Regensburger Domspatzen

Papst Leo zur Bedeutung der Kirchenmusik in der Liturgie

„Singen und Musizieren ist beten“


Rom / Regensburg, 21. August 2026

Bei seiner jüngsten Generalaudienz hat Papst Leo XIV. über die Bedeutung der Musik in der Liturgie gesprochen. „In der Liturgie bedeutet Singen und Musizieren, zu beten, das eigene Herz mit dem der Schwestern und Brüder und mit Gott in Einklang zu bringen und sich aktiv am gefeierten Geheimnis zu beteiligen“, sagte er.

Leo ging in seiner Ansprache von Sacrosanctum Concilium aus, jenem Text des Zweiten Vatikanischen Konzils, der sich mit der Liturgie beschäftigt. Das Konzil „bestätigt und vertieft die dienstliche Funktion der Musik in der Liturgie, die bereits der heilige Pius X. in seinem Motu proprio Inter sollicitudines vom 22. November 1903 hervorgehoben hatte“, sagte er. „Musik ist nämlich Teil der liturgischen Handlung und nicht bloß Dekoration der Feier.“

Der Papst fuhr fort: „Insbesondere bringt die Musik die affektive Dimension des Gebets zum Ausdruck, wie der heilige Augustinus sagt: ‚Cantare amantis est‘, also: ‚Singen ist Sache dessen, der liebt.‘ Das ist sehr wichtig, weil es dazu beiträgt, das Herz für das Wirken Gottes in der Gnade zu öffnen und sich von ihm formen zu lassen.“

„Der Gesang fördert darüber hinaus die Gemeinschaft“, sagte Leo anschließend. „Durch die Sinfonie der Stimmen trägt er zur Einheit der Herzen bei, überwindet Unterschiede zwischen den Menschen und vereint alle im Lob Gottes. So wird er zur Epiphanie der Kirche, zu einer sinnlich erfahrbaren Offenbarung jener Gemeinschaft, die zu ihrem Wesen selbst gehört.“

Ausdrücklich mahnte Leo, dass der Gesang „auf allen Ebenen dem entsprechen muss, was für den jeweiligen Moment der Feier am angemessensten ist. Auch die Form, insbesondere in ihrer melodischen Gestaltung, muss zugleich edel und einfach, musikalisch hochwertig und leicht ausführbar sein – vor allem dann, wenn sie von der gesamten Gemeinde gesungen werden soll.“ Aus demselben Grund empfehle das Konzil, dass auch die Texte geeignet, tiefgründig und zugleich leicht verständlich sein sollten: „Sie sollen sich vor allem an der Heiligen Schrift, den liturgischen Büchern und der geistlichen Tradition der Kirche orientieren“, erinnerte der Papst.

Im Verlauf der Generalaudienz sprach Leo das Thema der aktiven Teilnahme der Gläubigen am Gottesdienst an, was sich auch durch den Gesang ausdrücke. Einerseits solle laut Konzil der gregorianische Choral gefördert werden, andererseits liege „der konziliaren Erneuerung“ das Thema Inkulturation „besonders am Herzen“, auch in Sachen Musik: „Im Blick auf die musikalischen Traditionen der verschiedenen Kulturen wird insbesondere betont, wie wichtig es ist, diese ernst zu nehmen, da sie Teil des religiösen und gesellschaftlichen Lebens der Menschen sind.“

„Liebe Brüder und Schwestern, die Kirchenväter haben dem liturgischen Gesang, dem Symbol der kirchlichen Gemeinschaft, große Bedeutung beigemessen“, schloss Papst Leo und zitierte den heiligen Ignatius von Antiochien, der sagte: „Ihr alle sollt euch zu einem einzigen Chor zusammenfinden, damit ihr in Eintracht und Einklang mit der Tonart Gottes durch Jesus Christus dem Vater einstimmig singt. Dann wird er euch hören und an euren guten Taten erkennen, dass ihr Glieder seines Sohnes seid.“

Text: CNA Deutsch

(sig)



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