News Bild Bischof Dr. Rudolf Voderholzer empfängt Delegation um Patriarch Youssef I. Absi aus Damaskus
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer empfängt Delegation um Patriarch Youssef I. Absi aus Damaskus

„Wir sind dem Bistum zu Dank verpflichtet“

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Regensburg, 5. Juli 2022

Am 5. Juli 2022 hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eine Delegation von Geistlichen der melkitischen griechisch-katholischen Kirche im Bischöflichen Ordinariat empfangen. Neben seiner Seligkeit, Patriarch Joseph I. Youssef Absi, nahmen Erzbischof Yasser Ayyash, Patriarchvikar von Jerusalem, Archimandrit Abuna Shihade Abboud, Prokurator der melkitischen Kirche beim Heiligen Stuhl in Rom, sein Sekretär, Dr. Abuna Rami, Priester in Beirut und Damaskus und der in Regensburg lebende Abuna Mayas Abboud sowie Domkapitular Michael Fuchs am Gespräch teil. Wie die Geistlichen berichteten, hat sich die humanitäre Lage in den betroffenen Regionen nach dem Syrienkrieg und durch die Destabilisierung der ganzen Region in den vergangenen Jahren sogar noch dramatisch verschlechtert. Im Jahr 2014 waren die ersten Flüchtlinge nach Regensburg gekommen.

Bei seinem ersten Besuch in Deutschland dankte Youssef I. Absi Bischof Dr. Rudolf Voderholzer für die Unterstützung, die die melkitische griechisch-katholische Kirche insbesondere durch das Regensburger Bistum erfahren habe. Sowohl Bischof Rudolf als auch der ehemalige Generalvikar Fuchs waren damals die ersten, die ganz konkret Flüchtlingshilfe leisteten. Fuchs hatte melkitische Flüchtlingsfamilien aufgenommen und belgeitet sowie sich für die Anstellung des Priesters Abuna Mayas Abboud im Bistum eingesetzt.

Kurze Wege, schnelles Handeln waren damals gefragt. So wurden den Flüchtlingen Räume zur liturgischen Feier zur Verfügung gestellt. Zuerst feierten die ersten syrischen Flüchtlinge 2014 ihre Gottesdienste in der Wolfgangskrypta in Kumpfmühl. Später, als der Strom der Geflüchteten anwuchs, wurde in der Pfarrei Sankt Anton in Regensburg ein Ort gefunden, damit sich die Gläubigen zum Gebet versammeln konnten. Aber nicht nur in Regensburg, sondern auch in Landshut wurden die Menschen aus dem Nahen Osten willkommen geheißen. So ist seit Ostern 2016 die melkitische Gemeinde zu Gast in St. Nikola. In der alten Kirche feiert die Gemeinde sonntags die göttliche Liturgie.

Immer mehr Melkiten in Bayern  

Mayas Abboud, ein aus Damaskus stammender Priester der griechisch-katholisch-melkitischen Kirche, hatte nach der großen Flüchtlingskrise im Jahr 2015 zwei Mal im Monat in Regensburg mit den Christen aus Syrien eine katholische Messe im byzantinischen Ritus gefeiert. Wie Abboud gegenüber Bischof Rudolf betonte, wachse die Zahl der Melkiten in Deutschland, auch in Bayern. Seit der Flüchtlingswelle 2015 wohnen bereits einige Tausend Gläubige in der Bundesrepublik. Abboud, der an mehreren Standorten tätig ist, u.a. in Regensburg, Landshut, Augsburg, München, Heidenheim, Wuppertal und Gießen, hat während seiner Zeit in Deutschland bereits 136 Kinder getauft und 76 Hochzeiten gefeiert.

Bischof Rudolf
Bischof Rudolf

Patriarch Youssef I. Absi, seit 2017 das Oberhaupt von weltweit rund 2,1 Millionen Gläubigen von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, hatte als Dankeschön für die Hilfsbereitschaft drei Gastgeschenke mitgebracht. Zwei Ikonen und ein Perlmuttmedaillon aus Bethlehem, die er Bischof Rudolf und Domkapitular Fuchs überreichte. Youssef I. Absi sprach seine Hoffnung aus, dass die melkitisch griechisch-katholische Kirche und die römisch-katholische Kirche in Zukunft weiter diesen schönen Weg des Dialoges gehen.

Hintergrund

Mit der syro-malabarischen Kirche in Indien, der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche sowie den Maroniten im Libanon zählt die melkitisch griechisch-katholische Kirche zu den größten katholischen unierten Teilkirchen. Zwar feiern diese die Liturgie im byzantinischen, chaldäischen oder antiochenischen Ritus, sind aber mit Rom und dem Papst in einer Sakramenten- und Gebetsgemeinschaft verbunden. Die 23 katholischen Ostkirchen haben ein eigenes Oberhaupt, Ritus und Liturgiesprache. Trotz dieser Differenzen ist Papst Franziskus ihr Oberhaupt. Am 21. Juni 2017 wählte die Synode der melkitischen Bischöfe Youssef I. Absi als Nachfolger von Gregor III. Laham zum Patriarchen. Am nachfolgenden Tag bestätigte ihn Papst Franziskus und am 3. Juli 2017 wurde er installiert. Der Sitz der melkitisch griechisch-katholischen Kirche ist in Damaskus.

 

Titelbild: Abuna Mayas Abboud, Erzbischof Yasser Ayyash, Patriarch Joseph I. Youssef Absi und Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (v l. n. r.)

Bilder: Stefan Groß

Weitere Infos

Interview mit dem Patriarchen der melkitischen Katholiken, Joseph I. SMSP, und der für die Gläubigen in Deutschland zuständige Priester, Mayas Abboud