Gruppenfoto mit Menschen im Regensburger Gasthaus Spitalgarten: Darunter Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, die Missio Canonica mit ihren Urkunden, Domkapitular Msgr. Martin Priller, Katharina Bausewein und Andreas Hoffmann

18 Religionslehrer erhalten Missio Canonica von Bischof Rudolf

Gottesliebe und Nächstenliebe gehören zusammen


Regensburg, 10. Juli 2026

Am Freitag verlieh Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an 18 Lehrkräfte der Realschule, des Gymnasiums und der beruflichen Schulen die Missio Canonica. Dadurch ist es ihnen erlaubt, im Auftrag der Kirche Religionsunterricht zu geben. Der Regensburger Oberhirte, Domkapitular Msgr. Martin Priller, Leiter der Hauptabteilung Schule und Hochschule, Studiendirektor Hans-Peter Adam und die frisch gebackenen Religionslehrer feierten gemeinsam die Eucharistie in der Regensburger Spitalkirche St. Katharina. Anwesend waren Vertreter des Kultusministeriums, Regierungsvertreter, Seminarlehrer der Lehrkräfte sowie Vertreter der Schulen. Im Anschluss an die Eucharistiefeier wurden den Lehrkräften im Beisein ihrer Angehörigen bei einem Festakt im Gasthaus Spitalgarten die Missio-Urkunden überreicht.

Domkapitular Msgr. Martin Priller hieß alle herzlich willkommen und bedankte sich beim Regensburger Oberhirten, dass er persönlich gekommen war, um die Missio Canonica zu verleihen. „Für viele Kinder und Jugendliche sind Sie möglicherweise das erste und oft auch einzige Gesicht der Kirche“, sagte der Regensburger Oberhirte an die Lehrkräfte gewandt, und er bedankte sich bei ihnen dafür, dass sie sich in den Dienst der Kirche stellten. 

Gottesliebe und Nächstenliebe

Bischof Rudolf kam in seiner Predigt zunächst auf den gewählten Ort – die Spitalkirche St. Katharina - zu sprechen. Die Kirche sei aus dreierlei Gründen gewählt: die Raumgröße ist ideal für die Zahl der Gäste, dann die Nähe zum Gasthaus und schließlich das 800-jährige Jubiläum des Katharinenspitals. Nur eines der diesjährigen Jubiläen in Regensburg – auch der gotische Dom feiert heuer sein 750-jähriges Bestehen. Dies zeige, „dass dort, wo Kathedralen gebaut werden, wo große Kirchen zur Verherrlichung Gottes gebaut werden, immer auch Spitäler gebaut wurden, Krankenhäuser, Einrichtungen für Alte, Kranke, Arme, bedürftige Menschen“, so Bischof Rudolf. „Die Gottesliebe und die Nächstenliebe gehören zusammen“.

In der gotischen Pfarrkirche St. Katharina freute sich Bischof Rudolf besonders über die Apostelleuchter. Jede Kerze ist mit dem jeweiligen Symbol eines Apostels ausgestattet. Gestaltet wurden sie von den Seniorinnen und Senioren des Katharinenspitals.

Versuchung der Künstlichen Intelligenz

Im weiteren Teil der Predigt kam Bischof Rudolf auf die kürzlich erschiene Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo und Künstliche Intelligenz zu sprechen. Die frisch gebackenen Religionslehrer sollen beispielhaft vorangehen und „den jungen Leuten helfen, die in einer großen Versuchung sind, was den Umgang mit dem Handy, mit dem Computer, mit all diesen Dingen betrifft“, so Bischof Rudolf. „Denn die Chancen sind groß, aber die Versuchungen genauso“. 

Danach kam er auf „Social Media“ zu sprechen - dass diese „gar nicht so social sind, sondern in die Einsamkeit, in Blasen hineinführen, wo man vermeintlich kommuniziert und im Grunde nur sich selbst versteht“. Gleichzeitig sieht Bischof Rudolf auch den Nutzen der Künstlichen Intelligenz – dass man diese beispielsweise zur Textübersetzung oder zur schnellen Informationsbeschaffung verwenden könne. 

Die „analoge Welt“ stärken

Neben der künstlichen, solle nicht die natürliche Intelligenz vergessen werden. „Man kann sich viel helfen lassen, aber das Entscheidende ist das analoge. Das Entscheidende ist es, wo Menschen miteinander etwas unternehmen“, so Bischof Rudolf. 

Im Anschluss ging der Regensburger Oberhirte zudem darauf ein, dass es sich bei der Künstlichen Intelligenz um keinen Menschen mit Gewissen handle, sondern eine Rechenmaschine. So müsste der Mensch als Nutzer zwischen Gut und Böse unterscheiden, sagte Bischof Rudolf. Das Menschsein mache eigentlich ihr geöffnetes Herz gegenüber Gott und den Mitmenschen aus.

Danach legten die Lehrkräfte vor Bischof Rudolf ihr Versprechen ab. Msgr. Priller dankte zudem Thomas Pöschl, einem Studenten der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) für die musikalische Gestaltung. Dank gebührte außerdem Denis Döhler von der Pfarrei St. Katharina.

Festakt im Gasthaus Spitalgarten

Der anschließende Festakt, bei dem die Missio-Urkunden überreicht wurden, fand im Gasthaus Spitalgarten statt. Anwesend waren unter anderem Vertreter des Kultusministeriums, der Bezirksregierung und der Schulen. Darunter unter anderem Oberstudienrätin Katharina Bausewein (Kultusministerium), Thomas Unger (Regierung der Oberpfalz) und Andreas Hoffmann (Ministerialbeauftragter für die Realschulen in der Oberpfalz). Andreas Hoffmann hielt beim Festakt das Grußwort.

18 Lehrkräfte erhalten Missio Canonica

Verliehen wurde die Missio Canonica an acht Referendare des Lehramts Realschule, einen des Lehramts Gymnasium, sieben des Lehramts Berufliche Schule sowie zwei weiteren, die ihre Missio bereits im Februar dieses Jahres erhalten hatten.

Text und Fotos: Lea Grosser
(jas)



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