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Zur Neuigkeit
Bischof Voderholzer weiht neue Orgel in Neunburg vorm Wald
„1931 Pfeifen für ein Halleluja!“
Neunburg v. Wald, 17. Oktober 2026
Schon von Weitem kündeten großformatige Plakate auf dem Weg zur Stadtpfarrkirche in Neunburg vorm Wald von einem besonderen Ereignis: „1931 Pfeifen für ein Halleluja!“ Vierzehn lange Jahre hatten die Gläubigen der Stadtpfarrkirche St. Josef und die Mitglieder des 2012 gegründeten Orgelbauvereins auf diesen großen Moment hingefiebert. Nun ging ihr Wunsch endlich in Erfüllung: Die neue „Formklang-Orgel“ aus den Orgelbauwerkstätten Jann und Winterhalter, die seit August auf der Empore im neuen Teil der Kirche Stück für Stück aufgebaut worden war, wurde im Rahmen eines feierlichen Pontifikalgottesdienstes von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer geweiht.
Am Samstagabend herrschte auf dem Brandplatz im historischen Stadtkern von Neunburg vorm Wald erwartungsvolle Feststimmung. Kinder aus allen Neunburger Kindergärten winkten fröhlich mit gelb-weißen Fähnchen. Schon lange bevor der Bischof sich seinen Weg durch die zahlreichen Baustellen zum Ort des Geschehens bahnte, hatten sie sich dort versammelt. Gemeinsam mit der Stadtkapelle, den Fahnenabordnungen der kirchlichen und weltlichen Verbände sowie zahlreichen Gläubigen bereiteten die Kinder dem Regensburger Oberhirten einen herzlichen Empfang. Pfarrer Stefan Wagner begrüßte die Anwesenden. Die Kinder begeisterten mit ihren Liedern nicht nur den hohen Gast. Dieser ließ es sich nicht nehmen, sie anschließend einzeln zu segnen, bevor sich ein langer Festzug formierte und alle gemeinsam in das festlich geschmückte Gotteshaus einzogen.
„Segne diese Orgel, damit sie zu deiner Ehre ertöne …“
„Ein Haus voll Glorie schauet“ – passend zum feierlichen Anlass erklang das wohlbekannte Lied auf der alten Weise-Orgel, die seit fast sechzig Jahren auf der Empore im alten Teil der Pfarrkirche zuverlässig ihren Dienst tut. Gespielt wurde sie von Organist Prof. Steven Heelein. Vom Altarraum aus blickte Bischof Rudolf nach der Begrüßung sichtlich beeindruckt auf das prächtig strahlende Orgelwerk auf der gegenüberliegenden neuen Empore.
Während des Kyrie wechselte der Kirchenmusiker nahezu unbemerkt von einem Ende der Kirche zum anderen, um auf der neuen Empore Chor und Orchester zu leiten. Mit der „Messe in G“ des britischen Komponisten Christopher Tambling (1964-2015) machten Chor und Orchester den Gottesdienst zu einem musikalischen Hochgenuss. In feierlicher Prozession zogen anschließend auch die Zelebranten mit dem Bischof hinauf zur neuen Orgel. „Segne diese Orgel, damit sie zu deiner Ehre ertöne und unsere Herzen emporhebe zu dir!“, lautete der feierliche Segensspruch des Bischofs. Behutsam wurde die Königin der Instrumente mit Weihwasser besprengt. Danach erweckte Prof. Steven Heelein die Orgel mit Händen und Füßen zum Leben.

Jesus verschenkt sich als Brot des Lebens an die Menschen
Auch in der oberbayerischen Heimat des Bischofs werde am „Allerweltskirchweihtag“ der „Zachäus“ herausgehängt, erzählte Bischof Rudolf in seiner Predigt mit Bezug auf das Lukasevangelium. Gemeint sei damit die rot-weiße Kirchweihfahne, die der Legende nach der roten Hose und dem weißen Hemd des Zachäus nachempfunden ist.
„Zachäus, komm schnell herunter, ich muss bei dir zu Gast sein!“, rief Jesus dem Zöllner zu, der auf einem Maulbeerbaum saß, um den Einzug Jesu in Jericho besser sehen zu können. Die Menge empörte sich darüber, dass Jesus ausgerechnet bei dem als Betrüger bekannten Zachäus zu Gast sein wollte. Diesen jedoch berührte die Geste Jesu so sehr, dass er sein Leben änderte und sein Geld fortan denen gab, die es benötigten.
Bischof Rudolf zog eine Parallele zu Jesus, der selbst immer wieder die Gastgeberrolle einnahm und sich im Brot des Lebens den Menschen schenkt. Auch in von Menschen gebauten Kirchen ziehe Gott ein. „Wenn so Großes geschieht, muss es festlich zugehen“, spannte er den Bogen zur Orgelweihe.
„Man hat keine Kosten und Mühen gescheut, diese Königin der Instrumente in Neunburg zu installieren“, rief er erfreut. Die Orgelmusik sei eine wunderbare Kulturtradition, die gepflegt werden müsse. Die Orgel sei wie ein ganzes Orchester, in dem viele Stimmen zusammenkämen – von zarten, leisen Tönen bis hin zu voluminösen, raumfüllenden Klängen. Das alles koste natürlich seinen Preis.
Die Gesamtkosten für die neue Orgel belaufen sich auf 850.000 Euro. Die Diözese steuerte dazu 340.000 Euro bei. Das entspricht 40 Prozent der Gesamtkosten. „Der Dank dafür gebührt Ihnen, liebe Katholiken. Es sind Ihre Steuergelder, die ich in dieses wunderbare Instrument investieren darf“, erklärte der Bischof. Stolze 320.000 Euro steuerte der 2012 gegründete Orgelbauverein St. Josef bei. Den verbleibenden Betrag von 190.000 Euro trägt die Kirchenstiftung St. Josef selbst.
Nach dem Segen stimmten Orgel und Chor das „Te Deum“ an, während sich die Zelebranten zum Auszug formierten. Als Martin Riccabona anschließend die „Toccata“ von Eugène Gigout (1844-1925) spielte, verließ niemand das Gotteshaus. In andächtigem Schweigen ließen sich die Gläubigen zum Abschluss des Gottesdienstes von den wunderbaren Klängen der neuen Orgel berühren. Nach dem letzten Ton brandete begeisterter Applaus auf. Ein Stehempfang im Pfarrheim ließ den eindrucksvollen Festgottesdienst stimmungsvoll ausklingen.
Text und Fotos: Christine Löffler
(jas und SG)






