News Bild Bischof Voderholzer auf dem Armesberg
Bischof Voderholzer auf dem Armesberg

Junger Mann bittet um Aufnahme

Home / News

Kulmain / Armesberg, 13. Juni. Am vergangenen Sonntag hat die katholische Kirche das Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit gefeiert, den Dreifaltigkeitssonntag. Es ist der Auftakt für die Sonntage nach der Osterzeit, wird also am Sonntag nach Pfingsten gefeiert. An diesem Tag besuchte Bischof Rudolf die Pfarrei Kulmain, die zum Dekanat Tirschenreuth-Wunsiedel gehört. Aus gutem Grund, denn er verband seinen Pastoralbesuch mit dem Patroziniumsfest der Wallfahrtskirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit auf dem Armesberg. Ortspfarrer Markus Bruckner hieß den Bischof herzlich willkommen: „Sie sind der erste Regensburger Bischof, der uns auf dem Armesberg besucht!“ Zusammen mit Pfarrvikar Dr. Justin Kishimbe freute er sich auf das stärkende Wort des Bischofs.

Auf dem Weg zur Taufe gesalbt

Sebastian Goldmann, ein junger Mann, hatte darum gebeten, als Taufbewerber aufgenommen zu werden; Bischof Rudolf entsprach dieser Bitte: „Bei der Taufe werden Sie dann gefragt, ob Sie an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist glauben.“ Er salbte Sebastian Goldmann die Hände mit Katechumenen-Öl und wünschte ihm einen guten Weg in das Katechumenat, in die Einführung zum Glauben.

Sehr ergriffen: Jürgen Christl

Jürgen Christl aus Witzlasreuth erzählte nach dem Gottesdienst, dass ihn das Fest stark ergriffen habe: „Wir sind seit langem mit der Wallfahrtskirche verbunden. 1998 haben Claudia und ich hier geheiratet, heute hat unsere Tochter Leni mit Musik gemacht. Ich bin von großer Freude erfüllt.“ Und ähnlich ging es vielen anderen, die einfach glücklich darüber waren, dass ihr Bischof zu ihnen kam. Ganz in diesem positiven Sinne richtete der Diözesanbischof seinen besonderen Dank an den Kirchenchor Kulmain und die Instrumentalisten, die den Festgottesdienst so schön musikalisch gestaltet hatten.

Ehrenamt auf der Bergspitze

Gewiss braucht es Menschen, die sich ehrenamtlich um eine Wallfahrtskirche kümmern, die außerhalb der Gemeinde auf einer Bergspitze steht. Am Armesberg sind das Pfarrsekretärin Christine Sollfrank und ihr Mann Albert, der gewähltes Kirchenverwaltungsmitglied und Kirchenpfleger ist.

Das Leben der Gläubigen

Auf das Leben der Gläubigen ging Bischof Rudolf in seiner Predigt ein: „Wann verbinden wir das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott, Vater, Sohn und Geist, mit dem Kreuz?“ Diese Frage richtete er an die Ministranten und Kinder im Festgottesdienst. „Ja, eine gottesdienstliche Versammlung oder ein privates Gebet mit Kindern beginnen wir ,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘ und zeichnen über uns ein Kreuz.“

Erkennungszeichen

In dieser einfachen Geste, in den einfachen Worten sei unser ganzer Glaube zusammengefasst, es sei das Erkennungszeichen der Christen. Es sei ein kleines, aber unerschöpfliches Symbol. Damit machte der Bischof darauf aufmerksam, dass es beim Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit um ein entscheidendes Geheimnis des christlichen Glaubens geht.

Das Wichtigste: die Liebe Gottes

„Das Kreuz offenbart die Liebe des dreifaltigen Gottes. Jesus ist als Gesandter gekommen, um das Reich Gottes in dieser Welt schon gegenwärtig sein zu lassen. Er hat uns seinen Vater nahegebracht.“ Das habe nicht überall Zustimmung gefunden, vor allem nicht bei den Führern des Volkes. Sie haben ihm bei seiner Verkündigung und seinem Anspruch Gotteslästerung unterstellt und beschlossen, ihn zu kreuzigen. Jesus hat das Kreuz auf sich genommen, um uns seine Liebe bis zur Vollendung zu erweisen. „Er hat dort seinen Geist ausgehaucht, um uns damit zu erfüllen. Jesus, unser Herr, hat das Kreuz verwandelt in das Zeichen der unendlichen Liebe Gottes.“

Ergreifen lassen statt begreifen

Die göttliche Dreieinigkeit müssen wir nicht begreifen, sondern davon sollen wir uns ergreifen lassen, machte Bischof Rudolf die zentrale Glaubenswahrheit für viele Gläubige anschaulich.

Zunicken, aber freundlich

Als Bischof Rudolf nach dem Vater Unser zum Friedensgruß einlud, sagte er: „Nickt einander freundlich zu als Zeichen des Friedens in dieser Noch-Corona-Zeit.“

In Verbindung sein

Bei seinen Pastoralbesuchen will sich der Bischof ein Bild von der Gemeinde machen, sich die Entwicklung der Pfarrei zeigen lassen und mit dem Pfarrer und den Gremien vor Ort in Verbindung sein. Dr. Rudolf Voderholzer äußerte sich nach dem Gottesdienst: „Der Bischof sieht so einiges bei seinem Pastoralbesuch. Hier ist alles in guter Ordnung.“ Peter Pirner

Weitere Infos

Der Armesberg (731 Meter) ist ein weithin sichtbarer, bewaldeter Basaltkegel im Landkreis Tirschenreuth/Oberpfalz. Er liegt an der alten Handelsstraße von Eger nach Nürnberg. Auf dem Gipfel befindet sich die historisch wertvolle und denkmalgeschützte Wallfahrtskirche. Im Jahr 1678 wurde bereits eine Kapelle errichtet, die am Sonntag nach Pfingsten, also am Dreifaltigkeitsfest, im Beisein von 3.500 Menschen eingeweiht wurde. Heute steht auf der Bergspitze die Wallfahrtskirche „Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“, ein wuchtiger Rundbau mit vorgebautem Turm aus dem Jahr 1836. Ebenfalls am Dreifaltigkeitsfest erfolgte die kirchliche Weihe. Und am Dreifaltigkeitssonntag 1839 wurde dort die erste Heilige Messe zelebriert.