News Bild Aufführungen der „Matthäus-Passion“ von J.S. Bach in Regensburg und München

Aufführungen der „Matthäus-Passion“ von J.S. Bach in Regensburg und München

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(pdr) Als musikalisches Großprojekt mit Orchester und Solisten steht in diesem Jahr die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach bei den Regensburger Domspatzen auf dem Programm. In zwei Aufführungen in Regensburg im Auditorium maximum am Freitag, 7. April um 19.00 Uhr und am Palmsonntag, 9. April um 18.00 Uhr sowie einer dritten Aufführung am Samstag, 8. April um 18.00 Uhr im Herkulessaal der Residenz in München wird das umfangreichste Werk des Komponisten, das zu den außergewöhnlichen Schöpfungen der Musikgeschichte zählt, dargeboten. Mit Concerto Köln haben sich die Domspatzen der Mitwirkung eines der renommiertesten Klangkörper der historischen Aufführungspraxis weltweit versichert. Für CD-Aufnahmen wurde das Ensemble im Jahre 2005 mit einem Grammy sowie dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Als Evangelist konnte der hervorragende österreichische Tenor Johannes Chum gewonnen werden, der zusammen mit einer jungen Solistenriege musizieren wird. Hierzu zählen die blinde Sopranistin Gerlinde Sämann aus Augsburg, der jugendliche Altus Jan Kullmann aus Den Haag, die beiden ehemaligen Regensburger Domspatzen Maximilian Schmitt (Tenor) aus München und Manfred Bittner (Christus) aus Freiburg sowie der Bass Christian M. Schmidt, seit kurzem Professor an der Regensburger Kirchenmusikhochschule.
Für die Domspatzen bedeutet die Aufführung dieses Werkes auch eine Premiere, denn zuletzt wurde das Gesamtwerk vor knapp 40 Jahren im Jahr 1968 für den WDR in der Einstudierung von Domkapellmeister Georg Ratzinger vom 22.2. bis 6.3.1968 aufgenommen. Die konzertante Live-Aufführung bedeutet somit sowohl für die Domspatzen wie auch für Domkapellmeister Roland Büchner eine Premiere.

Eine kurze Hinführung zur Bedeutung des Werkes

J.S. Bach: Matthäus-Passion
Seit ihrer Wiederentdeckung durch Felix Mendelssohn Bartholdy im Jahre 1829 hat Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion einen besonderen Ruhm und Glanz erworben. Das Werk gehört zu den außergewöhnlichen Schöpfungen der Musikgeschichte, in denen alles vollkommen ist und die mit ihrer inneren Glut und Leidenschaft nicht nur den gläubigen Christen, sondern ebenso das Herz eines säkularisierten Menschen ansprechen.
„Da haben sich‘s schon ganz andere Leute müssen vergehen lassen diese Arbeit zu unternehmen, und da kommen nun so ein paar Rotznasen daher, denen alles das Kinderspiel ist“, so drastisch kommentierte der Direktor der Singakademie, Carl Friedrich Zelter, den Plan des jungen Mendelssohn, Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion nach hundertjähriger Vergessenheit 1829 in Berlin wiederaufzuführen. „Rotznase“ Felix wusste sicher, warum er ausgerechnet dieses Bach-Werk für seine dirigentischen Ambitionen auserkoren hatte.
Seit 1717 war es Tradition, am Karfreitag während der Vesperandacht ein Passionswerk aufzuführen. 1725 beauftragten die Stadtoberen zu Leipzig ihren Kantor an der Thomaskirche, Johann Sebastian Bach, eine Musik zur Leidensgeschichte Jesu zu komponieren, aber "Keine Opernmusik" verlangten sie!
Bach ging auch diesmal seinen eigenen Weg. Mit der Matthäus-Passion entstand sein umfangreichstes Werk, unvergleichlich in der Mehrschichtigkeit des Textes und seiner musikalischen Vielfalt. Gerade durch die doppelte Anlage von Chor und Orchester, bei der die Chöre vielfach miteinander einen Dialog führen, entfaltet das Werk eine phantastische stereophone Wirkung. Und Bach beschränkt sich nicht darauf, die Leidensgeschichte Christi „nur“ zu erzählen: Seine heftige Anteilnahme an dem Seelenzustand seiner Personen, sein Streben, über die Darstellung der Leidensgeschichte hinaus zur letzten Erkenntnis ihres Sinns durchzudringen, erhebt diese Passion zum umfassendsten Glaubensbekenntnis, das es je gab.