bischof voderholzer mit propst maximilian am kreuzweg betend.

Kreuzweg von Bischof Rudolf am dritten Fastensonntag in Dünzling

Im Kreuz ist Heil


Dünzling, 8. März 2026

Rund 200 Gläubige beteten am Nachmittag des dritten Fastensonntags gemeinsam mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer den Kreuzweg im Freien an der historischen Kreuzweganlage mit Mariengrotte in Dünzling. Bei guter Witterung standen dabei Gebete des heiligen Franz von Assisi aus dem „Votiv-Officium vom Leiden des Herrn“ im Mittelpunkt der Betrachtungen. In ihnen wurde die große Liebe des Heiligen zu Gott, den Menschen und der ganzen Schöpfung spürbar, dessen Tod sich in diesem Jahr zum 800. Mal jährt.

Am Eingang der als Kleinod der Volksfrömmigkeit geltenden Kreuzweganlage begrüßte Propst Maximilian Korn CRV von den Augustiner-Chorherren in Paring, der die Expositur St. Martin in Dünzling seelsorglich betreut, den Bischof und die zahlreichen Gläubigen. Die von den Dünzlingern liebevoll gepflegte Anlage am Waldrand östlich des Ortes wurde um 1900 errichtet. Sie umfasst 14 Kreuzwegstationen sowie eine grottenartige Kapelle mit einer Darstellung der Gottesmutter. Errichtet wurde der Kreuzweg zur Erinnerung an den napoleonischen Feldzug von 1809 und als Ausdruck der katholischen Volksfrömmigkeit. Heute gilt er als Bau- und Flurdenkmal des rund 400 Einwohner zählenden Ortes mit seiner Expositurkirche St. Martin. Bischof Voderholzer zeigte sich erfreut über die gepflegte Anlage: „Die vielen Kreuzwege in unserem Bistum, die sich im öffentlichen Raum befinden und die ich immer wieder neu entdecke, geben mir eine gute Gelegenheit, meinen Weg ins Bistum fortzusetzen. Deshalb freue ich mich, heute zum ersten Mal in Dünzling zu sein.“ Besonders würdigte er den Einsatz der Dorfgemeinschaft um Adolf Waldmannstetter und zahlreicher Helfer sowie der örtlichen Vereine, die die Anlage regelmäßig instandhalten.

„Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

Die Gebete zu den diesjährigen Kreuzwegen wurden vom Liturgiereferat des Bistums vorbereitet und greifen das Jubiläumsjahr zum 800. Todestag des heiligen Franziskus auf. Dieser habe die Verehrung des Kreuzes in besonderer Weise gelebt, betonte der Bischof. In den letzten Jahren seines Lebens sei ihm sogar das Geschenk der Wundmale Christi zuteilgeworden – ein Zeichen seiner tiefen Verbundenheit mit Jesus Christus. Der bekannte Huldigungsruf „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich“, der vom Fest der Kreuzerhöhung bekannt ist, wurde bei dieser Kreuzwegandacht mit Worten des heiligen Franziskus erweitert: „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, hier und in allen deinen Kirchen auf der ganzen Welt.“ Damit werde die universale Perspektive des Glaubens sichtbar, erklärte der Bischof: die weltweite Gemeinschaft der Kirche in der Verehrung Christi. Auch das im Gebetsheft abgebildete Franziskuskreuz von San Damiano spielte eine Rolle in den Betrachtungen. Vor diesem Kreuz habe Franziskus einst um Erleuchtung seiner inneren Finsternis gebetet und dort den Auftrag empfangen, die Kirche wieder aufzubauen. Bald habe er erkannt, dass es dabei nicht um Steine, sondern um das geistliche Haus der Gläubigen gehe. Zur Eröffnung des Kreuzweges betete der Bischof gemeinsam mit den Gläubigen: „Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung.“

Angeführt von Ministranten mit dem Kreuz zog die Gebetsgemeinschaft anschließend von Station zu Station. Bischof Voderholzer ging gemeinsam mit Propst Maximilian und den Mitbrüdern der Augustiner-Chorherren aus Paring den Weg von der ersten Station – „Jesus wird zum Tode verurteilt“ – bis zur vierzehnten Station – „Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt“. Besonders eindrucksvoll war das Gebet vor dem Kreuz von San Damiano: „Höchster, glorreicher Gott, erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, sichere Hoffnung und vollendete Liebe.“ Die Schriftlesungen wurden abwechselnd von Bettina Kabl vom Frauenbund Dünzling und Stefan Luxi von der Freiwilligen Feuerwehr Dünzling vorgetragen. Den Abschluss bildete die Kapelle bei der Mariengrotte mit einer lebensgroßen Figur der Gottesmutter, die von einem goldenen Sternenkranz umgeben ist. In seinen Schlussworten dankte der Bischof besonders den Vereinen und Verbänden, die mit ihren Fahnen am Kreuzweg teilgenommen hatten. Zugleich würdigte er das Engagement vieler Familien und Gruppen, die einzelne Stationen gestiftet haben.

Der Kreuzweg, so der Bischof, erinnere daran, dass Christus alle menschlichen Leidenswege mitgegangen sei und durch das Kreuz den Weg zum ewigen Leben eröffnet habe. Er ermutigte die Gläubigen, diesen Ort weiterhin zu nutzen: als Ort der Besinnung, der Erholung und des Gebets. Auch die sorgfältige Gestaltung der Stationen hob er hervor. Neben den Bilddarstellungen befinde sich an jeder Station ein Holzkreuz – ein bewusstes Zeichen dafür, dass das Kreuz Christi im Mittelpunkt des Kreuzweges steht. Zum Abschluss berichtete der Bischof noch von einer Ausstellung im Kloster Seligenthal in Landshut, die ein Faksimile des Grabtuchs von Turin zeigt. Ein Besuch könne helfen, die Fastenzeit bewusst zu gestalten und den Glauben zu vertiefen. Mit dem Segen des Bischofs und dem Marienlied „Christi Mutter“ endete die etwa einstündige Kreuzwegandacht.

Text und Bilder: Martin Haltmayer
(jas)

 



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