News Bild Da-Sein in Kunst und Kirche: „Sonnengesang“ in Harting  Künstlergottesdienst am 25. Oktober / Zeitgenössische Interpretation des Gebets aus dem 13. Jahrhundert

Da-Sein in Kunst und Kirche: „Sonnengesang“ in Harting Künstlergottesdienst am 25. Oktober / Zeitgenössische Interpretation des Gebets aus dem 13. Jahrhundert

Home / News

Zwei silbrig glänzende Aluminiumscheiben in einem ursprünglich romanischen Kirchenraum mit barockem Hochaltar: Spannungsreich begegnet sich Kunst aus drei Epochen im Chor von St. Coloman in Harting. Im Rahmen der Aktion „Da-Sein in Kunst und Kirche“ des Diözesanmuseums ist bis 24. November die Installation „Sonnengesang“ des Burglengenfelder Künstlers Heribert Krotter zu sehen. Pfarrer Dr. Christoph Seidl stellt beim Vorabendgottesdienst am Samstag, 25. Oktober, um 18 Uhr die herausfordernde Interpretation des Gebets des Hl. Franziskus von Assisi in den Blickpunkt. Der Künstler ist zum Gespräch mit den Besuchern vor Ort. Musikalisch gestaltet wird die Messe von Gerhard Kolbeck an der Orgel.

„Sonnengesang“: Die silbrig glänzenden Aluminiumscheiben mit einem Durchmesser von jeweils 102 cm sind aus vier Kreissegmenten zusammengesetzt. Und doch bilden sie ein Ganzes, eine Einheit mit ihren vielen kreisförmigen Linien und dem sich aufdrängenden Mittelpunkt.

Werner Miller schrieb in der Zeitschrift „Kunst und Kirche“ zu Krotters Sonnengesang: „Dieses Metall verbietet alles Kitschige und Romantisierende, das uns so vorschnell zur Sonne einfallen mag; es zielt auf das Wesentliche, lässt erahnen, was Franziskus in der Übersetzung von A. Rotzetter vom „Herrn Bruder Sonne“ sagt:

 

„Schön ist er und strahlend mit großem Glanz von dir, Höchster, ein Zeichen.“

Franziskus lobt in seinem Sonnengesang den Schöpfer durch „das Universum der oberen Regionen“, durch die vier Elemente und durch den Menschen. In dieses Lob reiht sich das Metall ein, das für die Moderne, die Technik im Heute stehen kann, das mit seinen konzentrisch angelegten Perforationen die Gesamtheit des Kosmos aufscheinen lässt. So wird dieser SONNENGESANG zum Bekenntnis eines Künstlers unserer Zeit, dass Gott gegenwärtig ist in der Größe der Spiralnebel, in der Winzigkeit der Atome, in der Energiequelle Sonne mit ihrer Leben spendenden Kraft. Mit dieser Scheibe ist die ganze Schöpfung in die Gottesbeziehung hineingenommen; sie führt fort und verlebendigt die neue christliche Frömmigkeit des Franziskus, die eine Frömmigkeit in und mit der Schöpfung ist.“

Die Kirche St. Coloman in Regensburger Stadtteil Harting wurde als romanische Doppelkapelle errichtet. Die Saalkirche mit eingezogenem Chor, einem Langhaus aus dem 12. Jahrhundert sowie Chor und einem Ostturm mit Zwiebelhaube aus dem 18. Jahrhundert erhielt ihre heutige barocke Gestalt durch den Emmeramer Abt Frobenius Forster.