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Zur Neuigkeit
150 Jahre Kreuzweg zur Wallfahrtskirche Maria-Hilf in Beratzhausen
Geschichte erleben, Glauben erfahren
Beratzhausen, 25. März 2026
Ein bedeutendes religiöses und kulturelles Wahrzeichen feiert Jubiläum: Der Kreuzweg zur Wallfahrtskirche Maria-Hilf in Beratzhausen wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Errichtet in den Jahren 1875/76, verbindet er bis heute eindrucksvoll Natur, Glaube und Geschichte und lädt sowohl Gläubige als auch Erholungssuchende zur Einkehr ein.
Wie in vielen Orten führen auch in Beratzhausen kunstvoll gestaltete Kreuzwege mit ihren 14 Stationen zu einer Wallfahrtskirche. Der hiesige Kreuzweg beginnt nahe der Schwarzen Laber und führt hinauf zur auf einer Anhöhe gelegenen Maria-Hilf-Kirche. Während die Kirche heute bequem über eine Straße erreichbar ist, bewahrt der ursprüngliche Weg durch den Wald seinen besonderen Charakter: Er dient nicht nur als sportliche Strecke für Jogger und Wanderer, sondern vor allem als Ort des Gebets und der Meditation.
Historische Wurzeln und engagierte Stifter
Die Entstehung des Kreuzwegs geht maßgeblich auf den damaligen Pfarrer Johann Baptist Pürzer zurück. Eine Inschrift an der ersten Station erinnert daran: „Errichtet von H.H. Johann Baptist Pürzer, Pfarrer zu Beratzhausen 1876“. Tatsächlich wurde das Projekt auf seine Initiative hin begonnen und nach seinem Tod aus seinem Nachlass realisiert.
Pfarrer Pürzer, geboren am 5. Februar 1826 und verstorben am 16. April 1875, wirkte seit 1870 in Beratzhausen. Historische Recherchen von Hans Schmidt sowie Einträge in der Chronik des damaligen Bürgermeisters Alois Koller belegen die Umsetzung:
„1876 wurde aus dem Nachlasse des verstorbenen Pfarrers Johann Baptist Pürzer der neue Kreuzweg auf den Mariahilfberg mit Steinbildern aus Terracotta, sowie die Stufen 150 an der Zahl errichtet und ausgeführt.“
Unter seinem Nachfolger Franz Xaver Beutlhauser wurde das Vorhaben vollendet, finanziert mit 1400 Gulden aus Pürzers Nachlass und unterstützt durch dessen Bruder Alois Pürzer. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Kreuzweg gepflegt und mehrfach renoviert: 1961 erfolgte eine umfassende Sanierung, später wurden beschädigte Glasabdeckungen durch robuste Kunststoffscheiben ersetzt.
Prägnante Botschaften des Glaubens
Neben der historischen Bedeutung prägt vor allem die inhaltliche Tiefe den Kreuzweg. Die bildhauerischen Darstellungen der 14 Stationen werden durch kurze, eindringliche Kernaussagen ergänzt, die zur persönlichen Reflexion einladen. Begriffe wie „Unschuldig“, „Freiwillig“, „Meine Schuld“, „Wie Gott will“, „Dienstbereit“, „Der Liebe Lohn“, „Meine große Schuld“, „Weint über euch“, „Meine größte Schuld“, „Beraubt“, „Angenagelt“, „Für uns“, „Ausgelitten“ und „Dem Sieg entgegen“ bringen die Inhalte der Passion auf den Punkt und eröffnen Zugänge zur inneren Auseinandersetzung.
Symbolik und gelebte Tradition
Besondere symbolische Bedeutung kommt den 150 Steinstufen zu, die zur Kirche hinaufführen. Sie entsprechen exakt der Anzahl der Ave Maria, die beim Gebet von drei Rosenkränzen gesprochen werden. Noch heute nutzen Gläubige diesen Weg, um den freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz zu beten – in der Hoffnung auf Trost und Hilfe.
Früher war es nicht unüblich, den Kreuzweg auf Knien zurückzulegen – ein Ausdruck tiefer Demut und Verehrung. Heute verbindet der Weg religiöse Praxis mit Naturerlebnis: Entlang des Waldes bieten sich Ruheplätze und Ausblicke auf das Zentrum Beratzhausens mit der Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Jubiläum mit neu gestaltetem Kreuzweg-Heft
Zum 150-jährigen Jubiläum wurde ein neues Kreuzweg-Heft herausgegeben. Pfarrgemeinderätin Michaela Schmidt gestaltete das Heft auf Basis des zum 125-jährigen Jubiläum von Pfarrer Max Mühlbauer erarbeiteten Textes, der weitgehend unverändert blieb. Ergänzt wurde es um vier Passionslieder, einen historischen Überblick sowie eine fotografische Gestaltung von Titel- und Rückseite.
Traditionell wird der Kreuzweg am Palmsonntag um 14 Uhr im Freien gebetet. Dieses gemeinsame Gebet von der Allee zur Maria-Hilf-Kirche bleibt auch im Jubiläumsjahr ein zentraler Bestandteil des religiösen Lebens vor Ort. Mit Blick auf die Feierlichkeiten bleibt ein Wunsch: dass auch das Wetter mitspielt und „Petrus zu diesem Anlass gutes Wetter schickt“.
Text und Fotos: Markus Bauer
(jas)









