News Bild Zuversicht für Europa und ein bewegendes Zeugnis für den Glauben: Dr. Theo Waigel spricht beim DOMFORUM

Zuversicht für Europa und ein bewegendes Zeugnis für den Glauben: Dr. Theo Waigel spricht beim DOMFORUM

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Gräber auf den Soldatenfriedhöfen. Tausende Menschen sind für ihr Vaterland gestorben. Doch die Kreuze geben ein Zeichen: Sie alle haben den einen Vater. Bereits zum zehnten Mal hat am Dienstagabend das DOMFORUM im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg stattgefunden. Diesjähriger Gastredner war der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel, der in seiner Amtszeit entscheidend an den Weichenstellungen Europas mitgewirkt hatte. Er sprach zum Thema "Vision Europas: Ein Kontinent von Frieden und Freiheit". Erstmals wurde in diesem Rahmen auch eine Kunstaktion mit Bildern und Musik gezeigt. Die Regensburger Domspatzen gestalteten unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner den Abend musikalisch. Mit der bewährten Veranstaltungsreihe führte Bischof Voderholzer die Tradition des DOMFORUMs fort, das Gerhard Ludwig Müller im Jahre 2004 ins Leben gerufen hat. Es soll dazu beitragen, dass auch in Zukunft das Bewusstsein der maßgeblichen Prägung Europas durch den christlichen Glauben wachgehalten wird.

 

Dr. Theo Waigel: "Europa ist ein Kontinent des Friedens und der Freiheit"

Authentische Einblicke in Leben und Glauben gab Dr. Theo Waigel bei seinem Vortrag und erweiterte die Eindrücke der Lichtbildinstallation um ein weiteres persönliches Bild: Am Grabe seines gefallenen Bruders auf dem Soldatenfriedhof in Niederbronn legten Menschen aus verschiedensten Ländern Münzen nieder. Jeder Euro hat eine nationale Seite. Die andere Seite jedoch verbindet sie miteinander. Als diese Soldaten für ihr Vaterland sterben mussten, fehlte diese europäische Seite noch.

"Europa ist heute ein Kontinent des Friedens und der Freiheit", so Waigel, "doch die See wird rauer." In Medien prangern weit mehr negative Überschriften, denn positive. Dies wird sich in naher Zeit noch verstärken. Gerade in der Frage, wie mit dem kommenden Flüchtlingsstrom umzugehen ist, wird es eines "starken geistigen Hintergrunds" bedürfen. Trotz Unvollkommenheiten der Europäischen Union stellte Waigel die Frage in den Raum: "Warum sprechen wir nicht positiver über das, was sich in Europa ereignet hat?" Europa hat viel mehr zu bieten. Europa steht unter einem geistigen Überbau, ist durch Christentum und Aufklärung geprägt. Der Einfluss des christlichen Glaubens schaffte eine Wertegemeinschaft. Es geht um die Bewahrung der Schöpfung, um die Achtung des Lebens, um die Menschenwürde als grundlegenden Wert. Europa wurde zu einem grenzenlosen Raum für Güter und Ideen. Nicht nur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit konnten sich hier herausbilden. Aus einem Gegeneinander wurde ein Miteinander, aus Erbfeinden wurden Partner. In Solidarität und Subsidiarität erhalten Länder Hilfe zur Selbsthilfe. Es braucht die Gemeinschaft, um äußere Sicherheit zu gewähren. Der Globalisierung kann sich nur gestellt werden, wenn Europa gemeinsam Kräfte mobilisiert. Deshalb rief Waigel zur Zuversicht auf. Gerade für die junge Generation müsse auch heute das Netzwerk Europa immer wieder gestärkt werden durch "Bewährung des Bestehenden und Verbesserung des Möglichen".

Bischof Voderholzer dankte Theo Waigel für sein "engagiertes Zeugnis". Das Bild der Münzen auf dem Grabe des Bruders mache Mut für die Zukunft, um Waigels Apell umzusetzen: Zuversicht.

 

Zwei Kathedralen, ein Glaube: Lichtbildinstallation "Abgrund und Schönheit Europas"

Der christliche Glaube hat die Kraft Völker zu verbinden. Heute, hundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, muss sich rückblickend mit großem Schmerz eingestanden werden: Nicht immer konnte diese Kraft ausreichend zum Tragen kommen. Ein Beispiel zeigte sich auch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, als am 22. September 1944 die Kathedrale von Reims durch deutsche Truppen unter einem Vorwand in Brand geschossen wurde. Beim diesjährigen DOMFORUM wurde von Regensburg ausgehend eine Brücke nach Reims geschlagen. Die heute bestehende Freundschaft zwischen den beiden europäischen Nationen wurde im verbindenden Baustil der Gotik symbolisiert, die sich von Frankreich aus in ganz Europa verbreitet und auch im Hohen Dom zu Regensburg seinen Niederschlag gefunden hat. Erstmals beim DOMFORUM wurde hierzu eine Lichtbildinstallation mit dem Titel "Abgrund und Schönheit Europas" gezeigt. In ihr präsentierte der Fotograf und Filmregisseur Hans-Günther Kaufmann bildgewaltige Impressionen aus den beiden gotischen Kathedralen. Musikalisch begleitet wurden die Bildeindrücke durch Prof. Klaus Feßmann vom Salzburger Mozarteum sowie Prof. Friedemann Dähn.

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Eine Zusammenfassung dieses Abends liefert auch unser Fernsehbeitrag zum DOMFORUM

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