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Zur Neuigkeit
Arme Schulschwestern besuchen das Institut für religiöse Alltagskultur in Regensburg
Orte der religiösen Identität
Regensburg, 26. September 2026
Aus Anlass der Verabschiedung von Schwester Maria Rita Heinrich als Oberin bei der Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau in Regensburg besuchten sie und zahlreiche ihrer Mitschwestern der Convente Niedermünster, Stadtamhof und Schierling am Samstagnachmittag das „Institut für religiöse Alltagskultur“ in der Regensburger Innenstadt. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der am 25. März dieses Jahres das Institut im altehrwürdigen Domherrenhof feierlich eingeweiht hatte, führte die Schwestern persönlich durch das Haus. Dass die Führung in der zweigeschossigen Galluskapelle begann, hatte einen ganz besonderen Grund.
„An der Wiege des Ordens“
Die Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau wurde 1833 von der gebürtigen Stadtamhoferin Karolina Gerhardinger (*1797 Stadtamhof † 1879 München) gegründet, Hauptaufgabe war und ist die Schulbildung von Mädchen und jungen Frauen. Am 16. November 1835 legte sie vor Weihbischof Bonifaz von Urban ihr Ewiges Gelübde ab. Regensburgs Bischof Franz Xaver von Schwäbl hatte dazu eigens seine Hauskapelle, die dem Heiligen Gallus geweiht war, zur Verfügung gestellt. Schwester Maria Rita Zirngibl, langjährige Direktorin der Mädchenrealschule Niedermünster und jetzige Oberin, erinnerte an diese für die Geschichte der Armen Schulschwestern wichtiges Ereignis und wiederholte die Worte des Gelübdes ihrer Ordensgründerin: „Ich, Theresia von Jesu, gelobe und verspreche dem Allmächtigen Gott, Maria, seiner glorreichen Mutter, dem Heiligen Vater Augustin, allen lieben Heiligen und Euer Hochwürden, die Regel der Armen Schulschwestern, wie und insofern sie von hochwürdigsten Bischof genehmigt worden, sie Zeit meines Lebens zu halten, und zu leben – in Gehorsam – in Armut – in Keuschheit, und für den Unterricht und die Erziehung der weiblichen Jugend.“
Eintauchen in die Volksfrömmigkeit von Jahrhunderten
Dann begann die eigentliche Führung durch das Institut, dass sich die Erforschung der religiösen Alltagskultur zur Aufgabe gemacht hat und auch über eine enorme Sammlung von unterschiedlichsten Exponaten verfügt. Große Beachtung bei den Schwestern fand die „Ettaler Schneekrippe“ mit der großen Völkerwallfahrt zum neugeborenen Gottessohn, einer Heimatkrippe, die das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in eine oberbayerische Winterlandschaft verortet. Weiter ging es zu Gegenständen der jüdischen Alltagsfrömmigkeit wie Gebetsriemen, Kippa oder Sabbath-Tischdecke. Es gab auch Weihwasserkessel, Votivtafeln und Hinterglasmalereien zu bestaunen, sowie einen eigens aufgebauten Herrgottswinkel, vor dem die Regensburger Sonntagsbibel aufgeschlagen war. Bischof Rudolf ermutigte die Schwestern, die teilweise noch im Schuldienst tätig sind, bei den jungen Schülerinnen das Bewusstsein für diese Frömmigkeitsformen zu vermitteln und zu fördern, da dies „Orte der religiösen Identität“ seien. Neben Wachsstöckeln und Rosenkränzen gab es auch noch Sterbe- und Heiligenbilder sowie Erinnerungsbildchen an die Päpste seit Pius IX. (Pontifikat 1846–1878).
Von Regensburg in die Welt
Zum Abschluss der Führung durch das Institut für religiöse Alltagskultur fand sich der Bischof und die Schwestern wieder in der Galluskapelle ein. Den geistlichen Abschluss dieses Tages bildeten alle drei Strophen des „Segne, Du Maria“ und der bischöfliche Segen. Bischof Rudolf regte an diesem Samstagnachmittag an, dass in der Galluskapelle eine Tafel an den Ort des Ewigen Gelübdes der Seligen Maria Theresia von Jesu Gerhardinger angebracht werden soll, was die Schwestern sichtlich erfreute. Somit wird es neben dem Geburtshaus einen weiteren Ort des Gedenkens an die engagierte Ordensgründerin geben, deren Werk sich über elf Länder in Europa und Amerika ausbreitete. Oberin Schwester Maria Rita Zirngibl überreichte Bischof Rudolf als Dankeschön für die Führung noch ein weiteres Exponat für das Institut, ein Wachsstöckel aus dem Erbe einer ihrer Mitschwestern.
Text und Fotos: Carl Prämassing
(jas)







