4 personen sprechen die Fürbitten

Bischof Rudolf feiert Pontifikalamt anlässlich des Jubiläums 75 Jahre Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg

„Vergelt´s Gott für Ihren Dienst am Leben“


Regensburg, 5. Oktober 2025

„Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Krankenhaus St. Josef, ich danke Ihnen von Herzen für Ihren Dienst an den Kranken, für Ihren Dienst am Leben“, mit diesen Worten richtete sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an die zahlreich am Sonntagvormittag im Regensburger Dom erschienenen Gläubigen, die zum Pontifikalamt anlässlich des Jubiläums 75 Jahre Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg gekommen waren. 

Mit Bischof Rudolf feierten nicht nur die Vertreter des Domkapitels, Dompropst Dr. Franz Frühmorgen und Domdekan und Generalvikar Dr. Roland Batz, dieses Festhochamt, sondern auch Vertreter der Caritas: Domkapitular Michael Dreßel, Vorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Regensburg, Prälat Bernhard Piendl, bis vor Kurzem langjähriger Landescaritasdirektor in Bayern, sowie Msgr. Johannes Hofmann, Mitglied des Caritas-Rates, und der Regensburger Stadtdekan Roman Gerl. Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann, auch ständiger Diakon, versah den liturgischen Dienst am Altar. Die Festtagsfreude wurde durch den Gesang eines Vocalensembles ehemaliger Domspatzen unter Leitung von Karl-Heinz Liebl und durch Domorganist Professor Franz-Josef Stoiber noch einmal besonders herausgehoben. 

Drei Jubiläen und drei Säulen

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer reihte das Jubiläum „75 Jahre Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg“ in den Reigen zwei weiterer großer Jubiläen ein: 1.700 Jahre Konzil von Nicäa und 1.050 Jahre Regensburger Domspatzen. Alle drei Jubiläen repräsentierten die drei tragenden Säulen der Kirche: Das Bekenntnis des Glaubens mit dem Konzil von Nicäa, die Feier des Glaubens in der Liturgie, zu der die Domchöre in besonderer Weise beitragen, und die Diakonia, der Dienst an den Kranken und Schwachen, sei es nun in Krankenhäusern, Altenheimen oder den zahlreichen Beratungsangeboten. Der kurze Zeitraum von 75 Jahren im Vergleich zu den beiden anderen Jubiläen sei eher ein Zufall, denn die Sozialfürsorge der Kirche sei so alt wie das Bekenntnis des Glaubens und die Feier der Liturgie. Jede Säule ist wichtig, ohne die Caritas würde das Gebäude zusammenbrechen. Gerade dieser Dienst würde in unseren Tagen der Kirche oft die meiste Aufmerksamkeit und Wertschätzung der Gesellschaft bringen. Er habe auch eine lange Geschichte, in der in Regensburg der Name vom seligen Eustachius Kugler von den Barmherzigen Brüdern genannt werden müsse.

„Auftraggeber ist Jesus Christus selbst“

Im Tagesevangelium (Lk 17,11-19) wendet sich Jesus den Aussätzigen zu, er, der Arzt der gekommen ist, im Volk die Leiden an Leib und Seele zu heilen. Jesus selbst identifiziert sich aber auch mit allen Notleidenden, wenn er im Matthäus-Evangelium u.a. sagt: „Ich war krank, und ihr habt mich besucht. Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben“. Auch nur der geringste Dienst am Nächsten ist ein Dienst an Jesus selbst. Durch seinen Kreuzestod dann, so Bischof Rudolf, habe er die Welt von innen her vom Leid erlöst, in dem er sich selbst zum „Aussätzigen“ habe machen lassen. „Durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Die Kreuze in den Patientenzimmern sollen Ärzte, Pflegende und Kranke daran erinnern.

Für Kranke ein Vorbild der Geduld

Genau heute auf den Tag vor hundert Jahren, verstarb in Mindelstetten Anna Schäffer (1882-1925), die 1999 selig- und 2012 heiliggesprochen wurde. Auf ihrem fast 25-jährigen Krankenlager ergab sie sich nach heftigem innerem Ringen ihrem Schicksal, und lernte im eigenen Leiden Jesus noch einmal ganz neu kennen. So sei sie nicht nur eine Zeugin im Glauben, sondern auch ein Zeichen der Hoffnung und für die Leidenden ein Vorbild in der Geduld. Bischof Rudolf legte allen Anna Schäffer als Fürsprecherin in allen Anliegen der Caritas und im Jubiläumsjahr auch besonders in den Anliegen des Krankenhauses St. Josef ans Herz. „Heiliger Josef, seliger Eustachius Kugler, heilige Elisabeth, heilige Anna Schäffer und alle Heiligen der Nächstenliebe, bittet für uns, Amen“.

Vom OP und Krankenbett ans Mikrofon

Die Dienste der Verkündigung (Lesungen), der Fürbitten und der Gabenbereitung übernahmen allesamt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Krankenhauses aus Küche, Verwaltung, Pflege und aus dem Ärzteteam. Ihr Wechsel von ihren Einsatzorten in den Chorraum des Regensburger Domes, so Caritas-Vorsitzender Michael Dreßel, sei für sie alle sicher nicht einfach gewesen, umso mehr bedankte er sich bei ihnen für diesen Dienst. 

Festakt im Zeichen von Menschlichkeit, Kompetenz und Gemeinschaft

Nach der kirchlichen Feier des Jubiläums im Dom wurde im Großen Saal des Kolpinghauses St. Erhard mit Vertretern aus Medizin und Wissenschaft, Kirche und Politik sowie Wirtschaft und Stadtgesellschaft ein Festakt begangen. Der Diözesan-Caritasvorsitzende Domkapitular Michael Dreßel konnte unter den zahlreichen Ehrengästen auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer begrüßen. In seinem Grußwort rühmte Albert Füracker MdL, Bayerischer Staatsminister der Finanzen und für Heimat, das Caritas-Krankenhaus St. Josef als eines „der führenden medizinischen Zentren in Ostbayern, das Medizin auf höchstem Niveau bietet“. Die Geschäftsleitung des Caritas-Krankenhauses, und Diakon Michael Weißmann, Diözesan-Caritasdirektor, nahmen die Festgäste mit auf eine bewegte Reise durch 75 Jahre Krankenhausgeschichte unter dem Motto „St. Josef gestern, heute und morgen“. Stadtgesellschaft und Wissenschaft wurden durch Grußworte von Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Universitäts-Präsident Prof. Dr. Udo Hebel vertreten.

Text und Fotos: Carl B. Prämassing
(jas)



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