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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf führt Pfarrer Franz Reitinger als neuen Regionaldekan ein
„Gott selbst ist der Lohn“
Regensburg/Deggendorf, 22. September 2026
Mit einem feierlichen Pontifikalamt in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Deggendorf hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Sonntagabend Pfarrer Franz Reitinger offiziell in sein Amt als Regionaldekan für die Region Straubing-Deggendorf eingeführt. Er folgt auf Monsignore Johannes Hofmann, der dieses Amt seit Oktober 2020 innehatte.
Zahlreiche Gläubige sowie Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft nahmen an dem Gottesdienst teil, darunter auch Gäste anderer christlicher Konfessionen. Der bisherige Regionaldekan Johannes Hofmann betonte zu Beginn, der Besuch des Bischofs setze ein Zeichen dafür, „nahe bei den Menschen und ihren Pfarreien, in den Dekanaten und Regionen zu sein“. Hofmann wurde zum 1. September zum Domvikar ernannt und ist seitdem stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Orden und geistliche Gemeinschaften.
Mit Bischof Rudolf konzelebrierten unter anderem Msgr. Johannes Hofmann, Regionaldekan Franz Reitinger, Dekan Josef K. Geismar und Prodekan Martin Nissel. Die musikalische Gestaltung übernahmen Regionalkantor Pius Schuhbaum an der Orgel, Kirchenmusiker Conrad Jocher als Kantor sowie das Blechbläserkonsortium unter der Leitung von Oliver Kellermeier.
Gnade und Freude, von Gott in den Dienst genommen zu sein
In seiner Predigt griff Bischof Dr. Voderholzer das Sonntagsevangelium von den Arbeitern im Weinberg auf. Im Gleichnis erhalten alle Arbeiter trotz unterschiedlich langer Arbeitszeit denselben Lohn. Der Bischof machte deutlich, dass der Lohn für den Dienst im Weinberg Gottes nicht allein unter dem Gesichtspunkt materieller Entlohnung betrachtet werden könne. Wer sich in Gottes Dienst stelle, finde darin Freude und Erfüllung.
„Es geht darum, dass Gott selbst der Lohn ist für diejenigen, die sich in seinen Dienst stellen. Und da gibt's eben keinen halben Denar oder eineinhalb, sondern der Lohn ist Gott selber: die Gnade, die Freude, von Gott in Dienst genommen zu sein und von ihm her Erfüllung im Leben zu empfangen.“
Bischof Voderholzer erinnerte an Papst Benedikt XVI., der sich nach seiner Wahl als „einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn“ bezeichnet hatte. Dieses Bild übertrug er auf die pastorale Arbeit und dankte den haupt- und ehrenamtlich Engagierten. An Franz Reitinger gewandt sagte er: „Und Herr Pfarrer Reitinger, wir werden zusammenhelfen und schauen, dass wir das Unsrige dazu beitragen können, dass der Dienst froh macht, dass der Dienst Erfüllung bringt und seinen Lohn letztlich in sich selber hat.“
Auch die Aufgabe der Visitation stellte der Regensburger Oberhirte heraus. Sie sei nicht in erster Linie als Kontrolle zu verstehen, sondern bedeute vor allem: „Aufschauen, Hinschauen, Loben, Danken, Bestärken!“
Zusammenhalt für die Verkündigung
Im Anschluss verlas der Bischof die Ernennungsurkunde, mit der Pfarrer Franz Reitinger zum 1. September zum Regionaldekan für die Region Straubing-Deggendorf bestellt wurde. Reitinger dankte für das entgegengebrachte Vertrauen und stellte den gemeinsamen kirchlichen Auftrag in den Mittelpunkt: „Ich glaube, dass wir heute mehr denn je diesen Zusammenhalt untereinander brauchen, um das Evangelium Jesu Christi mit Freude und Überzeugung zu verkünden, es den Menschen anzubieten.“
Begegnung und Grußworte beim Empfang
Beim anschließenden Stehempfang im Pfarrsaal St. Martin überbrachte der bayerische Staatsminister Christian Bernreiter die Glückwünsche der Staatsregierung. Er gratulierte auch im Namen des Vorsitzenden des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen im Bayerischen Landtag, Josef Zellmeier, der ebenfalls anwesend war. Bernreiter verwies auf die angespannte weltpolitische Lage und die Wahlen an diesem Sonntag. Er wünsche sich, dass die Kirche in diesen unruhigen Zeiten Orientierung gebe, Mut mache und Gottvertrauen ausstrahle. Bernreiter bat um eine enge Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche, da beide für dieselben Menschen da seien, und sagte die Unterstützung des Freistaates Bayern zu.
Deggendorfs Oberbürgermeister Dr. Christian Moser zeigte sich stolz darauf, dass das Amt des Regionaldekans nun wieder in Deggendorf angesiedelt sei. Da er selbst der Pfarrei St. Martin angehöre, freue ihn diese Ernennung ganz besonders. Im Namen der Stadt Deggendorf gratulierte er Franz Reitinger herzlich und wünschte ihm für seine neuen regionalen Aufgaben alles Gute.
Landrat Bernd Sibler erinnerte an eine gemeinsame Pilgerreise ins Heilige Land im Jahr 1996 und seine langjährige Verbundenheit mit Franz Reitinger. Ausgehend von den damals erlebten Kontrasten – von tiefgehenden religiösen Gesprächen und heiteren Momenten am See Genezareth bis hin zu den erschütternden Eindrücken eines Anschlags in West-Jerusalem – wünschte er dem neuen Regionaldekan für seine neue Aufgabe Gelassenheit und Standfestigkeit.
Die evangelische Dekanin des Donaudekanats, Karolin Gerleigner, gratulierte in ökumenischer Verbundenheit und überreichte das Buch des Donaudekanats. An dem Gottesdienst hatten zudem die evangelische Pfarrerin Barbara Kovarik sowie Vater Nikolaus Klein von der rumänisch-orthodoxen Gemeinde teilgenommen.
Text und Fotos: Sabrina Melis
(jas und SG/chb)








