier der Nationalsozialisten geraten waren; das ist ein Drittel des damaligen Welt- und ein Fünftel des Ordensklerus, allein in Deutschland.“ Dr. Voderholzer erinnerte daran, dass Dr. Maier das prominenteste, aber nicht das einzige Opfer im Zusammenhang der Versammlung war. Der 70-jährige Rentner Josef Zirkl hatte während des Tumults bei der Verhaftung von Dr. Maier protestiert und die Freilassung des Priesters verlangt. Er wurde ebenfalls erhängt. Der pensionierte Gendarmerie-Hauptwachtmeister Michael Lottner wurde erschossen, der gesagt hatte: „Lasst doch den Domprediger reden! Ihr wisst ja gar nicht, was er sagen will.“ Auch erwähnt der Bischof Johann Igl, den Mesner von St. Emmeram Regensburg, der wegen einer unvorsichtigen Bemerkung hingerichtet wurde.

Bischof Rudolf erinnert bei den Gedenkveranstaltungen für Domprediger Maier immer daran: „Sie traten ein für Wahrheit und Menschlichkeit aus christlicher Glaubensüberzeugung. Wir wissen nicht, wie wir uns unter den gegebenen Umständen damals verhalten hätten. Aber wir verneigen uns in Dankbarkeit und großer Anerkennung vor den Tapferen. Und wir beten für uns alle, dass uns in unseren Tagen Freimut und Weitblick gegeben seien, damit wir einstehen können für Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit in den Bereichen, wo wir Einfluss nehmen können.“
In der Vergangenheit haben der damalige Stadtdekan Prälat Alois Möstl sowie, in der Folge, Stadtdekan Roman Gerl im Regensburger Dom am Tag der Hinrichtung des Dompredigers sowie weiterer Weltchristen einen Gedenkgottesdienst gefeiert. Ab 2016 beteiligte sich das Bistum Regensburg am „Gedenkweg“ für die Opfer der Nationalsozialisten durch die Regensburger Innenstadt. Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Ermordung in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs hat Bischof Rudolf Voderholzer 2020 ein Pontifikalamt zum Gedenken im Regensburger Dom gefeiert.
Bereits in der Vergangenheit war an vielen Punkten zu erfahren, welche Hochschätzung der Domprediger und sein Einsatz für Regensburg aufgrund seines katholischen Glaubens – und welche Dankbarkeit – Bischöfe und Gläubige ihm entgegenbringen. Der Einsatz seines Lebens durch Domprediger Dr. Johann Maier am Ende des Zweiten Weltkriegs ist immer Grund für das Bistum Regensburg, dankbar zu sein. Das Andenken an Domprediger Johann Maier bleibt bestehen in der Gegenwart und in der Zukunft.
Text: Christian Beirowski
Fotos: Bistum Regensburg
(chb)
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