Landkarte Venezuela, Ruinen

Adveniat hilft den Menschen in Venezuela

Nach dem Erdbeben


Essen / Regensburg, 3. Juli 2026

„Unsere Partner in Venezuela packen an und helfen, obwohl sie selbst von dem verheerenden Erdbeben betroffen sind.“ Das berichtet der langjährige Venezuela-Referent des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat Reiner Wilhelm. Und diese Hilfe ist langfristig und auf Nachhaltigkeit angelegt.

„Die Adveniat-Projekte besonders im Gesundheitsbereich der vergangenen Jahre tragen jetzt Früchte: viele junge Menschen sind als Erst-Helfer ausgebildet, Gesundheitszentren sind aufgebaut und die Struktur von Medikamenten-Lieferungen und -Verteilung durch Fachkräfte funktioniert auch unter diesen schwierigen Bedingungen.“ Für die breite Bevölkerungsmehrheit sei das eine wichtige Hoffnungsquelle. „Denn das Krisenmanagement der Übergangsregierung unter Präsidentin Delcy Rodriguez ist ein Desaster: Hilfskräfte werden behindert und die Behörden sind überfordert“, kritisiert Adveniat-Referent Wilhelm.

50.000 Euro hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat für die Opfer des schweren Erdbebens bereits dem Erzbistum Caracas überwiesen, weitere 20.000 Euro hat das Erzbistum Augsburg Adveniat als Weiterleitung zur Verfügung gestellt. Dank der funktionierenden Strukturen der Kirche kommt die Hilfe an. Der Erzbischof von Caracas und langjährige Adveniat-Partner Raúl Biord Castillo koordiniert die Hilfe mit seinem Team. In der vom Erdbeben besonders betroffenen Küstenregion La Guaira werden die Menschen bereits mit Trinkwasser aus Tanklastwagen versorgt. 

Lebensmittel- und Hygienepakete werden ebenso an die Betroffenen verteilt, wie eine Erstausstattung mit Zelt, Matratzen, Decken, einem Kocher sowie den grundlegenden Kochutensilien. Die Kirche hat zudem ihre Räume als Notunterkünfte bereitgestellt. Seelsorgerische und psychologische Hilfe erhalten die Angehörigen der zahlreichen Vermissten und Toten durch Priester und an der Katholischen Universität in Caracas ausgebildeten Psychologen. Kranke und Verletzte erhalten eine medizinische Erstversorgung sowie Medikamente in den kirchlichen Gesundheitszentren, die bereits in den vergangenen Jahren auch mit Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat im ganzen Land aufgebaut wurden.

„Die staatliche Gesundheitsversorgung ist bereits vor Jahren zusammengebrochen infolge der Wirtschafts- und Staatskrise, die das diktatorische Regime des ehemaligen Präsidenten Nicolas Maduro zu verantworten hat“, erläutert Adveniats Venezuela-Experte Reiner Wilhelm. Nicht erst im aktuellen Katastrophenfall übernehmen die Diözesen und Pfarrgemeinden so die Aufgaben des Staates, der für die breite Mehrheit der Bevölkerung ein Totalausfall ist. „Direkt nach dem Erdbeben konnten wir gemeinsam mit der Aktion Medeor – wie lange zuvor geplant – drei Paletten Medikamente ins Land bringen“, berichtet Adveniat-Referent Wilhelm, der ausdrücklich der Deutschen Botschaft für die Unterstützung bei der komplizierten Einfuhr dankte.

Am Mittwochabend, 24. Juni 2026, hatten zwei Erbeben der Stärke 7,2 und 7,5 innerhalb von nur einer Minute den Norden des südamerikanischen Landes erschüttert. Infolge des wohl schwersten Erdbebens in Venezuela sind nach Regierungsangaben bislang 2.295 Menschen gestorben und mehr als 11.000 verletzt worden. Angesichts von zehntausenden Vermissten ist mit einer weit höheren Opferzahl zu rechnen. „Der Wiederaufbau der durch das Erdbeben zerstörten Gebäude und Infrastruktur wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Das gilt auch für die vom Regime zerstörte Gesellschaft“, erklärt Reiner Wilhelm und kündigt an: „Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hat den langen Atem, um diese Prozesse finanziell und mit der notwendigen Solidarität zu unterstützen.“

Text: Adveniat

(sig)



Nachrichten