Gruppenfoto der Minis und Bischof

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer besucht die Pfarrei St. Jakobus in Achslach und feiert Pontifikalmesse

Tabor-Stunden als Kraftquelle für den Alltag


Achslach, 2. Fastensonntag (1. März 2026)

Es war ein besonderer Zweiter Fastensonntag, an dem die Pfarrgemeinde Sankt Jakobus in Achslach (Pfarreiengemeinschaft Teisnachtal, Landkreis Regen) nicht nur das Evangelium von der Verklärung Christi hörte, sondern die Botschaft vom „Licht des Berges Tabor“ unmittelbar im eigenen Kirchenraum erleben durfte. In einer ebenso tiefgründigen wie persönlichen Predigt schlug Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer den Bogen von der biblischen Erzählung hin zum konkreten Engagement der Pfarrangehörigen vor Ort.

Ein herzliches Willkommen bereiteten die Vertreter der kirchlichen Gremien und die Kinder dem Diözesanbischof bei seinem ersten Besuch in Achslach bereits am Pfarrhaus. Unter den Klängen der Blaskapelle zog man anschließend gemeinsam mit den Ortsvereinen und ihren Fahnen zur Pfarrkirche. Pfarrer Tobias Magerl, zuständig für die Pfarreiengemeinschaft Teisnachtal mit ihren sechs Pfarreien, freute sich, dass Bischof Rudolf seinen Weg „Hinein ins Bistum“ weiterführt. Der Bischof dankte für die freundlichen Worte der Begrüßung und betonte, dass er neben den Pfarreien bewusst auch Exposituren und Filialkirchen besuche. „Jetzt gibt es einen weißen Fleck weniger auf meiner Bistumskarte, weil ich heute bei euch in Achslach sein darf.“ Er dankte allen, die dazu beitragen, dass das Leben in den Pfarreien aufblüht – gerade auch am Tag der Pfarrgemeinderatswahlen werde dies sichtbar.

Im Gotteshaus intonierte der Kirchenchor Achslach gemeinsam mit der Gemeinde das Lied „Wer glaubt, ist nie allein“. Den Chor leitete Kantor Thomas Hödl; Regionalkantor Pius Schuhbaum übernahm den Orgeldienst.

Zwischen Wüste und Herrlichkeit

In seiner Predigt nahm Bischof Dr. Rudolf Voderholzer Bezug auf die Evangelien der beiden ersten Fastensonntage. Während am ersten Fastensonntag das Evangelium von der Versuchung Jesu (Matthäus 4,1–11) verkündet wurde, stand am zweiten Fastensonntag das Evangelium nach Matthäus (Matthäus 17,1–9) im Mittelpunkt: die Verklärung des Herrn auf dem Berg.

Zwischen der Wüste und dem Berg Tabor liege, so Bischof Voderholzer, das gesamte öffentliche Wirken Jesu. Nach der Taufe im Jordan, der Berufung der Zwölf, der Bergpredigt sowie zahlreichen Heilungen und Gleichnissen kündige Jesus schließlich seinen Leidensweg nach Jerusalem an.

Gerade in diesem Moment führe der Weg auf den Gipfel. Jesus nehme seine engsten Vertrauten – Petrus, Johannes und Jakobus, den Patron der Pfarrkirche Sankt Jakobus in Achslach – mit sich und schenke ihnen einen Augenblick besonderer Klarheit. Diese „Tabor-Erfahrung“ sei für Jesus und die Jünger eine existenzielle Stärkung auf dem Weg zum Kreuz gewesen. Wer das Ziel, die Auferstehung, im Licht gesehen habe, finde die Kraft, auch durch die Dunkelheit des Kreuzes zu gehen.

„Tabor-Stunden“ im Hier und Jetzt

Gott schenke uns immer wieder solche Augenblicke – „Tabor-Stunden“ – jene kostbaren Momente im Leben, in denen uns plötzlich gewiss werde: Es ist gut. Ich bin von Gott getragen. Solche Erfahrungen müssten keine langen Stunden dauern; oft sei es nur ein kurzes Aufleuchten von Licht und Gewissheit, das durch schwere Zeiten hindurchtrage.

Bewegt erinnerte sich der diözesane Oberhirte an seine eigene Kindheit in München: „Ich wäre sicher nicht Priester oder Bischof geworden, wenn ich diese Tabor-Stunden nicht selbst erlebt hätte – etwa bei der Christmette, auf die ich mich als Kind noch mehr freute als auf die Geschenke.“

Dank an die „Hintergrund-Missionare“

Damit solche Erfahrungen auch heute möglich seien, brauche es Leidenschaft und eine würdige Gestaltung des Gottesdienstes. Bischof Rudolf nutzte die Gelegenheit zu einem umfassenden „Vergelt’s Gott“. Sein Dank galt den Kirchenmusikern, die durch ihr Spiel „die Stimmen der Engel ein wenig hörbar machen“, den Mesnern, den Ehrenamtlichen in Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat sowie allen, die die Kirche pflegen und gestalten. Besonders würdigte er das neue Erscheinungsbild der Ministranten: „Für den Dienst am Altar ist das Beste gerade gut genug.“

Die Familie als erster Ort des Glaubens

Ein eindringlicher Appell richtete sich an Eltern und Großeltern. Bischof Rudolf bezeichnete sie als die „ersten Evangelisten“ im Leben eines Kindes. Wo zu Hause über Gott und den Glauben gesprochen werde, statt zu schweigen, sei die Wahrscheinlichkeit am größten, dass der Funke überspringe. Ein guter Religionsunterricht könne auf diesem Fundament aufbauen, doch die Wurzeln lägen im gemeinsamen Gebet und im Glaubenszeugnis der Familie.

Ein Lichtblick für die Welt

Trotz vieler Unbegreiflichkeiten unserer Zeit rief die Predigt dazu auf, die Augen für Gottes Gegenwart offen zu halten. Die Feier in der Pfarrkirche Sankt Jakobus in Achslach wurde so selbst zu einer kleinen Tabor-Erfahrung – ein Moment, der aus dem Alltag heraushebt und Kraft schenkt, als Christen Licht in eine oft dunkle Welt zu bringen. Unter dem Schutz des heiligen Jakobus, des Patrons der Kirche, der während der Fastenzeit hinter dem Hungertuch verborgen ist, beendete Bischof Rudolf seine Predigt zum zweiten Fastensonntag.

Gemeinsam mit Pfarrer Tobias Magerl feierte er mit der versammelten Gemeinde die Eucharistie. Kirchenpfleger Josef Edenhofer übernahm den Lektorendienst; die neun Achslacher Ministranten versahen unter der Anleitung von Gemeindereferentin Steffi Haimerl ihren Dienst am Altar.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Kirchenpfleger Josef Edenhofer dem Regensburger Oberhirten für sein Kommen und betonte, es sei ein starkes Zeichen und eine große Ehre, dass Bischof Rudolf die kleine Pfarrei besucht habe. „Aber in der Pfarreiengemeinschaft Teisnachtal mit den sechs Pfarreien sind wir eine große Gemeinschaft“, unterstrich er und verwies auf die gemeinsame Pfarrgemeinderatswahl. Damit Achslach in guter Erinnerung bleibe, überreichte er dem Bischof einen Kirchenführer mit dem Pfarrpatron.

Segnung von Pfarrhaus und Pfarrheim

Im Anschluss spendete Bischof Rudolf dem sanierten Pfarrhaus und Pfarrheim den kirchlichen Segen. Das große Kreuz im Treppenhaus wurde mit Weihwasser besprengt und mit Weihrauch inzensiert. Abgerundet wurde der Pastoralbesuch durch eine Begegnung mit den Gemeindemitgliedern beim Stehempfang im Pfarrheim. Den Abschluss bildete um 15 Uhr das gemeinsame Kreuzweggebet im Münster in Gotteszell.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer
(SG)



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