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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf trifft Provinzial der Franziskaner-Minoriten der Krakauer Provinz
„Zum Dienst in Deutschland ermutigen“
Regensburg, 15. September 2025
Vergangenen Donnerstag besuchte Pater Krzysztof Bobak OFM, Provinzial der Polnischen Franziskaner-Provinz der Mutter Gottes von den Engeln mit Sitz in Krakau, Bischof Rudolf in Regensburg. Dem Krakauer Provinzialat unterstehen die beiden Franziskanerklöster unserer Diözese Neukirchen bei Hl. Blut und das auf dem Mariahilfberg in Amberg. Im Rahmen einer Visitationsreise des Provinzials kam es zu einem fruchtbaren Austausch, den der Regensburger Bischof spontan mit einer Führung durch die Krippensammlung des Bistums ausklingen ließ.
Begleitet wurde der Polnische Ordensvorsteher von Pater Seraphin Broniowski OFM und Pater Clemens Wojciech Swierz OFM vom Amberger Franziskanerkloster und von Dr. Augustinus Kozdra vom Kloster in Neukirchen bei Hl. Blut. Mit dabei hatten die Gäste ein Geschenk aus der Krakauer Heimat, nämlich eine Krippe aus Salz. Außerdem nahm Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Ansprechpartner des Bistums für die Orden und Geistlichen Gemeinschaften, am Treffen teil.
Priesternachwuchs in Polen und die neuesten Entwicklungen im Amberger und im Neukirchener Kloster
Wie es um den Priesternachwuchs in der Polnischen Provinz steht war eines der zentralen Themen des Gesprächs. Leider schlägt sich auch dort seit ein paar Jahren der Rückgang der Berufungen nieder: Das für vier polnische Provinzen zuständige Krakauer Priesterseminar zählt derzeit etwa 20 Studenten, während es vor 20 Jahren allein in Krakau über 40 Studenten gab. Trotz dieser Tendenz müssten jedoch keine Ordensleute aus den Franziskanerklöstern der Regensburger Diözese abgezogen werden, so Provinzial Bobak. Im Gegenteil sei ihm ein großes Anliegen, junge Kleriker zu ermutigen, deutsch zu lernen und Dienst in Deutschland zu tun.
Pater Seraphin berichtete von den neuesten Entwicklungen im Amberger Kloster und zeigte sich vor allem zufrieden mit dem Erfolg des Amberger Bergfestes. Die Anzahl der Gläubigen, die in diesem Jahr teilgenommen haben, sei sehr erfreulich gewesen und es seien auch viele neue Pilger dazu gekommen.
Pater Augustinus berichtete über die Herausforderungen, die die Leitung einer großen Pfarreiengemeinschaft mit sich bringen. Seit September 2024 hat der Franziskaner das Amt des Gemeindepfarrers der Pfarreiengemeinschaft Neukirchen b. Hl. Blut (mit der Expositur Rittsteig und Eschlkam) und der Expositur Warzenried inne. Zwei große Ereignisse beschäftigten die Menschen dort intensiv, auch danach erkundigte sich Bischof Rudolf. Es sind: die Neukirchener Fußwallfahrt im Mai und die „Rückkehr der Neukirchener Madonna“ am gestrigen Sonntag, 14. September. Bei der Rückkehr der Madonna wird das Gnadenbild zur Wallfahrtskirche zurückgebracht und ein Pontifikalgottesdienst, gestern mit Bischof Reinhard Pappenberger, gefeiert.
Krippenführung inklusive
Im Anschluss an den Austausch lud Bischof Rudolf seine Gäste zu einer spontanen Führung durch die umfangreiche Sammlung der Regensburger Weihnachtskrippen ein. Hier fand die Salzkrippe der franziskanischen Gäste gleich eine neue Heimat. Neben vielen anderen Ausstellungsstücken stand natürlich die Krakauer Krippe - Szopka Krakowska – als Ausdruck der Krakauer Religiösität im Zentrum der Führung.
Franziskanermönche in Polen
Um 1234 kamen die Franziskaner nach Polen und gründeten ihr erstes Kloster in Breslau. In Krakau wurden sie spätestens 1237 ansässig – vermutlich durch Unterstützung von Fürst Heinrich dem Frommen, seiner Frau Anna und deren Schwester Agnes. Bis Anfang des 14. Jahrhunderts existierten in Polen rund 40 Klöster. Im 15. Jahrhundert kam es zur Aufspaltung in Konventualen (Franziskaner) und Observanten (Bernhardiner). Die Reformation und die Teilungen Polens schwächten den Orden, doch ab Ende des 19. Jahrhunderts begann ein Wiederaufbau.
Die Franziskanerprovinz Krakau ist eine von drei polnischen Ordensprovinzen der Franziskaner-Minoriten. Sie entstand aus dem ursprünglichen Kloster in Krakau, das im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Religiöser Bezugspunkt der Provinz ist die gotische Franziskanerbasilika in Krakau aus dem 13. Jahrhundert. Heute zeigt sich die Kirche äußerlich als gotisches Bauwerk mit neugotischem Innenraum. 1920 wurde das Gebetshaus zur basilica minor erhoben.
Text: Silke Schötz
(SSC)











