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Zur Neuigkeit
Dr. Christian Schaller spricht beim Akademischen Forum Albertus Magnus
„Eschatologische Perspektiven bei Joseph Ratzinger"

Regensburg, 20. April 2026
Kürzlich bot das Akademische Forum Albertus Magnus Regensburg den Rahmen für einen theologischen Vortrag von existenzieller Bedeutung und besonderer Tiefe. Als Referent sprach Dr. Christian Schaller, stellvertretender Direktor des Instituts Papst Benedikt XVI. Unter dem Titel „Eschatologische Perspektiven bei Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.“ eröffnete Schaller einen differenzierten Zugang zu zentralen Fragen von Tod, Auferstehung und christlicher Hoffnung.
Der Tod ist allgegenwärtig – in persönlichen Verlusten, in globalen Krisen, im wachsenden Gefühl menschlicher Endlichkeit. Und doch, so Schaller, spielt er im theologischen wie gesellschaftlichen Diskurs eine erstaunlich geringe Rolle. Christliche Hoffnung sei jedoch keine Jenseitsvertröstung, sondern eine Wirklichkeit, die den Menschen bereits im Hier und Jetzt betrifft.
Bereits das christliche Glaubensbekenntnis bringt diese Spannung auf den Punkt: „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.“ Dieser Satz sei kein randständiger Zusatz des Credos, sondern von grundlegender Tragweite. Der Glaube an das ewige Leben ist für Ratzinger nichts anderes als die Anwendung des Gottesglaubens auf die eigene Existenz. Damit richtet sich seine Kritik gegen ein Gottesbild, das Gott nur noch als abstrakte Hypothese gelten lässt. Wo Gott nicht mehr als handelndes Subjekt der Geschichte verstanden wird, verschwindet auch die Hoffnung auf Vollendung. Ewiges Leben setzt die Überzeugung voraus, dass Gott nicht nur geschaffen hat, sondern auch vollendet.
Unsterblichkeit aus Beziehung, nicht aus Leistung
Unsterblichkeit ist nach christlichem Verständnis weder Produkt menschlicher Leistung noch Ergebnis biologischer Verlängerung. Ratzingers Schlüsselthese lautet: „Unsterblichkeit hat nach christlichem Glauben fundamental mit der Liebe zu tun.“ Ewigkeit entsteht dort, wo der Mensch von Gott gesehen und geliebt wird. Der Mensch erscheint hier nicht als isoliertes Individuum, sondern als dialogisches Wesen. Ewiges Leben ist daher nicht etwas, das dem Menschen äußerlich hinzugefügt würde, sondern die Vollendung einer Beziehung, die im gelebten Leben bereits begonnen hat.
Seele, Freiheit und Ernst
Die Seele ist kein verborgener Teil des Menschen, kein lokalisierbares Substanzstück. Ratzinger beschreibt sie vielmehr als „die Dynamik einer unendlichen Offenheit“. Unsterblichkeit meint deshalb nicht das Weiterbestehen eines Teils, sondern das Fortbestehen der personalen Beziehung zu Gott über den Tod hinaus. Gerade diese Betonung von Freiheit verleiht der Eschatologie ihren Ernst. Wenn Ewigkeit Beziehung ist, dann schließt sie die reale Möglichkeit ein, sich dieser Beziehung zu entziehen. Hölle ist nicht Ort sadistischer Strafe, sondern die tragische Möglichkeit einer endgültig verweigerten Beziehung.
Gericht, Himmel und Auferstehung
Das Fegefeuer ist kein Ort mit räumlichen Koordinaten, sondern ein Geschehen der Begegnung. In der Konfrontation mit Christus tritt die Wahrheit über das eigene Leben ans Licht – schmerzhaft, aber heilend. „Christus selbst ist das Gericht“: Nicht ein anonymes Urteil entscheidet über den Menschen, sondern die Begegnung mit Wahrheit und Liebe in Person. Der Himmel schließlich ist Beziehung – das Mit‑Christus‑Sein. Ewigkeit ist nicht endlose Zeit, sondern der „erfüllte Augenblick“.
Vor diesem Hintergrund wird die Auferstehung als endgültige Ganzwerdung des Menschen verständlich – leiblich und geistig untrennbar. Der Mensch steht als Ganzer vor Gott und wird nur als Ganzer gerettet. Die Auferstehung der Toten ist kein rein individuelles Geschehen, sondern zielt auf die Vollendung der gesamten Schöpfung: Die Welt wird nicht verworfen, sondern verwandelt.
Hoffnung als Vollendung der Beziehung
Viele Fragen nach dem Tod bleiben rational unbeantwortbar. Christliche Hoffnung gründet deshalb nicht auf Berechnung, sondern auf Vertrauen. Ewiges Leben ist die Vollendung einer Beziehung, die im Glauben an Jesus Christus beginnt – hier und jetzt. Christliche Eschatologie ist kein Blick aus der Welt hinaus, sondern ein Hoffnungshorizont, der mitten in der Welt eröffnet wird.
Text: Dr. Christian Schulz, Fotos: © Christian Schulz, © Wiesler





