Bischof Voderholzer spricht beim Ordenstag der Diözese Eichstätt: „Das Wort der Heiligen Schrift wächst mit dem Leser“

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Bischof Rudolf Voderholzer sprach beim diesjährigen Ordenstag der Diözese Eichstätt. Das alljährliche Treffen wurde in diesem Jahr in der Benediktinerabtei Plankstetten veranstaltet. Rund 125 Ordensfrauen und – männer nahmen an der Begegnung teil.

Im Mittelpunkt des Tages stand das Referat des Regensburger Oberhirten: „Das Wort der Heiligen Schrift wächst mit dem Leser. Gedanken zum so genannten geistigen Sinn der Schrift“. Nach der Begrüßung durch den bischöflichen Beauftragten der Diözese Eichstätt für die Orden, Domkapitular Josef Blomenhofer, einer Einstimmung durch die Ordensreferentin, Sr. Cornelia Böhm, und einem einleitenden Gebet durch den Bischof, folgte der Vortrag, der, unterstützt durch Bildern, ein tieferes Verständnis der Heiligen Schrift erschloss.

Bischof Rudolf Voderholzer legte dar, dass sich in den Texten der Heiligen Schrift mehrere Sinnebenen finden. Hierbei stellte er besonders den Literalsinn und den geistigen Sinn der Schrift heraus und machte anhand von Beispielen aus der Bibel, von Bildern und Texten geistlicher Autoren den Unterschied zwischen diesen beiden Sinnebenen deutlich: Während sich der Literalsinn auf den vorliegenden Text und seine historischen Hintergründe beziehe, versuche der geistige Sinn die Schrift zu deuten, indem das Gelesene auf Jesus Christus bezogen werde, so Bischof Voderholzer.

Jesus von Nazareth stelle diese Form der Schriftdeutung in der Emmauserzählung den Gläubigen vor und schon bald wird sie von den Jüngern praktiziert, so in der Darstellung der Taufe des äthiopischen Kämmerers. Indem Texte des Neuen Testaments auf das Alte Testament bezogen werden, ihre Verbindungen bedacht und betrachtet werden, wachse das Wort der Heiligen Schrift mit dem Leser, der zugleich der Hörer ist, und schenke als Frucht einen wachsenden Glauben an Jesus Christus, erläuterte der Regensburger Oberhirte.

Anhand von Psalmen aus dem Brevier der Weltpriester erklärte der Bischof, dass die Kirche durch diese Meditationsform versuche, im täglichen Stundengebet ein Wachstum des Wortes Gottes beim Beter einzuleiten. Dieses Schriftverständnis finde sich auch in der sonntäglichen Leseordnung der Eucharistiefeier. Hier werde die alttestamentliche Lesung durch fünf verschiedene Gesichtspunkte auf das Evangelium bezogen.

Das Referat endete mit einer kurzen Aussprache und einem anregenden Gedankenaustausch über die praktische Umsetzung des Gehörten in die tägliche Praxis der Schriftlesung.