Bischof Voderholzer am Altar mit Pfarrer Stefan Wissel und Pfarrvikar Reginald Uzoho.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer besucht die Pfarrei Illkofen

„Seien wir als Christen Salz der Erde und Licht der Welt“


Illkofen, 8. Februar 2026

Mit einem Pastoralbesuch in der Pfarrei St. Martin Illkofen setzte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am 5. Sonntag im Jahreskreis seinen Weg in die Gemeinden des Bistums fort. Der feierliche Gottesdienst und die anschließende Begegnung im Pfarrheim machten deutlich, wie lebendig das kirchliche Leben vor Ort ist und wie sehr die Pfarrei ihre Sendung als glaubwürdige christliche Gemeinschaft wahrnimmt.

Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Pfarrer Stefan Wissel den Bischof herzlich in Illkofen. Er verwies auf das aktive Glaubensleben in der Pfarrei, das von zahlreichen Vereinen und Verbänden getragen wird. Diese Vielfalt sei Ausdruck einer gewachsenen Gemeinschaft, die Kirche nicht nur feiere, sondern auch im Alltag sichtbar mache.

Gemeinsam mit Pfarrer Wissel und Pfarrvikar Reginald Uzoho stand Bischof Rudolf am Altar. Die musikalische Gestaltung übernahm der örtliche Kirchenchor; begleitet wurde er von Organist Thomas Spreiter sowie vom Musikverein Barbing. So erhielt der Gottesdienst eine feierliche und festliche Prägung.

„Ihr seid das Salz der Erde“ – Auftrag und Verantwortung der Christen

In seiner Predigt nahm Bischof Rudolf Bezug auf das Evangelium des Sonntags (Mt 5, 13–16) mit den bekannten Worten Jesu aus der Bergpredigt: „Ihr seid das Salz der Erde“ und „Ihr seid das Licht der Welt“. Diese Aussagen, so der Bischof, seien keine poetischen Bilder, sondern ein klarer Auftrag an alle Christinnen und Christen.

Salz und Licht hätten gemeinsam, dass sie nicht für sich selbst existieren. Licht diene dazu, anderes sichtbar zu machen – wie die Sonne oder eine Kerze, die Orientierung schenkt. Daraus ergebe sich auch die Aufgabe der Kirche: Christinnen und Christen seien nicht in der Welt, um um sich selbst zu kreisen, sondern um dazu beizutragen, dass andere strahlen können und niemand unsichtbar an den Rand gedrängt wird.

Auch die Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 58, 7–10), die von den Werken der Barmherzigkeit erzählt, unterstreiche diese Haltung: Das Licht der Welt zeige sich konkret im Dienst am Nächsten – wenn Hungrige gestärkt, Bedürftige versorgt und Arme bekleidet werden. Glaube werde dort lebendig, wo er sich in tätiger Nächstenliebe bewähre.

Das Profil des Christentums in einer säkularen Welt

Weiter ging Bischof Rudolf auf eine sprachliche Besonderheit im Matthäusevangelium ein. Der Satz „Womit kann man es (das Salz) wieder salzig machen?“ komme in der Heiligen Schrift nur einmal vor und habe Übersetzer seit jeher herausgefordert. Eine mögliche Übertragung sei „Womit soll man salzen?“, um das besondere Profil des Christentums zu verdeutlichen.

Gerade in einer zunehmend säkularen Gesellschaft engagierten sich Christen in vielen Bereichen: im sozial-caritativen Feld, in Kunst und Kultur sowie in Bildung und Schule. Entscheidend bleibe jedoch, „den Himmel offen und die göttliche Botschaft lebendig zu halten und zu zeigen, dass alles Dasein nicht Menschenwerk ist“.

Mit Blick auf existenzielle Fragen betonte der Bischof: „Wer, wenn nicht wir Christen, hat eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn von Leid und Tod?“ Gerade hier müssten Christen Salz der Erde sein – nicht in den Sorgen der Welt aufgehen, sondern durch ihr Leben Hoffnung, Zeugnis und Orientierung geben.

Dank an Haupt- und Ehrenamtliche

Am Ende des Gottesdienstes dankte Bischof Rudolf ausdrücklich Pfarrer Wissel, Pfarrvikar Reginald Uzoho sowie allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz. Sein Dank galt ebenso den kirchlichen Gremien, den Vereinen und Verbänden, den Ministranten sowie den Verantwortlichen für die Kirchenmusik. Er würdigte die Offenheit, mit der die Pfarreien der Bildung einer neuen Pfarreiengemeinschaft offen begegnet seien. Dieses Miteinander gebe Anlass zu Zuversicht und nehme die Angst vor der Zukunft. Ein besonderer Dank ging an alle Eltern und Großeltern, die als erste Glaubenszeugen für ihre Kinder und Enkel wirken.

Festlicher Ausklang mit Begegnung und Austausch

Zum Abschluss des Gottesdienstes überreichte Pfarrgemeinderätin Brigitte Berger dem Bischof ein historisches Messgewand aus den Beständen der Pfarrei. Nach dem Segen und dem feierlichen „Te Deum“ zog ein Festzug zum Pfarrheim, wo sich die Gläubigen mit dem Bischof austauschen konnten. Passend zur fünften Jahreszeit sorgten die Faschingsfreunde Friesheim mit einem Auftritt für einen fröhlichen Ausklang des Tages.

Text und Fotos: Martin Jäger
(jas und SG)



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