Ammerthal, 29. März 2025
Zum Diözesantag der DJK-Sportvereine der Diözese waren die Delegierten und Gläubigen in diesem Jahr nach Ammerthal zur dortigen DJK eingeladen. Die DJK (Deutsche Jugendkraft) ist der katholische deutsche Sportverband mit Sitz in Düsseldorf. Er ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als „Verband mit besonderer Aufgabenstellung“. Bundesweit sind in 23 Diözesanverbänden 1.200 DJK-Sportvereine organisiert, die über 500.000 Mitglieder betreuen.
Auch Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltung zu besuchen und mit den Vereinsvertretern und zahlreichen Gläubigen aus der Pfarrei Ammerthal den Tag mit einem festlichen Gottesdienst zu eröffnen. Neben zahlreichen Vertretern des Diözesanverbandes konnten auch der Ammerthaler Bürgermeister Anton Peter, Amberg-Sulzbachs Landrat, Richard Reisinger, sowie der geistliche Beirat der Diözesanvorstandschaft, Roman Gerl begrüßt werden.
Passend zum Anlass ging Bischof Rudolf in seiner Predigt auf die Bedeutung der Vereine allgemein, und der DJK-Sportvereine im Besonderen ein. Er erzählte, wenn man früher an einer Bushaltestelle bei einer Schule mit dem Auto vorbeikam, musste man besonders besonnen und sehr, sehr vorsichtig vorbeifahren. Man musste immer damit rechnen, dass irgendwo ein Ball auf die Straße rollt, oder die Kinder Fangen spielten. Heute sei dies ganz anders. Neun von zehn jungen Leuten würden dastehen und an ihrem Smartphone tippen oder wischen. Der Bischof zeigte sich besorgt über diese Entwicklung und die Gefahr einer Abhängigkeit. Vor allem habe sich nach der Coronapandemie das Sozialverhalten Jugendlicher nach Ansicht von Psychologen und Psychotherapeuten nochmals nachhaltig geändert. Nicht wenige würden darunter leiden, keine persönlichen Kontakte mehr zu haben und seelisch krank werden, so der Bischof. Da sei es ein Segen, wenn es Vereine, wie auch die DJK-Sportvereine gebe, die den jungen Leuten eine andere Perspektive aufzeigten und bei denen das praktiziert wird, was zu einem gelingenden Menschsein unbedingt dazugehöre.
Pflege der natürlichen Intelligenz
Heute werde viel über künstliche Intelligenz gesprochen. Wir werden lernen müssen, gut und vernünftig damit umzugehen, so der Bischof. Medienkompetenz gehöre heute zu den ganz wichtigen Herausforderungen, die wir brauchen. Man dürfe aber dabei auch nicht die natürliche Intelligenz übersehen. Kopfrechnen, einmal ein Gedicht auswendig lernen oder sich an Regeln eines gemeinsamen Miteinander zu halten, sei nicht zu vernachlässigen, empfiehlt der Diözesanbischof. Hier seien Vereine und vor allem Sportvereine wunderbare Einrichtungen zur Pflege der natürlichen Intelligenz. In Vereinen würden Werte und Verhaltensweisen eingeübt, die das menschliche Zusammenleben bereichern. Auch die Familie sei hierfür ein wichtiger Lernort, oftmals funktioniere dies aber nicht mehr ausreichend. Da könne ein Verein eine wichtige Lücke füllen. Diese Räume des Miteinanders, des gemeinsamen Einübens von Fairness, Rücksichtnahme und anderen christlichen Grundwerten, seien immens wichtig, führte Bischof Rudolf aus.
Dabei sieht der Oberhirte auch keinen Widerspruch, wenn man sich gleichzeitig im Verein einbringt und sich auch als Ministrantin oder Ministrant engagiert. Dies sei ihm besonders bei DJK-Vereinen wichtig. Es sei ein Segen, dass es intaktes Vereinsleben in den Pfarreien gebe. Der Bischof drückte damit seinen Dank an alle aus, die sich in Vereinen engagieren. Sie erfüllen einen großen und wichtigen Dienst für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, zum Segen und Heil für die Gesellschaft und für die Kirche, so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer abschließend.
Im Anschluss an die Feier der Heiligen Messe trafen sich die Delegierten in der Schulturnhalle zur Tagung. Dabei wurden zunächst verdiente Personen aus den Vereinen für ihr Engagement geehrt. Insbesondere die „Stillen Stars“, welche oft im Hintergrund bleiben und sich dort einbringen. Jene, die Arbeiten und Aufgaben übernehmen, die von Vielen oft nicht gesehen werden, aber für ein intaktes und reibungsloses Vereinsleben stets wichtig sind. Die Ehrung von verdienten Personen, für ihren Einsatz im Diözesanverband schloss sich an. Danach wurde die Neuwahl des Diözesanvorstandes durchgeführt. Zum Ende der Veranstaltung gab es noch Informationen für die Vereine und Zeit zur Aussprache.
Text und Fotos: Wolfgang Schöpf
(jas)