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Weltmissionsmonat: Spendertreffen in Straubing

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Im Monat der Weltmission - der größten Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit - hat das Internationale Katholische Missionswerk missio München gemeinsam mit dem Bistum Regensburg zum Nachmittag der Begegnung mit missio-Projektpartner Bischof Tesfaselassie Medhin aus dem diesjährigen Schwerpunktland Äthiopien eingeladen. Gekommen waren vor allem die Spender und Unterstützer von missio. Der äthiopische Bischof und seine Begleiter sind begeisternde Zeugen der Weltkirche und ließen mit Kaffee, Essen, Filmbeiträgen und Erzählungen ihr Heimatland für zwei Stunden in Straubing "lebendig" werden.

 

Missio - konkrete Hilfe vor Ort

Begonnen wurde der Nachmittag mit der äthiopischen Kaffee-Zeremonie. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens des Landes. Eine Einladung zur Kaffee-Zeremonie ist ein Zeichen von Freundschaft oder Anerkennung und ein besonderes Beispiel äthiopischer Gastfreundschaft. Zu Ehren eines Besuchers ist die Zeremonie fast schon obligatorisch, gleichgültig zu welcher Tageszeit. Die Zeremonie wurde von Frauen im traditionellen, weißen Gewändern mit farbig gewebten Bordüren durchgeführt.  

 

Einen herzlichen Willkommensgruß gab es von missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber, der sich über das Zusammenkommen freute, zu dem auch Domkapitular Peter Hubbauer, Regionaldekan Jakob Hofmann, Pfarrer Stefan Nissel sowie die Leiterin Arbeitsstelle Weltkirche Regensburg, Ruth Aigner, gekommen waren. Er findet es wichtig, dass sich auch die Unterstützer und Spender von missio kennenlernen.  Als päpstliches Hilfswerk ist missio international tätig und nicht nur eine Institution, die Geld von hier nach dort bringt, sondern Hilfe konkret weitergibt und Kontakte pflegt. "Der Sonntag der Weltmission wird dieses Jahr am 28. Oktober überall auf der Welt gefeiert: Ob in Ländern in Afrika, in Indien oder auf Papua-Neuguinea. Er vereint die weltweite Familie der katholischen Kirche, das ist das besondere daran", so Huber.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke

Monsignore Wolfgang Huber erklärte kurz die Eparchie Adigrat von Bischof Tesfaselassie Medhin, die unmittelbar an Eritrea anschließt. Im Juli schlossen die Regierungen beider Länder nach einem fast zwanzig Jahre schwelenden Konflikt endlich Frieden. "Die Diözese kennenzulernen ist spannend, man muss weit fahren, aber es lohnt sich" sagte Huber und betonte, dass die Kirche eine gute und wichtige Rolle im Umgang miteinander spielt. Und sie wirkte auch mit in den Versöhnungen und Friedensversuchen. "Gott ist uns Zuflucht und Stärke" aus Psalm 46 lautet das Leitwort des diesjährigen Monats der Weltmission und wurde auch gemeinsam gebetet. Denn obwohl die katholische Kirche in Äthiopien weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmacht, leistet sie einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und gibt den Menschen Zuversicht. Die Kirche betreibt in Äthiopien Schulen, Ausbildungsstätten und Kliniken. Sie engagiert sich im interreligiösen Dialog und hilft Flüchtlingen. Zudem ist sie Anlaufstelle für die Armen und Bedürftigen.

 

Ein Kurzfilm zu Äthiopien und der Arbeit von Bischof Tesfaselassie Medhin informierte die Gäste. Musik durch einen äthiopischen Chor, sowie das gemeinsame "Injera-Essen" von typischem, leicht säuerlichem Fladenbrot mit Linsen und Gemüse bildeten den kulinarischen Rahmen der Begegnung. Bei seinen Dankesworten an die Straubinger Spender betonte Bischof Medhin, dass jedes einzelne von den über 1000 missio Projekten weltweit jeweils wiederum hunderte, tausende, manchmal sogar zehntausende Menschen erreicht. "Die vergangenen 20 Jahre waren sowohl für uns Äthiopier als auch für Eritreer sehr schmerzhaft. Und auch für die Kirche war es eine Herausforderung, in dieser Situation die Anwesenheit Gottes zu suchen. Durch den kalten Krieg mit Eritrea wurden Familien getrennt und es gab keine Möglichkeit des Austausches, weil sogar die Telefonleitungen zwischen den Ländern gesperrt waren. Die Wirtschaft kam zum Erliegen und die Menschen in meiner Diözese lebten in ständiger Anspannung", berichtete Bischof Tesfaselassie Medhin über sein Heimatland und fügte erleichtert hinzu: "Nun ist endlich Frieden. Lasst uns hoffen, dass es dabei bleibt." Um den Frieden zu sichern sei vor allem wichtig, die Menschen aus den Grenzregionen in den Friedensprozess mit einzubeziehen.

Große Flüchtlingslager für Menschen aus Eritrea

"Obwohl die Regierungen nun offiziell Frieden geschlossen haben, kommen nach wie vor viele Flüchtlinge aus Eritrea nach Äthiopien. Die Menschen in Eritrea haben derzeit noch keine Ahnung, was der Friedensschluss für ihr Land bedeutet, da sie keine Informationen von ihrer Regierung bekommen und auch die Medien berichten nur wenig über das Abkommen. Den einzigen Unterschied, den alle spüren: Die Grenze ist nun offen! Die Menschen können von einem Land ins andere und auch wieder zurück ", erläuterte der Bischof bei der Flüchtlingsfrage, da es im Norden Äthiopiens vier große Flüchtlingscamps für Eritreer gibt. Seiner Meinung nach gilt es für die Führer der verschiedenen Religionen jetzt, diesen historischen Moment am Schopfe zu packen und mitzuhelfen, den Friedensprozess mit allen Kräften voranzutreiben. 

"Flüchtlinge willkommen zu heißen ist für äthiopische Familien ein großes Privileg, auch wenn sie selber arm sind. Aber Menschen, die in unser Land kommen, müssen auch den Willen haben, sich zu integrieren", betonte Bischof Tesfaselassie Medhin und fuhr fort: "Ich danke auch den Menschen hier in Straubing, dass sie viele Menschen aus Äthiopien und Eritrea aufgenommen und willkommen geheißen haben. Ich hoffe, dass sich diese Menschen mit ihrer Geschichte, ihrer Kultur und ihrem Glauben gut in die Gemeinschaft hier einbringen können."