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Zur Neuigkeit
Christian Würtz als Bischof von Eichstätt ins Amt eingeführt
„Früchte des Gottesreichs hervorbringen“
Eichstätt, 4. Oktober 2026
Im Eichstätter Dom ist Christian Würtz als 83. Bischof von Eichstätt in sein Amt eingeführt worden. In seiner ersten Predigt lud er dazu ein, gemeinsam „Früchte des Gottesreichs“ hervorzubringen – vor allem Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit.
Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes im voll besetzten Dom hat er am Sonntag, 4. Oktober, als 83. Bischof des Bistums offiziell sein Amt angetreten. Nach mehr als einem Jahr der Sedisvakanz ist der Bischofsstuhl in Eichstätt wieder besetzt.
Es war ein besonderer Moment, als der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl den Gottesdienst eröffnete und den neu ernannten Bischof von Eichstätt ermunterte, als Brückenbauer unterwegs zu sein. Danach übergab der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, das päpstliche Ernennungsschreiben. Nach dessen Verlesung wurde Christian Würtz zur Kathedra geleitet. Bischof em. Gregor Maria Hanke legte ihm das Rationale an, Erzbischof Gössl übergab ihm den Hirtenstab. Dann nahm Würtz auf dem Bischofsstuhl Platz – und der Dom antwortete mit langem Applaus.
Von diesem Moment an war die Kathedra nicht mehr leer. Der neue Bischof stand nun sichtbar an dem Ort, der für seinen Dienst an der Einheit, für seine Leitung und für die Verkündigung des Evangeliums steht. Danach kamen die anwesenden Bischöfe, das Domkapitel sowie Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen Bereichen des Bistums nach vorne, um Würtz persönlich zu begrüßen und zu beglückwünschen. Priester und Diakone waren ebenso dabei wie Diözesanrat, Jugend und die Mitarbeitervertretungen.
Große Beteiligung beim Gottesdienst
Rund 180 Bischöfe, Priester und Diakone aus dem Bistum, aus Deutschland und den Partnerdiözesen feierten den Gottesdienst mit. Zu den Konzelebranten gehörten neben dem Apostolischen Nuntius und dem Bamberger Erzbischof auch Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof Stephan Burger, Bischof Michael Gerber, Bischof em. Gregor Maria Hanke, die Generalvikare Nestor Niyokindi aus Gitega und Radek Jurnečka aus Leitmeritz sowie Dompropst Alfred Rottler, der über ein Jahr lang als Diözesanadministrator die Geschicke des Bistums leitete. Unter den zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft waren Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann, die Königlichen Hoheiten Prinz Christoph und Prinzessin Gudila von Bayern und Äbtissin Mutter Elisabeth vom Benediktinerinnenkloster St. Walburg. Auch viele Menschen, die mit Christian Würtz persönlich verbunden sind, waren nach Eichstätt gekommen – darunter seine Familie und seine Mutter Brigitte. Sie saß im Dom direkt hinter ihm, bevor er als neuer Bischof zur Kathedra geführt wurde.
Zahlreiche Menschen aus dem Bistum wirkten unmittelbar an der Liturgie mit. Ministrantinnen und Ministranten aus den acht Dekanaten sowie die Domministranten gestalteten den Einzug mit. Fahnen und Banner diözesaner Verbände waren dabei. Lesungen, Fürbitten und die Gabenbereitung wurden von Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Bistums übernommen. So wurde schon in der Liturgie sichtbar, was Würtz in seiner Predigt beschrieb: Er beginnt seinen Dienst nicht allein und auch nicht bei null.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Eichstätter Dommusik gestaltet. Domchor, Schola Gregoriana, Jugendkantorei, Dombläser, Kantorinnen und Kantoren sowie Domorganist Martin Bernreuther und Domkantorin Deborah Faul wirkten mit. Die Gesamtleitung hatte Domkapellmeister Manfred Faig.
Bischof Würtz: „Ich bin gespannt, was es hier zu entdecken gilt.“
Im Mittelpunkt seiner ersten Predigt als Bischof von Eichstätt standen die „Früchte des Gottesreichs“. Für Würtz verbindet sich damit unmittelbar sein bischöflicher Wahlspruch „Dein Reich komme“. Das Reich Gottes zeige sich dort, wo Wahrheit, Gerechtigkeit, Versöhnung, Liebe und vor allem Frieden wachsen. Dabei gehe es um mehr als die Abwesenheit von Krieg oder Streit: Der biblische „Schalom“ stehe für ein Leben in gelingenden Beziehungen zu Gott und den Menschen.
Würtz räumte ein, dass es viele Gründe zur Sorge gebe – in der Kirche wie in der Gesellschaft. Doch die Sorgen sollten nicht das letzte Wort haben. Er wolle die Anliegen der Menschen im Gebet vor Gott bringen und gemeinsam mit ihnen daran arbeiten, dass Gottes Reich weiterwachsen kann. „Ich bin gespannt, in den kommenden Wochen und Monaten die Früchte zu entdecken, die es bereits gibt“, sagte er.
Grußworte und erste Personalentscheidungen
Im Anschluss an den Gottesdienst hielten Vertreter aus Kirche und Staat ihre Grußworte: Bischof Michael Gerber, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, gratulierte Würtz im Namen der deutschen Bischöfe. Er erinnerte an die gemeinsame Zeit in Freiburg und würdigte das bisherige Engagement von Würtz in der Deutschen Bischofskonferenz. Zugleich betonte er, dass der neue Bischof auf die Unterstützung der Bischöfe zählen könne.
Kardinal Reinhard Marx gratulierte dem neuen Bischof herzlich und hieß ihn in der Freisinger Bischofskonferenz willkommen. Bayern, so Marx, könne für Würtz eine wunderbare neue Heimat werden. Besonders legte er ihm die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ans Herz. Sein Appell an den neuen Bischof zum Schluss: „Auf geht’s!“
Der neue Vorsitzende des Eichstätter Diözesanrats, Roland Schwab, verband den Amtsantritt mit der Hoffnung auf einen gemeinsamen Aufbruch. Synodalität bedeute, miteinander unterwegs zu sein, aufeinander zu hören und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Er versprach Würtz die Offenheit und Unterstützung des Diözesanrats und der Katholikinnen und Katholiken im Bistum.
Ministerpräsident Markus Söder betonte in seinem Grußwort die Bedeutung christlicher Werte für das gesellschaftliche Miteinander und würdigte die Kirchen als unverzichtbare Stützen in Sozialarbeit, Bildung und Seelsorge. Der Freistaat sei dabei ein verlässlicher Partner, denn: „Je unübersichtlicher die Welt wird, desto mehr braucht es stabile Fundamente.“ Den jüngsten Diözesanbischof Deutschlands beschrieb Söder als offenen und dialogbereiten Teamplayer und schloss mit den Worten: „Herzlich willkommen im Herzen Bayerns und Gottes Segen für die neuen Aufgaben als Bischof des Bistums Eichstätt!“
Am Ende des Gottesdienstes gab Bischof Würtz seine ersten Personalentscheidungen bekannt. Domkapitular Michael Alberter, der während der Sedisvakanz als Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators tätig war, wurde erneut zum Generalvikar des Bistums Eichstätt ernannt. Dieses Amt hatte er bereits von September 2022 bis Juni 2025 inne. Domdekan Monsignore Stefan Killermann wurde von Würtz im Amt des Offizials, also als Leiter des Bischöflichen Gerichts, bestätigt.
Mit dem Festgottesdienst endete die mehr als einjährige Zeit der Sedisvakanz im Bistum Eichstätt. Anschließend zog Bischof Würtz gemeinsam mit den Gästen und begleitet von der Eichstätter Stadtkapelle zum Leonrodplatz. Dort lud das Bistum zum „Fest der Begegnung“ ein. Bei Essen und Getränken, Musik und verschiedenen Mitmachangeboten konnten die Menschen dem neuen Bischof persönlich begegnen.
Text: Pressestelle Bistum Eichstätt, Fotos: © Anika Taiber-Groh/Christian Klenk






