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Zur Neuigkeit
Vesper zum Gedenken an Domprediger Johann Maier
Gedenkweg für die Opfer des Nationalsozialismus
Regensburg, 24. April 2026
"Das Leben in dieser Welt haben sie verloren, aber das in der Welt Gottes gewonnen", beschrieb Dompropst Dr. Franz Frühmorgen die drei Männer, die am 23. April 1945 verhaftet und von den Nationalsozialisten hingerichtet wurden. Am gestrigen Donnerstagabend gedachte der Dompropst zusammen mit Stadtdekan Roman Gerl, im Rahmen einer Vesper in der Sailerkapelle im Regensburger Dom St. Peter, Domprediger Johann Maier.
"Es waren drei unerschrockene Männer des Glaubens", erinnerte Dompropst Franz Frühmorgen in seiner kurzen Begrüßung zu Beginn der Vesper. Der herausragende Domprediger Maier sei den Nationalsozialisten wegen seiner klaren Worte und seinem Widerstand gegen unrechtmäßige Zustände schon lange ein Dorn im Auge gewesen, erklärte der Dompropst. Wegen seiner Predigten wurde er schon lange von der Gestapo bespitzelt.
Domprediger Maier rief ganz am Ende des zweiten Weltkriegs lediglich zur Besonnenheit und zur kampflosen Übergabe der Stadt auf. Amerikanische Truppen standen zu diesem Zeitpunkt bereits an der Donau. Rund 1000 Menschen demonstrierten damals auf dem Dachauplatz. Der einfache Lagerarbeiter Josef Zirkl war mit 70 Jahren einfach in der Menge dabei, als Maier abgeführt wurde und versuchte zu vermitteln. Der frühere Hauptwachtmeister Michael Lottner erhob lautstarken Protest gegen die Verhaftung. "Am nächsten Morgen, dem 24. April 1945, fand man alle drei am heutigen Dachauplatz wieder: Johann Maier und Josef Zirkl am Galgen, Michael Lottner erschossen darunter liegend", verdeutlichte Franz Frühmorgen: "Drei Männer des Glaubens, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten." Alle drei wurden 1999 von der Kirche in das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts aufgenommen.
Einige dutzend Gläubige besuchten die Vesper. Die musikalische Gestaltung übernahm Luka Juric von der Freisinger Domkirchenstiftung. Der 25-jährige aus Rudelzhausen in der Hallertau übernahm gerade zusammen mit Simon Rager kommissarisch die Gestaltung der Freisinger Dommusik. Juric absolvierte sein Abitur bei den Domspatzen und studierte an der Hochschule für Kirchenmusik, Orgelunterricht erhielt er bei Franz-Josef Stoiber.
Im Dom erinnert eine Gedenktafel an Johann Maier, sein Grab befindet sich in der Bischofsgrablege. Dorthin begab sich der Dompropst zusammen mit den Gläubigen nach der Vesper zu einem kurzen, stillen Gedenken und Gebet. Danach gingen alle an das Westportal des Doms, wo eine Station des Gedenkwegs lag. Die Stadt Regensburg gedenkt damit jährlich am 23. April der Opfer des Nationalsozialismus. Der Gedenkweg führt dabei an historischen Orten entlang und beginnt am KZ-Außenlager Colosseum in Stadtamhof. Er führt dann über die Steinerne Brücke zum Dom.
Weihbischof Josef Graf beteiligte sich zusammen mit der Oberbürgermeisterin und weiteren Vertretern aus Politik und Glaubensgemeinschaften am Gedenkweg. Am Westportal des Doms sprach er zu den Teilnehmern. Graf erinnerte an die Demonstration 1945 am Dachauplatz und an Domprediger Johann Maier und die Geschehnisse. "Heute, 81 Jahre nach diesen furchtbaren Ereignissen, erinnern wir uns an den Mut vieler Regensburgerinnen und Regensburger, die sich um das Wohl ihrer Kinder und ihrer Stadt mit den vielen Verwundeten und Kriegsversehrten in den Lazaretten sorgten", sprach Josef Graf zu den Zuhörern. "Eine größere Liebe hat niemand als diese, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde", zitierte Graf den Satz aus dem Johannesevangelium, der sich auf dem Gedenkstein für Johann Maier im Dom findet. Graf ermunterte die Teilnehmer, sich von Menschen wie Domprediger Maier inspirieren zu lassen und nicht zu schweigen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten würden
Der weitere Gedenkweg führte die Teilnehmer über den Neupfarrplatz und die Synagoge zum St. Georgen- und Dachauplatz. Dompropst Franz Frühmorgen, Stadtdekan Roman Gerl sowie Weibischof Josef Graf schlossen sich dem Gedenkweg an.
Text und Fotos: Claudia Erdenreich











