Pater Martin steht am Ambo auf der Bühne

Weckmann-Zelt bebt schon am Sonntagmorgen beim Volksfestgottesdienst

„Gott loben ist auch am Gäubodenfest möglich“


Regensburg/Straubing, 21. August 2026 

Wer glaubt, dass das Gäubodenvolksfest in Straubing erst am Abend so richtig zum Leben erwacht, wurde am Sonntag eines Besseren belehrt. Bereits um 9:15 Uhr morgens strömten gigantische Menschenmassen auf den Festplatz, um ein ganz besonderes Highlight der Straubinger fünften Jahreszeit zu erleben: den traditionellen Volksfestgottesdienst im vollbesetzten Weckmann-Zelt. Wo sonst knusprige Giggerl, bayerische Schweinshaxn und kühle Maßkrüge im Mittelpunkt stehen, war an diesem Vormittag der Glaube das wahre Lebenselixier.

Pater Martin Müller, bekennender und selbsternannter „volksfestnarrischer Pfarrer“, begrüßte die sichtlich gut gelaunte Festgemeinde. Unter den Gästen befanden sich neben zahlreichen Gläubigen aus nah und fern auch Oberbürgermeister Markus Pannermayr mit einigen Stadträten, Vertretern der Ausstellungs GmbH, Landrat Tobias Beck sowie Festwirt Stefan Weckmann mit seinem Team. Dass Glaube und Volksfeststimmung kein Widerspruch sein müssen, bewies die mitreißende Atmosphäre von der ersten Minute an. Gott loben und das Leben feiern – das geht auf dem Gäubodenfest eben Hand in Hand.

Ein „Trumm vom Paradies“ im Festzelt

In seiner humorvollen und zugleich tiefgründigen Predigt schlug Pater Martin geschickt die Brücke zwischen den weltlichen Freuden des Festes und der christlichen Botschaft.  „leben in Fülle bietet Gott gratis und umsonst“ so der Prediger. Unter dem wiederkehrenden Motto „Was für eine Welt!“ erinnerte er an die Vergänglichkeit und Kostbarkeit unserer Erde, scherzte über den traditionellen Wettstreit zwischen Straubing und Regensburg und blickte auf die eindrucksvolle GAIA-Kunstinstallation im Frühjahr zurück. Damals sei es in der Basilika zugegangen wie auf dem Volksfest – nun sei es umgekehrt. Das Festzelt bietet einen Vorgeschmack auf das, was der Pfarrer als ein „Trumm vom Paradies“ beschrieb: ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, miteinander lachen, trinken, reden und für ein paar Stunden die Sorgen des Alltags vergessen. In den 11 Tagen gelinge uns etwas, was wir immer brauchen könnten. „ir sind Gottes geliebte Kinder dieser einen Welt und wir gehören zusammen – nicht nur 11 Tage lang“  schloss Pater Martin Müller seine Volksfestpredigt. 

Unterstützt wurde Pater Martin von einer großen Runde an Konzelebranten, die den Gottesdienst gemeinsam feierten: Schulseelsorger Pater Philipp Schmidbauer, Monsignore Jakob Hofmann, Kaplan Naresh von Sankt Jakob und Schaustellerpfarrer Martin Fuchs standen mit ihm am Altar. Auch Pastoralreferentin Heike Kellner und das Team von Sankt Jakob gestalteten die Feier tatkräftig mit, während die Ministranten allesamt fesch in Dirndl und Lederhose erschienen waren.

Kommunion in allen Ecken und Gänsehaut beim Lobgesang

Wie tief das Volksfest in der Gemeinschaft verwurzelt ist, zeigte sich auch bei den Fürbitten. Diese wurden nicht nur von OB Markus Pannermayr, Festwirt Stefan Weckmann und Roman Preiß von der Ausstellungs-GmbH gesprochen, sondern auch von den Kellnern des Zeltes, die um Schutz und ein friedliches Miteinander für alle Besucher, Helfer und Sicherheitskräfte baten.

Für die logistische Meisterleistung des Vormittags sorgte die Kommunionausteilung: Damit jeder der unzähligen Gläubigen erreicht werden konnte, schwärmten die Geistlichen und Kommunionhelfer zeitgleich in alle Himmelsrichtungen und Ecken des 

Ein Segen für die Fröhlichen und die Traurigen

Vor dem endgültigen Finale fand Pater Martin im Schlussgebet noch einmal Worte, die das Herz der Menschen berührten. Er bat Gott darum, den Fröhlichen ihre Freude zu erhalten – aber ausdrücklich auch all jenen Trost zu schenken, denen in diesen Tagen eben gerade nicht zum Feiern zumute ist. Er segnete die Stadt, die Arbeiter, die das Fest überhaupt erst möglich machen, sowie alle Gäste aus nah und fern, verbunden mit dem Wunsch, jeden Schaden von der Gemeinschaft fernzuhalten. Nach dem feierlichen Segen, der die Menschen sowohl durch die frohen Festtage als auch durch die dunklen und schweren Zeiten des Lebens begleiten soll, folgte der emotionale Höhepunkt für die große Gläubigenschar.  Zuvor war der Gottesdienst im Sitzen gefeiert worden, doch zum feierlichen Lobgesang erhob sich das gesamte Zelt: Als das mächtige „Großer Gott, wir loben dich“ aus unzähligen Kehlen durch die Reihen schallte, war pure Gänsehautstimmung garantiert. 

Auf das „“Bleibet hier in Frieden“ von Pater Martin mit der herzlichen Einladung zum Weißwurstfrühstück reagierte Schulseelsorger Pater Philipp Schmidbauer prompt mit einer klaren Aufforderung an die Musiker.  Die Band „Santamente“ unter der Leitung von Franz Aichinger, die zuvor schon mit Liedern wie „We are the world“ begeistert hatte, fackelte nicht lange und stimmte das ultimative Gäubodenfestlied an. Bei „Schied ei, heid is Gäubodenfest“ gab es kein Halten mehr – das ganze Zelt sang, klatschte ausgelassen mit und bewies, wie herrlich lebendig Glaube und Tradition in Straubing gefeiert werden. Dieser Vormittag hat eindrucksvoll bewiesen: Die Straubinger wissen nicht nur, wie man zünftig feiert, sondern auch, wie man dem Herrgott auf herrlich lebendige Art und Weise Danke sagt.      

Text und Fotos: Irmgard Hilmer 
(chb)              



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