Der Leiter des Sudetendeutschen Musikinstituts Dr. Christoph Meixner erläutert einem Besucher die Exponate mit der Original-Unterschrift von Richard Strauss.

Sudetendeutsches Archiv beim Tag der Archive

Erinnerungskultur stärken, extreme Entwicklungen verhindern


Regensburg, 10. März 2026

Unter dem Titel „Alte Heimat – neue Heimat“ stand am 7. März der vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare organisierte „Tag der Archive“. Daran beteiligten sich in Regensburg mit einer gemeinsamen Veranstaltung auch die Stabsstelle für Gedenk- und Erinnerungsarbeit sowie Extremismusprävention der Stadt Regensburg, das Sudetendeutsche Musikinstitut (SMI) und das Sudetendeutsche Archiv. Als Ort hatten die drei Veranstalter die Weinschenk-Villa gewählt. Diese will das SMI künftig verstärkt für Veranstaltungen nutzen.

In den repräsentativen Räumen im Erdgeschoss waren zwischen 11 und 17 Uhr auch Exponate sowie Filme zu einzelnen Themen zu sehen. Natürlich standen die Vertreter der Einrichtungen – Martina Köglmeier (Stabsstelle für Gedenk- und Erinnerungsarbeit sowie Extremismusprävention), Dr. Christoph Meixner (Sudetendeutsches Musikinstitut), Ingrid Sauer (Sudetendeutsches Archiv) - für Auskünfte zur Verfügung.

Dokumente zur Patenschaftsübernahme durch die Stadt Regensburg im Jahr 1951

Da die Stadt Regensburg vor 75 Jahren, konkret am 10. November 1951, die Patenschaft über die Sudetendeutschen übernahm, hatte das Sudetendeutsche Archiv in einer Vitrine mehrere Exponate dazu ausgestellt: das Schreiben des damaligen Oberbürgermeisters von Regensburg Georg Zitzler vom 23. Januar 1951 und die spontane Antwort nur kurz darauf seitens des ersten Sprechers der Sudetendeutschen Landsmannschaft Dr. Rudolf Lodgman von Auen. Dazu Presseberichte, das Allianzwappen Regensburg-Sudetenland, das Goldene Buch mit den Unterschriften Lodgman von Auens und des damaligen stellvertretenden Regensburger Kreisobmanns der Sudetendeutschen Landsmannschaft Dr. Karl Pfluger. Ergänzend war auch die Urkunde zur Schirmherrschaft des Freistaates Bayern über die Sudetendeutsche Volksgruppe, die im Jahr 1954 vollzogen wurde, zu sehen – beurkundet aber erst am 9. November 1962 durch Ministerpräsident Hans Erhard.

Jahrhundert-Geiger Gerhard Taschner und Richard Strauss

Dem vor 50 Jahren verstorbenen „Jahrhundert-Geiger aus Jägerndorf/Krnov“ Prof. Gerhard Taschner widmete das Sudetendeutsche Musikinstitut das Gedenken. In der Vitrine waren Briefe von ihm an seine Mutter zu lesen, eine Infotafel informierte über die wichtigsten Etappen seines Lebens und Wirkens. Vor allem sei erwähnt, dass Wilhelm Furtwängler im Jahr 1941 den damals erst 19-jährigen Taschner als jüngsten ersten Konzertmeister zu den Berliner Philharmonikern holte. Zuvor war Taschner ab 1939 in der gleichen Position am Stadttheater Brünn tätig. Daher wird das SMI diesen Musiker auch beim Sudetendeutschen Tag – heuer in Brünn – am Pfingstwochenende würdigen. In einer weiteren Vitrine war eine Original-Unterschrift von Richard Strauss zu sehen, ein Film beleuchtete die Hintergründe der heutigen Bamberger Symphoniker. Dieses weltweit bekannte Orchester hat seine Ursprünge im Deutschen Philharmonischen Orchester Prag. Frühere Mitglieder dieses Ensembles bildeten die Basis für die Bamberger Musikgruppe.

Original-Presseberichte aus den 1950er Jahr für das Sudetendeutsche Archiv

Natürlich hatte auch Martina Köglmeier viel Informationsmaterial von ihrer Stelle mitgebracht. Unter den Besuchern waren Bürgermeisterin Astrid Freudenstein, Bezirks- und Stadträtin Bernadette Dechant, Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, SL-Landesfrauenreferentin Sigrid Ullwer-Paul und SL-Kreisobmann Franz Weschta. Dieser hatte – sehr zur Freude von Ingrid Sauer – einen Ordner mit originalen Zeitungsberichten aus den 1950er Jahren dabei und übergab diese Sammlung an das Sudetendeutsche Archiv. In dem Ordner war ferner eine Abbildung des o.g. Allianzwappen, so dass ein richtiger Eindruck davon entstehen konnte.

Am Nachmittag, als zur Kaffeezeit der Besucherstrom anstieg, stellten Ingrid Sauer, Martina Köglmeier und Dr. Christoph Meixner in Kurzvorträgen ihre Einrichtungen vor und wiesen darauf hin, dass sie künftig stärker kooperieren werden. Denn das Hauptanliegen, nämlich die Erinnerung zu bewahren, Erinnerungskultur zu stärken und damit extremen Tendenzen zu begegnen, eint die drei Institutionen.


Text: Markus Bauer

(kw)



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