Zeitz / DDR, 22. August 1976: Pfarrer Oskar Brüsewitz stirbt als Blutzeuge Christi

Selbstverbrennung als Zeichen gegen Linksextremismus


Regensburg, 22. August 2026

Am 18. August 1976 sorgte die Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz in Zeitz in der DDR, heute gelegen im Bundesland Sachsen-Anhalt, für großes Aufsehen. Der 47-Jährige war um zehn Uhr vormittags in die Stadt gefahren, hielt sein Auto im Zentrum bei der Michaelskirche an, stellte Plakate auf, übergoss sich mit Benzin, riss ein Streichholz an und lief mit brennendem Talar schreiend wie eine Fackel über den Marktplatz auf die Kreiskirchenbehörde zu. Er klagte damit den in der DDR herrschenden Linksextremismus, vielfach „Kommunismus“ genannt oder als „Sozialismus“ beschönigt, auf ergreifende Weise an. Speziell ging es Brüsewitz, wie er geschrieben hatte, um die „Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen“. Am 22. August 1976 erlag dieser Bluzeuge für die Sache Christi in einem Krankenhaus in Halle an der Saale seinen extrem schweren Brandverletzungen, von denen bereits unmittelbar nach der Selbstverbrennung klar war, dass ein Überleben kaum möglich war.

Fast unbeachtet von der deutschen Politik verging der 50. Jahrestag der Selbstverbrennung des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz in Zeitz vor der Michaeliskirche. Auch die evangelischen Kirchen haben bis heute ein Problem mit diesem Mann, der sich in eine an die SED-Diktatur anschmiegsame „Kirche im Sozialismus" einfach nicht einpassen wollte, die folgsame Theologen mit Reisepass und Westauto belohnte, den anderen aber – wie Pastor Brüsewitz – die ständige Ausreise in den Westen nahelegte.

Das Wort „Störenfried" wurde für kritische Geister wie ihn geprägt, vor allem von denen in Bischofsämtern, die privilegiert durch die Welt reisten, ihre Kinder ohne Probleme durch das Abitur zum Studium brachten und im Westen „Fahrkartenreden" hielten, in denen sie die Vorzüge des real-existierenden Sozialismus in der DDR priesen, damit diese ihnen die nächste Westreise als Belohnung für so viel „ideologische Biegsamkeit" erlaubte. In dieser Landschaft der Lüge widersprach der aufrichtige Pastor aus Rippicha, denn was waren 20 Jahre DDR gegen 2000 Jahre Jesus Christus?

Nur wenige hielten zu ihm, darunter einige katholische Pfarrer, von denen ihn einer noch kurz vor seinem Tod im Krankenhaus besuchen konnte, als die Staatssicherheit den Sterbenden noch nicht hermetisch abgeriegelt hatte; sogar seiner Frau wurde ein Abschiedsbesuch verweigert. Hier wird die Unbarmherzigkeit der Ideologie von Marx-Lenin-Stalin besonders deutlich: Der Sozialismus-Kommunismus ist menschenfeindlich. Die Rache am unbeugsamen Pastor aus Rippicha traf mit aller Härte die Familie. Trotz bester Leistungen in der Schule wurde den Töchtern das Abitur verweigert.

Die Familie Brüsewitz lebte weiter in dem Pfarrhaus unter äußerst bescheidenen Umständen, aus dem Wohnzimmer sieht man auf das Grab des Ehemanns und Vaters. Die Giftigkeit der SED-Propaganda, die voller Hass auf das Fanal in Zeitz reagierte, erschreckte selbst „brave DDR-Bürger"; doch sie blieben weiter brav. Kirchenfunktionäre forderten „Solidarität", doch nicht mit dem Pastor und seiner Familie, sondern „mit dem Staat", also der SED-Diktatur. Bis heute ist diese Verirrung nicht wirklich von den Kirchen verurteilt worden, wenn auch vor allem die Christen an der Basis das System schon damals als unterdrückend erlebten.

Zum 50. Jahrestag der mutigen Selbstopferung von Pastor Oskar Brüsewitz wird es Zeit, dass die EKD endlich die „Kirche im Sozialismus" als Irrweg verurteilt. Es wird Zeir, Pastor Oskar Brüsewitz vielleicht sogar konfssionsübergreifend als einen Märtyrer der Christenheit zu ehren.

Text: Stephanus Stiftung für verfolgte Christen

(SG / sig)



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