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Zur Neuigkeit
80. Todestag des seligen Frater Eustachius Kugler am 10. Juni
Ein Seliger mit Gottvertrauen und Weitblick
Regensburg, 10. Juni 2026
Betritt man die Krankenhauskirche St. Pius der Barmherzigen Brüder in Regensburg von außen und geht eine Treppe hinauf, gelangt man in die Eustachius-Kugler-Kapelle.
Sofort umfängt einen die Stille und der Blick fällt direkt auf den Altar. Dort eingelassen ist der glänzende Reliquienschrein des Seligen. Gestaltet, wie auch die ganze Kapelle, vom Künstler Mario Schoßer. Das Licht bricht sich in den bunten Glasfenstern ringsum, ein Sonnenstrahl malt einen Regenbogen. Manchmal sitzen in den hellen Holzbänken auch Gläubige im stillen Gebet; das Bittbuch der Kapelle zeugt davon, wie sehr – gerade heute in unseren Tagen – der Schutz des Seligen und seine Fürsprache gebraucht werden.

Am 10. Juni vor 80 Jahren starb der Barmherzige Bruder Eustachius Kugler. Bescheidenheit, Demut und Weitblick – das sind die Charaktereigenschaften, die man mit ihm verbindet. Auch er lebte in sehr schwierigen Zeiten, doch mitten in der Weltwirtschaftskrise, konnte er den Krankenhausbau in Regensburg verwirklichen. Mit dem Satz: „Ich habe die Sache schon mit dem Herrgott ausgemacht, es wird nichts fehlen!“, beruhigte der damalige Provinzial die Zweifler. Es gelang ihm, die gewaltige Finanzierungssumme von 8,3 Millionen Reichsmark durch Bündelung der Kräfte der ganzen Bayerischen Ordensprovinz zu stemmen. Der Bau gehörte bei seiner Eröffnung am 19. Juni 1929 zu den modernsten Krankenhäusern Deutschlands.
Vision gepaart mit Weitsicht war die eine Seite des Frater Eustachius Kugler, er war aber auch ein Mann der Arbeit und des Gebets. Dies ließ ihn auch in der Nazi-Zeit zahlreiche Verhöre durch die Gestapo und die Bedrohung durch das Hitler-Regime ertragen. „Das Gebet ist das Atemholen der Seele.“ war einer seiner Leitsätze.
Am 4. Oktober 2009 wurde Frater Eustachius Kugler im Dom St. Peter in Regensburg seliggesprochen. Erzbischof Angelo Amato nahm im Auftrag von Papst Benedikt XVI. die Seligsprechung vor, Hauptzelebrant des Gottesdienstes war Bischof Gerhard Ludwig Müller. Im Anschluss gab es eine Prozession zur Übertragung des Reliquienschreins vom Dom zur Krankenhauskirche St. Pius. Rund 7500 Gläubige feierten damals in und um den Regensburger Dom.
Frater Eustachius und sein Weg
Dass aus dem am 15. Januar 1867 als Joseph Kugler in Neuhaus bei Nittenau geborenen Sohn eines Hufschmieds einmal ein Seliger werden sollte, war ihm nicht in die Wiege gelegt. In München erlernte er das Bauschlosser-Handwerk, kehrte aber nach dem Sturz von einem Baugerüst 1884 in seine Oberpfälzer Heimat zurück und arbeitete in der Schmiede seines Schwagers. In Reichenbach am Regen lernte der nunmehr hinkende junge Mann den Hospitalorden des heiligen Johannes von Gott kennen, der im ehemaligen Benediktinerkloster eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung aufbaute. Fasziniert vom Leben der Brüder trat er in den Orden ein und erhielt den Namen Frater Eustachius. 1895 legte er die einfachen, 1898 die ewigen Ordensgelübde ab. Nach Einsätzen in verschiedenen Einrichtungen des Ordens wählten ihn seine Mitbrüder 1925 zum Provinzial der Bayerischen Ordensprovinz. Das Amt übte er bis zu seinem Tod am 10. Juni 1946 aus.

Die Verehrung des Seligen heute
Am 10. Juni treffen sich wieder Wallfahrer, um auf seinen Spuren zu wandeln, von Nittenau an seinen Geburtsort Neuhaus. Die heilige Messe um 19:45 Uhr in Neuhaus steht dann allen Gläubigen offen. Die Messe hält der Walderbacher Pfarrer Alois Hammerer.
Auch im Regensburger Krankenhaus Barmherzige Brüder erinnern wir uns mit großer Dankbarkeit an Eustachius Kugler. Seine Werte, seine Menschlichkeit und sein Geist wirken im Hause bis heute weiter – und begleiten das tägliche Miteinander. Am 10. Juni 2026 um 18.30 Uhr findet in der Krankenhauskirche St. Pius ein Gedenkgottesdienst statt. Die Predigt hält Dr. Christoph Seidl, Beauftragter für die Krankenhausseelsorge im Bistum Regensburg. Sie sind herzlich eingeladen!
Text: Kirsten Oberhoff/Frater Magnus Morhardt




